Paderborns Laurin Curda (l.) und Mika Baur bejubeln de Aufstieg in die Bundesliga

Ganz eigener Erfolgsweg Paderborner können ihr Aufstiegs-Glück kaum fassen

Stand:

Der SC Paderborn hat den Aufstieg in die Bundesliga geschafft: Dabei geht der Klub schon länger seinen ganz eigenen Weg.

Von Jörg Strohschein

So ganz ohne Spuren ist die Nacht danach auch an Sebastian Lange nicht vorbeigegangen. Als der Sport-Geschäftsführer SC Paderborn am Dienstagmorgen im ZDF-Morgenmagazin um kurz vor halb neun Uhr live aus dem SCP-Stadion zugeschaltet wurde, waren die Augen des 38-Jährigen noch sehr klein.

Das kaum für möglich gehaltene 2:1 gegen den VfL Wolfsburg des SCP und die daraus resultierenden Aufstiegsfeierlichkeiten wirkten nach wenigen Stunden Schlaf noch nach.

Paderborns Geschäftsführer Sport Sebastian Lange betritt das Stadion

Paderborns Geschäftsführer Sport Sebastian Lange

Fakt ist: Die Paderborner haben den dritten Aufstieg in die Bundesliga geschafft. "Selbst in der 2. Liga sind wir ein kleiner Verein", sagte Lange mit einer großen Portion Stolz - und mit Blick auf die kommende Spielzeit in der 1. Liga.

Paderborn ermöglicht Chancen

Der Klub lag mit einem geschätzten Etat von zwölf bis 15 Millionen Euro im unteren bis mittleren Bereich der 2. Liga. Und auch in der Bundesliga werden die Ostwestfalen der große Außenseiter sein. Aber wie gelingt es dem SCP dennoch immer wieder, diesen großen Schritt in die Erstklassigkeit zu schaffen?

"Es wird den Menschen eine Chance gegeben, sich weiter zu entwickeln", sagte Lange, der selbst vor einem Jahr die Gelegenheit bekommen hat, beim SCP eine neue Liga kennen zu lernen. Zuvor war Lange beim SC Verl in der 3. Liga als Sportvorstand aktiv.

Das Erfolgsrezept: "Wir müssen immer wieder mutig sein. Wir verpflichten immer wieder Spieler aus unteren Ligen, um diese besser zu machen", erläutert Lange.

Kometenhafter Aufstieg

Ein Beispiel dafür ist Siegtorschütze Laurin Curda. Der heute 24-Jährige war erst 2023 beim SCP Profi geworden und hatte zuvor in der 5. Liga gespielt.

"Wir haben das geschafft mit Jungs, von denen heute, glaube ich, vier in der Startaufstellung waren, die in der letzten Saison nicht mal Zweite Liga gespielt haben", sagte Ralf Kettemann.

Auch der SCP-Trainer hat einen geradezu kometenhaften Aufstieg hingelegt. Der 39-Jährige trainierte bis zum vergangenen Sommer noch die Jugend des Karlsruher SC - und nutzte seine Chance in Ostwestfalen eindrucksvoll.

Relegation - Paderborn feiert, Wolfsburg verzweifelt

NRW-Sport 26.05.2026 02:34 Min. Verfügbar bis 25.05.2028 WDR Online Von Marc Eschweiler

Beispiele Breitenreiter und Baumgart

Steffen Baumgart feierte 2019 mit dem SC Paderborn den Aufstieg.

Steffen Baumgart feierte 2019 mit dem SC Paderborn den Aufstieg.

Die Paderborner trauen sich regelmäßig, andere Wege in dem oftmals eingefahrenen Bundesligageschäft zu gehen. Das haben sie auch schon früher gemacht, als sie André Breitenreiter oder Steffen Baumgart als Fußballlehrer verpflichteten. Damals waren beide vor allem als Ex-Profis und weniger als Trainer bekannt. Beiden Neulingen gelang jeweils der Aufstieg (2014 und 2019).

Allerdings folgte im darauf folgenden Jahr auch sofort wieder der Abstieg. Das wollen sie nun unbedingt verhindern. "Wir werden besser sein. Wir haben jetzt auch ein bisschen andere Möglichkeiten. Wir müssen besser sein, da müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen“, sagte Kettemann, bevor er sich in die Feierlichkeiten stürzte.

"Ich kann es noch nicht glauben", sagte Curda kurz nach Sieg: "Wahnsinn, was hier abgeht. Das kennt man nur aus dem Fernsehen und plötzlich ist man mittendrin. Als kleiner Junge ist das ein Traum und der geht nun in Erfüllung." Er werde bis zur offiziellen Party am Rathaus am Dienstag um 17 Uhr "wahrscheinlich gar nicht schlafen".

Danach soll es für die Mannschaft nach Mallorca gehen, wo die Feierlichkeiten für mehrere Tage ausgedehnt werden.

Feierstimmung genießen

Spieler des SC Paderborn bejubelt den Aufstieg

Spieler des SC Paderborn bejubeln den Aufstieg.

Tausende Anhänger hatten geordnet den Rasen gestürmt und das Spielfeld zur Partyzone gemacht. "Es ist mit das Schönste. Es ist einfach pure Freude, ein schönes Gefühl", sagte Ausgleichstorschütze Bilbija.

Es sei "einfach unfassbar" und "einmalig", schwärmte Torhüter Dennis Seimen bei Sat.1. Die Mannschaft habe sich den dritten Aufstieg der Vereinsgeschichte "verdient" und "genieße die Feierstimmung". Der ausgeliehene Seimen wird den Klub wieder in Richtung VfB Stuttgart verlassen und soll dort zur Nummer eins geformt werden. Aber auch dafür werden sie eine Lösung in Paderborn finden.

Unsere Quellen:

  • Sportinformationsdienst sid
  • Autor

Sendung: WDR.de "Relegation - Paderborn feiert, Wolfsburg verzweifelt" vom 26.06.2026, 9:50 Uhr

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