Jörn-Uwe Lommel, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen.

Jörn-Uwe Lommel, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen.

"Maximal unglücklich" - ASV Hamm hadert trotz "Abstiegs-Strohhalm"

Stand:

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen kann weiter auf den Klassenerhalt hoffen - glücklich ist gerade aber keiner.

Eigentlich sollten es ja gute Nachrichten für den Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen sein: Wie die Handball-Bundesliga (HBL) am Montag mitteilte, hat das Bundesgericht des Deutschen Handballbundes (DHB) einen Wiederaufnahmeantrag des Liga-Konkurrenten Dessauer-Roßlauer HV 06 abgelehnt. Deshalb wird das vom DHB-Bundesgericht vorgeschriebene Wiederholungsspiel in der 2. Handball-Bundesliga zwischen TuSEM Essen und dem Dessau-Roßlauer HV 06 am 29. Juni (17 Uhr) stattfinden.

Zu viele Spieler auf dem Feld

Der Ausgang der Partie könnte massive Auswirkungen auf die Abstiegsfrage haben. Dessau hatte die Begegnung am 27. April in Essen mit 28:27 gewonnen. Brisant: Verliert Dessau das Wiederholungsspiel, ist der DRHV anstelle des ASV Hamm-Westfalen abgestiegen. Dem Liga-Elften Essen droht solch ein Szenario nicht.

Was sich für den ASV wie eine tolle Sache anhört, entpuppt sich in der Praxis als zurückfliegender Bumerang: Die Planung der kommenden Saison ist - egal für welche Liga - völlig auf Eis gelegt. "Das ist alles maximal unglücklich für uns", klagt ASV-Geschäftsführer Markus Fuchs gegenüber wdr.de.

Markus Fuchs - "Für uns maximal unglücklich"

Sport 25.06.2025 04:12 Min. Verfügbar bis 25.06.2026 WDR

Spieler haben bei der Konkurrenz unterschrieben

"Die komplette Kaderplanung für die nächste Saison ist zum Erliegen gekommen. Wir können die Verträge für die Zweite Liga ebenso wenig verlängern wie neue für die 3. Liga gestalten", erklärt Fuchs. Mit massiven Wettbewerbsnachteilen gegenüber der Konkurrenz, wie Fuchs betont: "Wir hatten einige Spieler an der Angel, mit denen wir in der 3. Liga den sofortigen Wiederaufstieg angestrebt hätten. Die haben jetzt wegen der ungeklärten Situation bei anderen Vereinen unterschrieben."

Nun weiß der ASV erst am Abend es 29 Juni, in welcher Liga er nächste Saison antreten wird. "Wir hätten eine Entscheidung am 7. Juni - wie von allen geplant - klar vorgezogen. Jetzt stehen wir im Hinblick auf die nächste Saison blöd da. Egal, in welcher Liga wir am Ende spielen."

Dessau hatte zu viele Spieler auf dem Feld

Was war im ersten Spiel zwischen Essen und Dessau passiert? Nach einer Auszeit wenige Sekunden vor Spielende standen sieben Dessauer Spieler auf dem Feld, obwohl das Team wegen einer Zeitstrafe in Unterzahl war. Weder den Schiedsrichtern noch den Offiziellen war dies aufgefallen, weshalb Essen Einspruch gegen die Wertung des Spiels einlegte.

Gericht: Voraussetzungen für Wiederaufnahme nicht gegeben

Das Bundesgericht hatte den gemäß DHB-Rechtsordnung (RO) gestellten Antrag der Dessauer, das durch das Revisionsurteil vom 11. Juni 2025 rechtskräftig abgeschlossene Verfahren wiederaufzunehmen, geprüft und abgelehnt, da es keinerlei Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Verfahrens feststellen konnte.

Die HBL sieht sich durch die ablehnende Entscheidung des DHB-Bundesgerichts bestätigt. Sie weist darauf hin, dass ein Einspruch zu jedem Zeitpunkt erfolgen kann, auch am letzten Spieltag. Die Möglichkeit, durch Anrufung einer unabhängigen Sportgerichtsbarkeit spielentscheidende Fehler korrigieren zu können, schütze das hohe Gut eines fairen Wettbewerbs, teilte die HBL mit.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Mitteilung der Handball-Bundesliga (HBL)
  • Interview mit Markus Fuchs

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