Lex-Tyger Lobinger

Lex-Tyger Lobinger - Duisburgs Trumpf im zweiten Anlauf

Stand:

Der MSV Duisburg hat beste Karten im Aufstiegskampf der Dritten Liga. Entscheidend kann ein Winter-Zugang von Viktoria Köln werden.

Die Spieler des MSV Duisburg wussten am Sonntag (08.02.2026) nach dem 4:2-Sieg im Topspiel gegen den SC Verl ganz genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Beinahe geschlossen fielen sie Lex-Tyger Lobinger um den Hals, der ihnen nach seiner Auswechslung in dicker Winterjacke auf dem Platz entgegengelaufen kam. Zwei Treffer waren dem 26-Jährigen gelungen, vier Tore hat er seit seinem Winter-Wechsel von Viktoria Köln zum MSV Duisburg jetzt schon für seinen neuen Verein erzielt.

Die Fans hatten dementsprechend ein wenig den Atem angehalten, als Lobinger Mitte der zweiten Hälfte angeschlagen ausgewechselt wurde. Entwarnung gab es aber gleich nach Spielschluss. "Es ist nichts Gravierendes bei Tyger", machte Trainer Dietmar Hirsch klar. Der Coach selbst pustete nach dem dramatischen Topspiel erst einmal kräftig durch: "Das war das anstrengendste Spiel meiner Trainerkarriere", gab er preis.

"Schön, dass es geklappt hat"

Hirsch zeigte sich schon glücklich, als der Winter-Wechsel von Lobinger in trockenen Tüchern war: "Tyger ist ein großer, wuchtiger Stürmer, der seine Qualitäten in den vergangenen eineinhalb Jahren konstant unter Beweis gestellt hat. Wir bemühen uns schon sehr lange um ihn, umso schöner, dass es jetzt geklappt hat", sagte er damals.

Lex-Tyger Lobinger (l.) und Said El Mala (r.) im Trikot von Viktoria Köln

Neun Tore waren dem wuchtigen Stürmer mit Gardemaß (1,92 Meter) in der Hinrunde für Viktoria Köln gelungen - ein echter Torjäger. Eine Rolle, die Lobinger bereits in der letzten Saison innehatte. Damals standen nach 37 Einsätzen 15 Tore auf seinem Konto. Entsprechend sollen gleich mehrere Klubs ihr Interesse bekundet haben, doch die Viktoria um Sportvorstand Franz Wunderlich hatte ihr Veto eingelegt.

Herber Verlust für Viktoria Köln

Dass es ein halbes Jahr später grünes Licht gab, dürfte mit der Tatsache zusammenhängen, dass Lobingers Vertrag zum Ende der Saison auslief. Sein Wechsel war natürlich ein herber Verlust für die Kölner - für Lobinger war aber klar, dass er dem Werben des MSV nachgeben musste. Ein Detail wirkte zusätzlich als Entscheidungshilfe: das direkte Duell im Sportpark Höhenberg (0:0) vor der Winterpause. "Da habe ich die Wucht des MSV gespürt", erinnert sich Lobinger.

Der Schritt vom eher beschaulichen Umfeld zum großen Traditionsverein ist für den gebürtigen Bonner bewusst gewählt. "So eine Kulisse kann ein Spiel beflügeln - in beide Richtungen. Es macht einfach Spaß, vor vielen Fans zu spielen und ihnen etwas zurückzugeben."

Duisburg mit formstarkem Lobinger vor Duell in Wiesbaden

NRW-Sport 10.02.2026 02:00 Min. Verfügbar bis 10.02.2028 WDR Online Von Mara Thellmann

Weit gereist, viel gewechselt

Lex-Tyger Lobinger

Lobinger wurde in Bonn geboren und lernte dort das Fußballspielen. Nach Ausbildungsjahren in Leipzig, wo sein Vater - der 2023 nach langer schwerer Krankheit verstorbene, frühere Weltklasse-Stabhochspringer Tim Lobinger - als Athletiktrainer arbeitete, kam er über 1860 München und Wattenscheid 09 zur zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.

Am Rhein profilierte er sich in der Regionalliga als Angreifer (20 Tore in 44 Spielen) und rückte im Sommer 2021 in den Zweitliga-Kader auf. Im Sommer 2022 wechselte Lobinger von Düsseldorf zum Zweitliga-Aufsteiger nach Kaiserslautern, wo er mit seinem 1:1-Ausgleichstreffer vor 10.000 mitgereisten FCK-Fans beim Hamburger SV im Oktober 2022 ein großes Highlight beisteuerte.

Ziel: Zweite Liga

Längerfristig konnte er sich jedoch nicht durchsetzen und hatte zu keinem Zeitpunkt einen Stammplatz inne. In der Rückrunde 2023/24 wurde er - ebenfalls erfolglos - an den späteren Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück ausgeliehen. Im nachfolgenden Sommer wurde Tyger Lobinger beim FCK endgültig aussortiert und wechselte in die 3. Liga zu Viktoria Köln.

Jetzt also MSV Duisburg. Mit den Zebras möchte Lobinger den Sprung in die Zweite Liga schaffen. Wo er selbst ja schon einmal war. Am kommenden Samstag, geht's aber erst einmal zum SV Wehen Wiesbaden. Einem gefährlichen Gegner, der ebenfalls einen guten Lauf hat. Ein erneuter Lobinger-Treffer würde auch dort auf jeden Fall weiterhelfen.

Unsere Quellen:

  • Spiel MSV Duisburg gegen SC Verl am 8. Februar 2026
  • Homepage MSV Duisburg
  • Autor

Sendung: WDR.de, "Duisburg mit formstarkem Lobinger vor Duell in Wiesbaden", 10.2.2026, 13:30 Uhr

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