Trauer bei Fans: Verpasster Aufstieg von RW-Essen | Video
WDR. 00:33 Min.. Verfügbar bis 27.05.2028.
Relegationsrückspiel zwischen Rot-Weiss Essen und der SpVgg Greuther Fürth. Am Kennedyplatz in der Essener Innenstadt ist um 18 Uhr der Einlass zum Public Viewing gestartet. Rund 8.000 Menschen haben sich das Spiel dort angeschaut, schätzt die Polizei.
29. Minute: 1:0 für Greuther Fürth
Reaktion auf das erste Tor für Greuther Fürth
Dann geht das Spiel los. Essen kommt gut in die Partie, schon in der Anfangsphase haben die RWE-Fans zweimal den Torschrei auf den Lippen. Doch Fürths Torwart verhindert jeweils eine frühe Kennedyplatz-Extase. Doch dann der Rückschlag: Fürth geht nach einem Gestocher im Strafraum plötzlich in Führung. Entsetzen bei den RWE-Fans vor der riesigen Leinwand. Doch kurz darauf kommen auch gleich die Anfeuerungs-Rufe: "Auf geht's RWE, auf geht's RWE!"
Die zweite Hälfte startet mit dem nächsten Schock: Fürth erhöht auf 2:0. Der Treffer ist zunächst ein Stimmungskiller. Doch dann kommt RWE wieder besser in die Partie - und trifft zum 1:2. Der Kennedyplatz verwandelt sich in ein Tollhaus mit unzähligen Bierduschen.
Doch wieder kommt der Dämpfer: Wieder war es Abseits. "Das kann doch nicht wahr sein", flucht ein Fan. Als dann auch Essens Müsel das fast leere Tor nicht trifft, herrscht völlige Fassungslosigkeit bei den Fans.
RWE verpasst den Aufstieg
Am Ende bleibt es beim 0:2. RWE hat den Aufstieg doch noch verpasst. Einige Fans haben Tränen in den Augen, nehmen sich gegenseitig in den Arm und trösten sich. Viele verlassen den Kennedyplatz schnell. Einige brauchen noch ein bisschen, um zu realisieren, was da gerade passiert ist. Der Soundtrack dazu, der aus den Boxen schallt: "Steh auf, wenn du am Boden bist."
Trotz Frust und Trauer der Fans über das verlorene Spiel, hatten die Einsatzkräfte wenig zu tun. Die Lage in der Essener Innenstadt blieb übersichtlich und ruhig, sagt die Polizei.
Steigt RWE auf? Public Viewing in der Essen City.
WDR. 00:33 Min.. Verfügbar bis 26.05.2028.
Einige Minuten später steht Yannik Bruckmann noch mit einem Freund auf dem Kennedyplatz und diskutiert über das Spiel. "Wenn wir die Hochkaräter genutzt hätten, wäre was drin gewesen", ist er sich sicher. "Ziemlich enttäuscht", beschreibt sein Kumpel Marco Levak seine Gefühlslage und hadert: "Wir hatten die Chancen, den Sack zuzumachen."
"Ganz viel weinen"
Ein paar Meter weiter trauert auch Ann-Cathrin Brauers mit ihrer Familie und Freundinnen und Freunden dem verpassten Aufstieg hinterher. "Der Schmerz", sagt sie, "sitzt sehr tief, vor allem nach den zwei Toren, die nicht zählten." Und wie wollen sie diesen Schmerz verarbeiten? "Ganz viel weinen", wirft eine Freundin aus ihrer Gruppe ein.
Ann-Cathrin Brauers (links) mit Familie und Freundinnen
Aber eine Kampfansage gibt es trotzdem auch noch: "Nächste Saison kann sich die 3. Liga in Acht nehmen. Nur der RWE", ruft Yannick Brauers. Die Fans bleiben ihrem Verein eben treu - egal ob Aufstieg oder nicht.
Es sollte eine Aufstiegs-Party werden
Tausende RWE-Fans beim Public Viewing auf dem Essener Kennedyplatz
Einen Vorgeschmack auf die erhoffte Aufstiegs-Party gab es früher am Abend, als knapp eine Stunde vor Anpfiff auf der Bühne die ersten Fangesänge und das Steigerlied angestimmt werden. "Wir werden Essen, nie vergessen. Wir sind die Fans vom Rot-Weiss Essen", schallt es über den Platz.
Fan-Andrang schon seit dem Nachmittag
Collin und Patrick stehen zu diesem Zeitpunkt als eine der ersten vor der riesigen Leinwand auf dem Kennedyplatz. Die beiden Freunde aus Essen sind schon um 17 Uhr gekommen, noch eine Stunde bevor das Rahmenprogramm losgeht. "Wir wollten einen guten Platz haben", sagt Collin. Er sei aufgeregt, aber auch zuversichtlich: "Ich habe Vertrauen in die Mannschaft."
RWE-Fan Mario Balsz beim Public Viewing auf dem Kennedyplatz
Auch Mario Balsz ist schon früh zum Kennedyplatz gekommen. Er hat sein Elektromobil vor der Bühne geparkt, auf seiner roten Prothese prankt ein RWE-Aufkleber. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten viel mit RWE mitgemacht: vom Einzug ins Pokalfinale 1994, bei dem er auch live vor Ort war, bis zum Abstieg in die 5. Liga. Umso mehr würde ihm ein Aufstieg bedeuten: "Der Verein bedeutet mir alles. Er ist das Größte überhaupt für mich", sagt er.
Fans kommen mit Campingstühlen und Getränken
Miriam Löhr ist mit Familie und Freunden beim Public Viewing
Einige Meter weiter baut Miriam Löhr gerade ihren Campingstuhl auf. Neben ihr steht eine Kühltasche mit Getränken. "Wir sind vorbereitet", sagt Löhr und lacht. Bis zum Anpfiff dauert es schließlich noch. Sie ist gemeinsam mit Familie und Freundinnen und Freunden zum Public Viewing gekommen. Auch sie ist zuversichtlich, dass RWE den Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigt. Was dann in der Stadt los ist? "Dann wird Essen abgerissen, dann ist alles gut und weiß."
Martin Borlik ist da optimistisch: "Wir packen das heute", ruft der Dauerkarteninhaber, der gemeinsam mit seinem Freund Benjamin Dömpke gekommen ist. "Nur der RWE!"
Das hat am Ende nicht geklappt. "Nur der RWE!" - jetzt wieder in der 3. Liga.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Interview mit Benjamin Vogel, Gastronom
- Interview mit Stephan Redecker, Fan von Rot-Weiss Essen
- Polizei Essen
Sendung: WDR.de, Rot-Weiss Essen steigt nicht auf, 27.05.2026, 1:35 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 26.05.2026, 19:30 Uhr