Laura Rueffieux, Dana Bleckmann im Torwurf, Maxi Muehlner

Tor in letzter Sekunde HSG rettet sich gegen BVB in drittes Finalspiel

Stand:

Durch ein Tor in der letzten Sekunde rettete sich die HSG Blomberg-Lippe gegen Borussia Dortmund in ein drittes entscheidendes Finalspiel.

Von Thorsten Rosenberg

Das Team von Steffen Birkner gewann am Sonntag vor 1.300 Zuschauern dramatisch die zweite Partie der "Best of three"-Serie mit 28:27 (13:14) und glich damit zum 1:1-Gesamtstand aus. Damit kommt es am kommenden Sonntag (31. Mai 2026) um 16.30 Uhr erneut in der Sporthalle an der Ulmenallee zum dritten entscheidenden Finalspiel.

Die Situation war vor der Partie klar: Nachdem die Borussia eine Woche zuvor das erste Playoff-Spiel knapp mit 28:27 (14:17) in eigener Halle gewonnen hatte, standen die Lipperinnen im zweiten Spiel unter Zugzwang.

HSG Blomberg-Lippe erzwingt Entscheidungsspiel

NRW-Sport 24.05.2026 00:53 Min. Verfügbar bis 23.05.2028 WDR Online

Blomberg mit dem besseren Start

Dementsprechend motiviert gingen beide Teams von Anbeginn in die Partie. Blomberg kam etwas besser ins Spiel. Die Dortmunderinnen taten sich schwer, die kompakte Abwehr der HSG zu knacken. Die Gastgeberinnen indes nutzten ihre Chancen konsequent und lagen nach zehn Minuten mit 7:4 vorne.

BVB-Abwehr steigert sich nach 15 Minuten

Ein wenig erinnerte das Spiel in der Anfangsphase an das erste Playoff-Match, als die HSG anfangs davonzueilen schien. Doch die Westfälinnen wollten dieses Mal nicht erneut zur Pause einem Drei-Tore-Rückstand hinterherlaufen.

Sie verteidigten mit zunehmender Spieldauer aktiver und besser, so dass sich die Lipperinnen nicht mehr so leicht durchspielen konnten, und fanden zudem immer häufiger Lücken in der Blomberger Abwehr. Nach einer Viertelstunde war der BVB bis auf ein Tor herangekommen (10:9).

Auch Borussias Torfrau Melinda Szikora hielt in dieser Phase alle Würfe, die auf ihr Tor kamen. Melanie Veith auf der Gegenseite verhinderte ebenfalls mit einigen Glanztaten Tore für die Dortmunderinnen, so dass nach den torreichen ersten 15 Minuten lange Zeit keine Tore fielen.

Neun Minuten ohne einen Treffer

Mitunter ging es auf beiden Seiten zu hektisch zu, so dass sich Abspielfehler häuften und Angriffe überhastet abgeschlossen wurden. Deborah Lassources Ausgleichstreffer in der 26. Minute zum 11:11 beendete eine neun Minuten andauernde torlose Phase.

Das Gästeteam musste sich den Vorwurf gefallen lassen, gleich vier Zeitstrafen für die HSG in Hälfte eins ungenutzt zu lassen. Dennoch ging Borussia mit einer Führung in die Pause.

Grijseels und Bleckmann drehen die Partie

Denn nachdem Blombergs Farrelle Alicia Njinkeu zur erneuten Führung zum 12:11 eingenetzt hatte, gelangen Alina Grijseels und zweimal Dana Bleckmann drei Treffer für die Schwarz-Gelben in Folge.

Ona Vegue Pena sorgte mit dem Anschlusstor zum 13:14 für den Schlusspunkt der ersten Hälfte. Die Borussia kam dem Meistertitel immer näher.

Unnötige HSG-Ballverluste - Borussia zieht davon

Nach Wiederanpfiff gelang es den Dortmunderinnen zunächst, den Vorsprung auf zwei auszubauen. Doch wie schon zu Beginn der ersten Hälfte gelang es den Blombergerinnen wieder mehr, Lücken in der BVB-Defensive aufzureißen. Nach 35 Minuten gelang Andrea Jacobsen mit ihrem zweiten Tor hintereinander das 16:16.

Doch die HSG, die in dieser Spielzeit in eigener Halle noch keine Partie verloren hatte, brachte sich mit unnötigen Ballverlusten immer wieder selbst in die Bredouille. Nach 41 Minuten war das Gästeteam auf 17:21 davongezogen - die Meisterschaft war für die Dortmunderinnen nun greifbar nahe.

HSG kommt nach Auszeit wieder heran

Blombergs Trainer nahm knapp eine Viertelstunde vor dem Ende eine Auszeit. Und offenbar fand er die richtigen Worte, um sein Team zu motivieren und wechselte auf ein 7:6.

Unterstützt vom frenetisch anfeuernden Publikum warfen Alexia Hauf, Nieke Kühne, Diana Magnusdottir und Farrelle Njinkeu eine 4:0-Serie heraus - der Rückstand war zehn Minuten vor dem Ende aufgeholt (22:22). Die Borussia nutzte in dieser Phase ihre Chancen nicht.

HSG erstmals wieder in Front

Erstmals in Hälfte zwei ging die HSG nach einem von Ona Vegue Pena verwandelten Siebenmeter nach 54 Minuten wieder in Front (25:24). Nun ging es hin und her.

Doch nach Lisa Antls Ausgleich nutzte der BVB erstmals aus, dass die Gastgeberinnen statt mit einer Torfrau mit einer Feldspielerin mehr agierten. Ein vergebener HSG-Abschluss landete postwendend durch einen weiten Wurf von Bleckmann zur erneuten BVB-Führung im Blomberger Tor (26:27).

Grijseels verwirft, Hauf rettet HSG in Spiel 3

Drei Minuten vor dem Ende kassierte Dortmunds Lara Egeling eine Zwei-Minuten-Strafe, die Borussia musste die Schlussphase beim Stand von 27:27 in Unterzahl bestreiten. Doch Blomberg konnte daraus kein Kapital schlagen.

Es blieb hochspannend. Dortmund war in der letzten Minute im Ballbesitz. Sekunden vor dem Ende verwarf Alina Grijseels stark und grenzwertig bedrängt, so dass die HSG noch einen letzten Gegenzug starten konnte.

Und der war entscheidend: Eine Sekunde vor dem Ende traf Alexia Hauf zum 28:27. Statt Verlängerung oder vorzeitiger Dortmunder Meisterfeier rettete Hauf ihr Team damit in das dritte Spiel.

Unsere Quellen:

  • Spiel zwei der Finalserie HSG Blomberg-Lippe gegen Borussia Dortmund am 24. Mai 2026, Livestream bei sporteurope.tv

Sendung: WDR.de, "Blomberg-Lippe gleicht Finalserie gegen BVB aus", 25.05.2026, 08:07 Uhr

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