Es ist eine ganz große Chance und höchst willkommene Ablenkung vom nervenaufreibenden Abstiegskampf: Die Frauen der SGS Essen empfangen am Mittwoch (12.03.2026) den SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale. An der Hafenstraße wird es ab 18.30 Uhr um den Einzug ins Halbfinale gehen und um die Chance, den Traum vom großen Finale in Köln zu erhalten.
Für die SGS geht es aber auch noch um etwas anderes: um Sebstvertrauen. "Wir sehen das Spiel auch als große Chance, uns Mut und Vertrauen für den anstrengenden Abstiegskampf in der Bundesliga zu holen", erklärt SGS-Pressesprecher Dominik Oberholz gegenüber wdr.de.
Abstiegskampf hat Vorrang
Jubelt die SGS auch gegen Bremen?
Denn es ist klar: Der Kampf um den Klassenerhalt in der Liga geht bei den Essenerinnen über alles. Momentan steht die SGS mit zwölf Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz - dem ersten Abstiegsrang. Das rettende Ufer ist zwei Punkte entfernt, der aktuell größte Rivale Hamburger SV hat 14 Zähler auf dem Konto. "Der Klassenerhalt in der Bundesliga hat für uns Vorrang, dem ordnen wir alles unter", erklärt Oberholz. "Aber klar: Die Chance auf's Pokal-Halbfinale ist ein Bonus, den wir gern mitnehmen."
Rein finanziell hat die SGS im DFB-Pokal das Saisonziel mit dem Erreichen des Viertelfinales schon erreicht. Ab dieser Runde werden alle Partien zentral vermarktet und im Pay-TV live übertragen. Die Einnahmen werden nach Abschluss des Pokals unter den letzten acht Teams aufgeteilt.
Werder kommt mit Jung-Nationalspielerin
Geht's also noch um das sportliche Ziel und das Selbstvertrauen. Gegner Werder Bremen hat's allerdings in sich. Das Team von der Weser rangiert in der Bundesliga auf einem hervorragenden 6. Platz mit Anschluss an die Spitzengruppe der Liga. Im Meisterschaftsspiel an der Hafenstraße unterlagen die Essenerinnen zuletzt gegen Bremen mit 2:3 - obwohl sie lange in Überzahl agiert hatten.
Besonders in Acht nehmen muss sich die SGS vor Stürmerin Larissa Mühlhaus. Die 23 Jahre alte Angreiferin kam jüngst zu ihrem ersten Länderspiel-Einsatz für Deutschland, ist erste Werder-Nationalspielerin überhaupt. Gegen Slowenien feierte sie einen Traum-Einstand, erzielte nach ihrer Einwechslung beim 5:0-Sieg gleich ihren ersten Treffer für's DFB-Team.
Verletzte kehren zurück
Aber auch Essen hat in Sachen Personal Positives zu berichten: Jette ter Horst und Beke Sterner haben ihre Verletzungen überwunden, sind einsatzbereit. Kassandra Potsi und Jana Feldkamp sind zumindest wieder im Training - ob es für die schon wieder für den Kader reicht, steht noch nicht fest.
Nach dem Pokalspiel bleibt den SGS-Spielerinnen nicht viel Zeit zum Durchatmen: Am Sonntag (15.03.2026) geht's in der Liga mit dem schweren Auswärtsspiel beim Tabellenvierten, der TSG Hoffenheim, um Punkte.
Unsere Quellen:
- Interview mit Pressesprecher der SGS Essen
- Homepage SGS Essen
- Homepage Werder Bremen
Sendung: WDR.de, "SGS Essen will die Saison im Pokal retten", 10.03.2026 15:03 Uhr