Hängende Köpfe bei den Spielern der GWD Minden

Bitterer Abstieg GWD Minden hält an Strategie fest - und will wieder aufsteigen

Stand:

Der Abstieg in letzter Sekunde hat alle bei GWD Minden tief getroffen. An der Strategie, auf Talente zu setzen, ändert das aber nichts.

Von Jörg Strohschein

Der Schock saß am Tag danach naturgemäß noch äußerst tief. "Als man in die Gesichter unserer Spieler geguckt hat nach dem Spiel, hat man schon gemerkt, um wie viel es ging", sagt Nils Torbrügge dem WDR am Montag (8.6.2026). Der Geschäftsführer der GWD Minden war natürlich live in Sachsen dabei, als der letzte Wurf über Abstieg und Klassenerhalt entschied.

Jakub Sterba zielte nicht genau genug und traf in diesem Herzschlagfinale nur den Leipziger Pfosten. Es wurde statt eines rettenden Remis nur eine 25:26-Niederlage - und das Schicksal des Aufsteigers war am letzten Spieltag, in letzter Sekunde, besiegelt.

Matchbälle vergeben

Es wird noch dauern, bis sich alle Beteiligten geschüttelt und diesen Rückschlag verkraftet haben. Nach einer ansprechenden Hinrunde ging der Mannschaft von Trainer Aaron Ziercke gegen Ende der Spielzeit ein wenig die Luft aus.

"Das müssen wir uns ehrlich dann auch ankreiden, dass wir in den Spielen gegen direkte Konkurrenten die Chance hatten zu punkten und wir der Drucksituation am Ende nicht gerecht werden konnten. Wir hätten vorher Matchbälle verwandeln können", sagt Torbrügge.

Mindens Geschäftsführer Torbrügge - "Hätten vorher Matchbälle verwandeln können"

00:19 Min. Verfügbar bis 08.06.2028

Das Gros der Mannschaft bleibt

Die Realität für die Handballer aus Minden bedeutet nun aber wieder 2. Liga. Es geht darum, schnellstmöglich wieder ein schlagkräftiges Team zusammen zu stellen. Das allerdings dürfte sich gar nicht so sehr von dem unterscheiden, das in der 1. Bundesliga aufgelaufen ist.

Mit Antonio Metzner kommt eine weitere Verstärkung vom HC Erlangen zum Team dazu. Das Gros der jungen Mindener Mannschaft wie etwa Jan Malte Diekmann bleibt - neben der normalen Fluktuation - bestehen. Einen Ausverkauf der Spieler wird es also nicht geben.

Lediglich Niclas Heitkamp, Malte Donker und Tom Bergner stehen als Abgänge fest. "Zunächst einmal hat ein Großteil der Mannschaft Verträge auch für die 2. Liga. Auch dieses Szenario ist unseren Spielern hinter den Kulissen bewusst gewesen", so der GWD-Geschäftsführer.

GWD-Geschäftsführer Torbrügge - "Szenario ist allen bewusst gewesen"

00:12 Min. Verfügbar bis 08.06.2027

Konkurrenzfähiger Etat

Die Marschrichtung für Minden bleibt künftig dieselbe, auch wenn es gerade schief gegangen ist: Mit möglichst vielen Eigengewächsen und Talenten einen nachhaltigen Aufbau der Profi-Mannschaft umsetzen.

Waren die Mindener in der Bundesliga mit geschätzten rund 2,5 Millionen Euro im hinteren Feld der Liga angesiedelt, dürfte die GWD in der 2. Liga mit ihrem noch nicht benannten Etat wohl eher im oberen Bereich landen.

Qualität im Team

Der Geschäftsführer will jedenfalls trotz des bitteren Abstiegs mit Optimismus in die Vorbereitungen zur neuen Saison starten.

"Die Formulierung, dass wir wieder aufsteigen wollen, ist klar. Diese Mannschaft hat eine Erstliga-Saison gespielt und am Ende fast die Klasse gehalten. Dass wir diese Qualität in der Mannschaft haben, ist mir klar", sagt Torbrügge.

Nils Torbrügge - "Das wir wieder aufsteigen wollen ist klar"

00:36 Min. Verfügbar bis 08.06.2027

Ein paar Tage werden alle Beteiligten bei der GWD Minden jetzt dafür nutzen, um die Gedanken zu ordnen und sich auch ein bisschen von der kräftezehrenden Saison zu erholen.

Unsere Quellen:

  • Interview mit GWD-Geschäftsführer Nils Torbrügge

Sendung: WDR.de, "Hätten vorher Matchbälle verwandeln können", 08.06.2026, 19.04 Uhr

Weitere Berichte

1 / 2