Blomberg-Lippe krönt sich gegen Dortmund zum Meister
03:35 Min.. Verfügbar bis 31.05.2027.
Erster Titel der Vereinsgeschichte : Blomberger Handballerinnen feiern Meisterschaft nach Kraftakt
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Dank einer starken Defensivleistung und dem überragenden Torhüterinnen-Gespann Veith/Roth sicherte sich die HSG Blomberg-Lippe in der Sporthalle an der Ulmenallee die erste deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Der 30:26 (13:12)-Erfolg am Sonntagabend ist die Krönung einer so nicht zu erwartenden Saison.
Standing Ovations, Tränen und ungläubige Gesichter. Die HSG Blomberg-Lippe stellte die als Favortinnen geltenden Gäste aus Dortmund die komplette Spielzeit vor zu große Herausforderungen und bejubelte sichtlich berührt den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
"Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte HSG-Trainer Steffen Birkner. "Was wir hier alle zusammen geschafft haben, nicht nur dieses, sondern auch letztes Jahr, macht mich dankbar und stolz."
Angeführt von Nationalspielerin Nieke Kühne (5 Tore) und der besten Nachwuchsspielerin der Saison Farelle Njinkeu (5) kämpfte die HSG das Team von Ex-Nationaltrainer Henk Groener nieder und war von Beginn an tonangebend. Bei Dortmund traf zwar Deborah Lassource ihre Strafwürfe relativ zuverlässig (6 von 9), bekam aber, außer von Alina Grijseels (4), zu wenig Unterstützung von ihren Teamkameradinnen.
Bereits in den Anfangsminuten ließen die Gastgeber keinen Zweifel daran aufkommen, dass der BVB sich jeden Treffer hart erarbeiten muss. Da in puncto Körperlichkeit und Intensität auch die Dortmunderinnen keine Kompromisse machten, entwickelte sich die Hälfte in eine Defensivschlacht.
BVB braucht fünf Minuten für ersten Treffer
Lisa Antl konnte erst nach fünf Minuten den ersten Treffer für die Schwarz-Gelben erzielen (1:2). Das lag auch an Melanie Veith, der starken Torfrau der HSG. In den ersten Minuten war sie mehrmals gegen Rechtsaußen Kelly Vollebregt zur Stelle und pushte ihr Team sowie die Fans in der Halle lautstark. Das gab der Offensive scheinbar Auftrieb, denn die fanden auch in Unterzahl wiederholt coole Lösungen und überraschten den BVB mit einer einstudierten Variante zum 4:3 (11.)
Das es weiter eng blieb lag unter anderen an der Spielübersicht und Cleverness von Grijseels. Die Nationalspielerin bediente ihre Kreisläuferinnen ideal, die dann entweder selbst trafen oder den Strafwurf zogen. Emma Olsson und die nun treffsichere Vollebregt stellten somit in der 16. Minute auf 7:5. Da Veith weiter parierte blieb die HSG in Schlagdistanz und konnte in der 24. Minute durch Kühne (11:10) erneut in Führung gehen.
Die hohe Intensität zeigte sich in den Schlussminuten der ersten Hälfte als beide Teams nur noch über Strafwürfen zum Erfolg kamen. Die immer größer werdenden Lücken schafften die Abwehrreihen nun nicht mehr zuzulaufen und so benötigte es erneut einer Parade von Torfrau Veith, die die 13:12-Führung zu Pause gegen Lassources Siebenmeter sicherte.
HSG trumpft nach der Pause auf
Mit diesem Auftrieb erspielte sich das Heim-Team nach der Pause die erste Drei-Tore-Führung der Partie. Es bestand sogar die Chance die Führung zu erhöhen, aber die eingewechselte Melinda Szikora im Tor des BVB vereitelte gleich mehrere Großchancen. Sodass es statt einer Vorentscheidung eine enge Partie blieb.
In dieser Phase musste das Team von Trainer Steffen Birkner in der 36. Minute eine erhebliche Schwächung hinnehmen. Abwehrchefin Maxi Mühlner sah die Rote Karte für ein zu gefährliches Einsteigen gegen Vollebregt. Die Niederländerin trat auf den Fuß der im Raum stehenden Mühlner, knickte um und konnte vorerst nicht mehr eingreifen. Generell wurde es immer nickliger in der vollbesetzten Halle, sodass in der 42. Minute nur noch Vier-gegen-Fünf gespielt wurde.
Rot für Dortmunds Olsson
Die HSG besann sich während des Zwei-Minuten-Regens zuerst wieder aufs Handballspielen und zog durch auf 20:17 (43.) davon. Sodass sich eine Dortmunder Aufholjagd nicht einstellen wollte, sondern viel eher der Glaube, der von den Fans frenetisch gefeierten Blombergerinnen wuchs. Weil sich der BVB in der Defensive zusätzlich noch selbst schwächte. Olsson kam viel zu spät gegen Diana Dögg Magnusdottir und sah für den Griff in den Wurfarm folgerichtig die Rote Karte (44.).
Da half auch eine offensiv starke Grijseels nicht, die ihr Team mehrmals lautstark anpeitschte. Anders als die bisher so starke Guro Nestaker, die in der 50. Minute erst ihren zweiten Treffer aus sieben Versuchen erzielte und überraschend blass blieb.
Nijenku mit der Vorentscheidung
In den letzten zehn Minuten schien den Dortmunderinnen immer mehr die Energie abhanden zu kommen, während sich die Lipperländerinnen auf jeden Ball stürzten. Nijnkeu gewann erst das Spielgerät, um nur Sekunden später das Tor zum vorentscheidenden 26:21 (54.) zu erzielen. Diese Hypothek war zu hoch für nervös wirkende Dortmunderinnen, die ihre Leistung aus den ersten beiden Finalpartien nicht abrufen konnten.
So war schon Minuten vor dem Abpfiff klar, dass der BVB den zweiten Titelgewinn nach 2021 verpassen würde. Die HSG nutze die finalen Minuten für eine vorgezogene Siegesfeier, bei der Magnusdottir den vielumjubelten 30. Treffer markierte.