Zweikampf zwischen Mohab Abdelhak und Eloy Morante Maldonado
Nachdem Minden und Leipzig am 32. Spieltag bereits leer ausgegangen waren, hatte der BHC am Sonntag die große Chance, den Klassenerhalt vor der Rekordkulisse von 7.528 Zuschauern vorzeitig klarzumachen. Dass dies gegen den THW Kiel schwer werden würde, war klar, auch wenn der Rekordmeister als Fünfter der Handball-Bundesliga zuletzt mit drei Spielen ohne Sieg etwas geschwächelt hatte.
Gunnarsson nimmt nach schwachem Start Auszeit
Von dieser Schwäche war beim einzigen Heimspiel der Bergischen im Düsseldorfer im PSD Bank Dome allerdings nichts zu sehen. Eric Johansson, Nikola Bilyk sowie Harald Reinkind und Lukas Zerbe mit ihren beiden Doppelpacks zwangen BHC-Trainer Arnor Gunnarsson beim Stand von 1:6 dazu, seine Mannschaft nach nicht einmal acht Spielminuten in einer ersten Auszeit auf ihr zu "zu hektisches" Spiel hinzuweisen.
Danach ließen die "Löwen" die Kieler tatsächlich zunächst nicht weiter davonziehen. Das geschah erst in den letzten drei Minuten der ersten Hälfte, nachdem BHC-Spieler Lars Mitchell Kooij eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert hatte. Mit vier Toren in Serie sorgte der THW beim 15:7 zur Halbzeit für klare Verhältnisse. Das hatten die Gäste nicht zuletzt Nationaltorhüter Andreas Wolff zu verdanken, der mit sieben Paraden glänzte. Er war vermutlich auch nicht ganz unschuldig daran, dass sich die Hausherren eine zweistellige Zahl an Fehlwürfen leisteten. Steht Wolff zwischen den Pfosten, muss man es eben ganz genau machen.
Kieler halten den BHC nach der Pause auf Distanz
Entmutigen ließen sich die Bergischen durch den Acht-Tore-Rückstand nicht, sondern verkürzten diesen nach dem Seitenwechsel durch Aron Seesing (2) und Noah Beyer auf fünf Treffer. Aber auch wenn es für die Kieler in der HBL in dieser Spielzeit nicht nach Plan läuft und das Aus im Pokal-Viertelfinale gegen die Füchse Berlin bitter war, so sind sie doch immer noch ein Top-Team, das nicht zufällig Ende Mai am Final Four der European League in Hamburg teilnimmt. Daran ließen sie auch in Düsseldorf bis zum Ende keine Zweifel aufkommen.
Unter anderem dank Veron Nacinovic sowie Lukas Laube mit ihren jeweils drei Treffern und Torhüter Wolff, der in der 46. Minuten mit einem Treffer aus der eigenen Hälfte den Halbzeit-Vorsprung wiederherstellte (16:24), vergrößerten die Kieler der Kreis ihrer Torschützen. Knapp zehn Minuten vor dem Ende ging es für die Bergischen beim Stand von 18:26 eigentlich nur noch darum, dass sie nicht ausgerechnet vor der Rekordkulisse in Düsseldorf ihre schlechteste Offensivleistung abliefern. Die hatten sie bis dahin am 9. Spieltag gezeigt, als sie bei der Niederlage in Göppingen lediglich 21 Tore erzielten.
Bergische können jetzt auf Schützenhilfe von Kiel hoffen
Diese Schmach blieb dem BHC zwar durch die Treffer von Kooij (56.) und Lukas Becher (58.) zum 22:29 erspart, aber dafür hatte sich Johannes Wasielewski in der 54. Minute eine Blaue Karte und damit eine Sperre eingehandelt. Vermutlich hätte das Bergische Trainer-Duo Gunnarsson und Markus Pütz auf der Zielgeraden im Kampf um den Klassenerhalt lieber alle Mann an Bord. Daraus wird nun nichts.
Da die Bergischen trotz der 23:32-Niederlage gegen Kiel immer noch das deutlich bessere Torverhältnis als die drei Punkte hinter ihnen rangierenden Mindener auf dem zweiten Abstiegsplatz haben, fehlt wahrscheinlich nur noch ein Punkt zum Klassenerhalt. Den können die Bergischen am kommenden Freitag beim HC Erlangen holen oder am letzten Spieltag zu Hause gegen Frisch Auf Göppingen. GWD Minden erwartet am vorletzten Spieltag aber wie am Sonntag den BHC ein schweres Heimspiel gegen Kiel - sollten die Mindener dies verlieren, wäre der BHC vorzeitig gerettet.
Unsere Quellen:
- Dyn-Livestream Bergischer HC gegen THW Kiel, Partie des 32. Spieltages 25/26, Live-Übertragung Dyn
- Handball Bundesliga (HBL)
- Bergischer HC
Sendung: WDR.de "Klare Niederlage für den Bergischen HC", 24.05.2026, 20:02 Uhr