Essen profitiert von Verls Abwehrpatzer
03:46 Min.. Verfügbar bis 09.05.2028.
Für Rot-Weiss Essen hätte es keinen besseren Zeitpunkt gegeben, um die seit drei Spielen andauernde Niederlagenserie zu beenden. RWE setzte sich am Samstag mit 1:0 (0:0) gegen den SC Verl durch und darf weiterhin vom Aufstieg träumen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das durchaus auch anders hätte ausgehen können. Doch das wird den Essenern herzlich egal sein. Für Verl dagegen ruhen jetzt alle Hoffnungen auf dem Endspiel im Westfalenpokal.
Nervöser und zerfahrener Beginn
Es war das Duell der beiden besten Offensivabteilungen der Liga, doch davon war zunächst nicht viel zu sehen. Sowohl RWE als auch den Ostwestfalen war der Druck so kurz vor dem Saisonende anzumerken. Etwas geschmeidiger lief der Ball durch die Reihen der Gäste, die daraus aber keinerlei Torgefahr produzieren konnten. Auch weil Essen sehr tief stand und sich kaum mal über die Mittellinie wagte.
So dauerte es 22 Minuten, ehe eine erste nennenswerte Torszene notiert werden konnte: Lucas Brumme brachte einen Freistoß mit viel Schnitt in Richtung Tor und zwang Philipp Schulze zum Eingreifen. Der Verler Keeper ging auf Nummer sicher und lenkte den Ball über die Latte. Auf der anderen Seite testete Marco Wörner aus zehn Metern Jakob Golz - aber auch der Essener Schlussmann hielt seinen Kasten sauber.
Kaum offensive Akzente auf beiden Seiten
Auch nach einer halben Stunde war es noch ein äußerst zähes Spiel. Für die wenigen starken Aktionen sorgte auf Seiten der Essener vor allem Jannik Hofmann, der die Bälle klug verteilte. Doch erst verpasste Jaka Cuber Potocnik die Hereingabe knapp, kurz danach jagte Essens Ramien Safi den Ball klar über den Kasten.
Der SC Verl lauerte auf schnelle Umschaltaktionen, die sich in den Schlussminuten der ersten Hälfte aber kaum mehr ergaben. Dementsprechend hatte RWE zwar mehr Ballbesitz, insgesamt ging es aber mit einem leistungsgerechten Remis in die Pause.
Verl drängt, Essen trifft
Der SC Verl schien sich für den zweiten Durchgang einiges vorgenommen zu haben, denn sie gaben schon nach 30 Sekunden den ersten Torschuss ab. Jonas Arweiler fackelte nicht lange und schloss aus der Drehung ab. Golz war da und klärte mit einer sehenswerten Flugeinlage.
In der 50. Minute fiel das Tor dann aber doch noch - allerdings nicht für Verl sondern für RWE. Die Hausherren profitierten dabei von einem kapitalen Aufbaufehler der Ostwestfalen, die rund drei Meter vor dem eigenen Sechzehner den Ball an Gianluca Swajkowski verloren. Der jagte das Spielgerät im Anschluss aus 16 Metern trocken ins linke Eck.
Sicherheit gab den Essenern diese Führung aber nicht. Im Gegenteil: Der SC Verl drängte auf eine schnelle Antwort, fand diese aber nicht. Denn auch wenn nach vorne bei RWE nicht mehr viel ging, defensiv stand die Mannschaft von Uwe Koschinat sicher.
Pfosten rettet für RWE
Zumindest bis zur 74. Minute, da wäre um ein Haar der Ausgleich gefallen. Berkan Taz fasste sich ein Herz und zog einfach mal ab. Mit einer Glanzparade konnte Golz den Ball noch an den Pfosten lenken, von wo aus er ins Tor-Aus sprang.
Angetrieben vom starken Taz marschierten die Gäste weiter. Sie waren seit geraumer Zeit deutlich aktiver als die Hausherren. RWE aber kämpfte allen Krämpfen zum Trotz und brachte den Sieg irgendwie über die Zeit. Dass die drei Punkte am Ende etwas glücklich waren, wird den Essenern vollkommen egal sein. Sie wahren dadurch die Chance auf den Aufstieg, auch wenn die Ausgangslage als Vierter nicht die beste ist.
Weil auch Cottbus sein Spiel gewann, hat Essen zwei Punkte Rückstand auf den direkten Aufstiegsplatz. Duisburg ist nach der Nullnummer am Freitag weiter dritter, allerdings nur dank des besseren Torverhältnisses. RWE muss am letzten Spieltag bei den bereits abgestiegenen Ulmern ran, Duisburg empängt Viktoria Köln. Cottbus könnte in Regensburg bereits ein Punkt reichen, um sich Platz zwei zu sichern.
Verl: Letzte Hoffnung Westfalenpokal
Verl dagegen muss nicht nur sämtliche Aufstiegsträume begraben, sondern auch die Chance auf Platz vier, der zum Start im DFB-Pokal berechtigt. Da zumindest haben die Ostwestfalen aber noch Hoffnung, da sie im Finale des Westfalenpokals stehen. Gewinnen sie diesen, beenden sie diese lange Zeit so starke Saison zumindest mit der Qualifikation für den DFB-Pokal.
Unsere Quellen:
- Drittliga-Spiel Rot-Weiss Essen gegen SC Verl am 09.05.2026 (Live-Übertragung im WDR und auf MagentaSport)
Sendung: "Essen hält gegen Verl die Aufstiegsträume am Leben", WDR.de, 09.05.2026, 16:20 Uhr