Die Lipperländer mussten sich am Freitagabend vor 9.408 Zuschauern in Mannheim mit 30:32 (17:12) geschlagen geben, obwohl sie über weite Strecken der Partie geführt hatten. Mit einem Sieg wäre der TBV auf Platz drei geklettert.
Ausschlaggebend für den Comeback-Sieg der Löwen waren der starke Nationaltorhüter David Späth mit 15 Paraden und Lukas Sandell mit 13 Toren. Beim TBV kam Niels Versteijnen auf acht Treffer.
"Mit der ersten Halbzeit können wir sehr zufrieden sein", sagte Lemgos Trainer Florian Kehrmann. "Im zweiten Abschnitt unterlaufen uns dann einfach ein paar Fehler zu viel, was am Ende dafür sorgt, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren."
Lemgo nutzt gegnerische Tor-Flaute
Nach ausgeglichenen ersten fünf Minuten nutzten die Lipperländer eine elfminütige Tor-Flaute der Löwen, um sich eine 8:2-Führung herauszuspielen (14.). Angeführt vom starken Sandell, der fünf Tore in den ersten 20 Minuten beisteuerte, kämpften sich die Hausherren aber zurück und kamen bis auf drei Treffer heran (9:12/21.). Dass der Vorsprung nicht noch kleiner wurde, lag vor allem an TBV-Torhüter Constantin Möstl, der in dieser Phase mehfach stark parierte.
Stattdessen behielten die Gäste einen konstanten Drei-Tore-Vorteil und bauten diesen kurz vor der Pause durch einen von Niels Versteijnen verwandelten Siebenmeter noch auf 17:13 aus.
Starker Späth hält Löwen im Spiel
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Rhein-Neckar Löwen den besseren Start, ließen keine Lemgoer Treffer zur und verkürzten selbst auf 15:17 (35.). Erst nach gut fünf Minuten gelang Tim Suton das erste Gäste-Tor der zweiten Hälfte und brach damit den Bann. Trotz zwischenzeitlicher Unterzahl konnte der TBV zunächst wieder auf 20:16 erhöhen (38.), obwohl Nationaltorhüter Späth im Löwen-Tor einen starken Abend erwischte und zu diesem Zeitpunkt bereits elf Paraden auf dem Konto hatte.
Nach zehn Minuten im zweiten Durchgang hatte Lemgo erst drei Tore erzielt. TBV-Trainer Kehrmann nahm nach Sebastian Heymanns Anschlusstreffer (19:20/41.) eine Auszeit, um dem Gegner den Schwung zu nehmen. Obwohl der TBV mit einer ausbaubaren Trefferquote und drei verworfenen Siebenmetern haderte, hielt die Führung und wuchs wieder leicht an (20:23/45.).
Überragender Sandell vollendet Comeback-Sieg der Löwen
Abschütteln ließen sich die Löwen aber auch in dieser Phase nicht. Knapp sieben Minuten vor dem Ende verkürzte Haukur Thrastarson für die Hausherren auf 24:25 (54.). Immer wieder fand der TBV eine passende Antwort, bis der überragende Sandell mit seinem zehnten Treffer zum 27:27 ausglich (56.). Wenig später sorgte Dani Baijens für die erste Führung der Löwen seit der vierten Spielminute (29:28/58.).
61 Sekunden vor Schluss und beim Stand von 30:29 nahmen die Löwen noch einmal eine Auszeit. Beim folgenden Angriff erzielte Sandell seinen 13. Treffer des Abends. Leve Carstensen konnte 27 Sekunden vor dem Ende noch einmal verkürzen, aber Tim Nothdurft machte für die Rhein-Neckar Löwen alles klar.
"Es ist natürlich enttäuschend", sagte Hendrik Wagner nach dem Spiel bei DYN. "Unerklärlich, dass wir ab der 45. Minute so einbrechen."
Unsere Quellen:
- Spiel zwischen Rhein-Neckar Löwen und TBV Lemgo Lippe am 20. Februar 2026 bei DYN
Sendung: wdr.de, "TBV Lemgo Lippe unterliegt den Rhein-Neckar Löwen", 20.02.2026, 22:04 Uhr