Maskottchen Jünter

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Borussia Mönchengladbach: Jubiläum zwischen Tradition und schwieriger Zukunft

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Borussia Mönchgladbach feiert sein 125-jähriges Bestehen. Der Klub vom Niederrhein fasziniert noch immer die Massen und hofft darauf, irgendwann an alte Erfolge anknüpfen zu können.

Von Jörg Strohschein

Manchmal beginnt die Vereinsliebe schon mit der Geburt. In Mönchengladbach ist das zumindest nicht die Ausnahme. Denn zu Ehren der altehrwürdigen Borussia von 1900 wurde im Krankenhaus in Stadtteil Neuwerk schon vor einigen Jahren eigens ein Kreißsaal eingerichtet, der ganz im Zeichen des örtlichen Traditionsklubs steht. Der Blick auf die Raute hat am Niederrhein magische Wirkung - auch für die Allerkleinsten.

125 Jahre gibt es die Gladbacher Borussia mittlerweile. Zeit, zu feiern. Zeit, um zurück zu blicken und noch einmal auf die großen Erfolge zu schauen. Aber auch eine Zeit, um Schritte in die Zukunft zu gestalten.

125 Jahre Borussia Mönchengladbach: Fohlen und Raute forever

Aktuelle Stunde 01.08.2025 12:00 Min. UT Verfügbar bis 01.08.2027 WDR Von Alexander Klein

Vorbei am FC Bayern

Die Borussia ist immer noch ein Klub, der die Region bewegt und an dem man nicht vorbeikommt. Ein Verein, der in den Herzen der vielen Fans tief verankert ist. Der von seinen ehemaligen Helden Günter Netzer, Jupp Heynckes, Berti Vogts, Lothar Matthäus oder auch Rainer Bonhof getragen wird - die auch allesamt dabei sein werden, wenn die Borussia am Wochenende mit insgesamt 150 geladenen Ex-Spielern und -Trainern auf den Verein anstoßen wird.

Es sind die großen und noch immer lebendigen Geschichten, vor allem aus den famosen 1970er Jahren, als die zu dieser Zeit geborenen "Fohlen" am damals schon großen FC Bayern vorbei gezogen waren.

Geschichten leben weiter

Günther Netzer lehnt an seinem Ferrari

Ex-Borussia-Spieler Günther Netzer zeigte gerne, was er hat.

Die Gladbacher Historie erzählt von spektakulärem Offensivfußball, von wehenden langen Haaren, von Ferrari-Fahrern, von Büchsen-Würfen und Selbsteinwechslungen, von bissigen Tigern und wechselwilligen Elfmeter-Fehlschützen, von Diskotheken-Eigentümern und auch einer gewissen Spießig- und Bodenständigkeit.

Von fünf deutschen Meisterschaften, von zwei UEFA-Pokalsiegen, von drei DFB-Pokalsiegen, vom Mythos Bökelberg, von der großen Rivalität mit dem 1.FC Köln und von so vielem mehr. Das alles fasziniert die Menschen bis heute. "Wir waren nie zufrieden“, erinnerte sich Heynckes vor ein paar Jahren an seine goldenen Spieler-Zeiten bei der Borussia.

Steter Kampf um Konkurrenzfähigkeit

Die ganz großen sportlichen Erfolge sind schon lange vorbei, dennoch hat sich der Klub rasant weiterentwickelt. 1999 hatte die Borussia noch 4500 Mitglieder, Mitte 2025 sind es 106500 - Tendenz steigend.

Aber wie so viele Traditionsklubs muss auch die Borussia mit den modernen (Fußball-) Zeiten umgehen, mit exorbitanten Ablösesummen und Gehältern. In einer wirtschaftlich wenig luxuriös ausgestatteten Region muss der Klub deshalb stets um seine Konkurrenzfähigkeit kämpfen und kreative Lösungen finden. Etwa über die Entwicklung von eigenen Talenten oder geschickten, finanziell darstellbaren Transfers.

Längerfristiges Wachstum

Rainer Bonhof

Präsident Rainer Bonhof ist in Sachen Borussia optimistisch.

"Die Gesamtsituation der Borussia mit so vielen Jahren der Bundesliga-Zugehörigkeit ist sensationell", sagt Bonhof, der seinem Klub als Präsident treu geblieben ist. Insgesamt vier Spielzeiten haben die Borussen in der 2. Bundesliga verbracht, mittlerweile hat sich die Borussia im Mittelmaß der Bundesliga etabliert. Der 73-Jährige verweist auf die ebenfalls traditionsreiche Konkurrenz in nordrhein-westfälischer Nähe: "Andere Vereine haben sich da schwerer getan."

Die Zufriedenheit über die jüngere Vergangenheit ist allerdings nicht überall so groß. Der Fluch des früheren großen Erfolgs, die große Sehnsucht nach Titeln, liegt stetig über der Borussia.

So werden immer wieder Töne aus dem Umfeld des Klubs laut, dass die Ambitionen der Borussia in den letzten Jahren nicht besonders ambitioniert gewesen seien. Bonhof möchte dieser These widersprechen und setzt auf längerfristiges Wachstum.

"Ich kann mir das schon vorstellen, dass wir mittelfristig wieder an das obere Tabellendrittel herankommen. Das wäre doch schon ein ambitioniertes Vorhaben", sagt der BMG-Präsident.

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