Enttäuscht: Farid Alfa-Ruprecht vom VfL Bochum im Spiel beim 1. FC Magdeburg.

Enttäuscht: Farid Alfa-Ruprecht vom VfL Bochum im Spiel beim 1. FC Magdeburg.

Der VfL Bochum ist zurück im Abstiegskampf

Stand:

Nach schwachem Saisonstart war der VfL Bochum auf dem Weg zu einem entspannten Saisonfinale. Jetzt wird es aber wieder kribbelig.

Von Lukas Thiele

Uwe Rösler lieferte wahrscheinlich ungewollt eine ganze Menge Symbolik mit. Nach jedem Gegentor bei der 1:4-Niederlage beim 1. FC Magdeburg drehte sich der Trainer des VfL Bochum zu seinen Co-Trainern um, die sich das Tor noch einmal auf dem Tablet angeschaut haben. Dabei lehnte Rösler so an der Trainerbank, als würde er seinen Kopf in Resignation in seinen Armen vergraben.

Aufgegeben hat der 57-Jährige natürlich nicht. Geärgert hat er sich dagegen schon. "Wir wollten kompakter stehen und dem FCM die Initiative überlassen. Wenn du nach sechs Minuten einen absolut vermeidbaren Gegentreffer bekommst, wird es sehr, sehr schwer", sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Rösler: "So kannst Du nicht verteidigen"

Als Magdeburgs Baris Atik dann kurz vor der Pause, zu einem laut Rösler "äußerst ungünstigen Zeitpunkt", das 2:0 erzielte, wurde es noch einmal schwerer für die Bochumer. Zwar kam der VfL nach der Pause noch einmal ran und durch Philipp Hofmann zum 1:2, Mateusz Zukowski schoss die Gastgeber per Doppelpack aber dann doch zum deutlichen Heimsieg. "So wie wir die Gegentore heute insgesamt bekommen haben, so kannst du nicht verteidigen", ärgerte sich Rösler.

Durch die Niederlage in Magdeburg sind die Bochumer endgültig wieder im Abstiegskampf der 2. Bundesliga angekommen. Zwar steht der VfL noch auf Rang zehn, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt aber nur noch vier Punkte.

Ein enttäuschter VfL-Trainer Uwe Rösler beim Spiel in Magdeburg.

Ein enttäuschter VfL-Trainer Uwe Rösler beim Spiel in Magdeburg.

Und auch der Trend spricht gegen den VfL, der aus den vergangenen acht Spielen nur einen Sieg geholt hat. Mit Holstein Kiel und nun Magdeburg haben die Bochumer zudem gegen zwei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf verloren.

Schwacher Saisonstart holt Bochum ein

Dabei steuerte Bochum eigentlich auf einen ruhigen Saisonendspurt zu. Noch vor zwei Spieltagen lag der VfL sieben Punkte vor der Abstiegszone und kletterte sogar in die obere Tabellenhälfte. Das war der Lohn dafür, dass der VfL nach dem Trainerwechsel von Dieter Hecking zu Uwe Rösler zwischenzeitlich zehn Spiele lang ungeschlagen blieb. Damals war Bochum noch die Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga.

Bochum rutscht doch nochmal in den Abstiegskampf

NRW-Sport 05.04.2026 01:00 Min. Verfügbar bis 04.04.2028 WDR Online

Doch nun holt der schwache Saisonstart mit nur einem Sieg und sieben Niederlagen aus den ersten acht Spielen wieder ein. "Es war ein Kraftakt, da rauszukommen. Das sieht man auch, dass man hier und da auf dem Zahnfleisch geht", sagte Torhüter Timo Horn nach der Niederlage in Magdeburg. "Dann geht es schnell, dass der Kopf anspringt, wir haben viele junge Spieler dabei."

Horn und Rösler nehmen Spieler in die Pflicht

Zwei Siege brauche der VfL noch, um den Klassenerhalt zu sichern, rechnete Horn vor. "Die Qualität dazu haben wir auch", sagte er. "Wir als Führungsspieler sind gefragt, dass wir alle wieder ins Boot holen und gegen Braunschweig eine ganz andere Leistung auf den Platz bringen."

Mit der Eintracht trifft der VfL am kommenden Sonntag auf den nächsten direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Verlieren die Bochumer auch dieses Spiel, würde die Abstiegszone noch einmal näher rücken.

Genau wie Horn nahm auch Rösler seine Spieler in die Pflicht: "Die Lösung liegt ausschließlich in der Kabine. Alle müssen sich in die gleiche Richtung pushen, damit wir die Punkte einfahren, die wir noch brauchen."

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz nach dem Spiel
  • Sportschau
  • Reviersport

Sendung: "Bochum rutscht doch nochmal in den Abstiegskampf", WDR.de, 05.04.2026, 13:32 Uhr

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