Mindens Niclas Benedict Heitkamp jubelt nach Torerfolg

Abstiegs-Showdown am letzten Spieltag GWD Minden schlägt Kiel und darf weiter hoffen

Stand:

Die GWD Minden feiert ihren ersten Sieg gegen Kiel seit über 20 Jahren - und der war überlebenswichtig.

Von Cora Lanzerath

Seit dem 12. Februar 2006 wartete die GWD Minden auf einen Sieg gegen den THW Kiel. Diese schwarze Serie endete am Mittwochabend - und es hätte kaum einen besseren Zeitpunkt geben können. Denn durch den 34:30 (16:17)-Heimerfolg können die Grün-Weißen weiter auf den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga hoffen.

Zum Start hielten die Mindener extrem gut mit, fanden auf die Tore der Gäste stets eine Antwort. Selbst von dem ersten Zwei-Tore-Rückstand nach sieben Minuten ließ sich die GWD nicht aus der Ruhe bringen und konnte diesen dank starker Paraden ihres Torhüters Malte Semisch auch wieder egalisieren.

Zwar hielten die Kieler das Tempo hoch, doch sie konnten sich auch in der Folge nicht entscheidend absetzen. Im Gegenteil: Nach einer knappen Viertelstunde ging Minden erstmals seit der 3. Minute wieder in Führung (10:9). Es gab auch die Chance, diese auf zwei Treffer auszubauen, doch das gelang nicht.

Minden mit acht-minütiger Torflaute

So blieb es ein äußerst enges und umkämpftes Spiel, in dem nach rund 20 Minuten zunehmend Kiels Torwart Andreas Wolff in den Fokus geriet. Sowohl gegen Niclas Heitkamp als auch kurz darauf gegen Florian Kranzmann verhinderte er mit tollen Paraden weitere Gegentreffer.

Insgesamt blieb die GWD in dieser Phase ganze acht Minuten ohne eigenes Tor. Dank Semisch und ein wenig Pfostenglück wuchs der Rückstand aber dennoch nicht auf mehr als zwei Tore an.

Astrup sieht Rot

Beim Stand von 14:15 sah Mindens Daniel Astrup nach einem Foul an Rasmus Ankermann die Rote Karte. Doch auch das konnte den Mindener Kampfgeist nicht brechen. Mit der Pausensirene hätte Morten Hempel Jensen sogar noch auf 17:17 stellen können, doch sein Wurf sprang von der Latte auf den Boden und an den Arm von Keeper Wolff. Nur rein wollte er nicht und so blieb es zur Halbzeit beim knappen Mindener Rückstand.

Mindens Philipp Vorlicek (l.) im Zweikampf mit Kiels Petter Overby

Auch der zweite Durchgang startete mit viel Tempo - allerdings auch mit einigen Fehlwürfen. Minden schaffte dennoch den schnellen Ausgleich und ging in der 35. Minute sogar wieder in Führung (19:18). Diese bauten die Hausherren bis zur 44. Minute auf ganze vier Treffer Vorsprung aus. Semisch hielt dabei gleich zwei Siebenmeter, außerdem traf Minden doppelt ins verwaiste Kieler Tor.

Die GWD ließ ihr Herz auf der Platte und stemmte sich eindrucksvoll gegen den drohenden Abstieg. Sechs Minuten vor dem Ende kamen die Norddeutschen nochmal auf einen Treffer ran, doch auch dieser Drucksituation hielt Minden stand. Neben einer Wurfquote von über 70 Prozent konnten sich die Grün-Weißen vor allem bei Semisch bedanken, der einen absoluten Sahnetag erwischte.

Showdown am letzten Spieltag?

Am Ende wurde es sogar noch ein souveräner 34:30-Erfolg für die GWD, die damit nach Punkten zur HSG Wetzlar aufschloss. Wetzlar hat allerdings ein Spiel weniger absolviert und das deutlich bessere Torverhältnis. Gewinnt Wetzlar morgen nicht in Hamburg, kommt es am letzten Spieltag zum großen Showdown um den Abstieg. Und da hat Minden gar keine schlechten Chancen. Denn während die Grün-Weißen am kommenden Sonntag beim bereits abgestiegenen Tabellenschlusslicht aus Leipzig antreten, empfängt Wetzlar den Liga-Primus SC Magdeburg.

Unsere Quelle:

  • Spiel der HBL zwischen Minden und Kiel vom 03.06.2026 (Live-Übertragung bei Dyn)

Sendung: "Minden besiegt Kiel und hofft noch auf Klassenerhalt", WDR.de, 03.06.2026 22:08 Uhr

Weitere Berichte

1 / 2