Der Vorwurf: Marc Lorenz soll in seiner Zeit als Spieler und Kapitän von Preußen Münster Spenden in Höhe von über 54.000 Euro gesammelt und das Geld erst mal für sich behalten haben.
Die Ermittler sprechen vom Verdacht eines gewerbsmäßigen Betrugs. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, insgesamt zehn Spendenaktionen zu wohltätigen Zwecken organisiert und dafür Geldbeträge gesammelt zu haben, ohne diese Spenden entsprechend weitergeleitet zu haben.
Spendenaktionen für "Clinic Clowns"
Dabei soll es sich insbesondere um Spendenaktionen für die "Clinic Clowns" am Universitätsklinikum Münster gehandelt haben; in einem Fall zugunsten einer Familie, deren erst wenige Monate altes Kind verstorben war. Der Fußballer bestreitet das.
Der Ex-Kapitän hatte über seinen Verteidiger bereits bestritten, eine Straftat begangen zu haben. Er habe die Spendenerlöse wegen privater Schwierigkeiten lediglich verzögert weitergeleitet; die späteren Zahlungen stünden einer Betrugsstrafbarkeit entgegen.
Lorenz hatte das Geld nachträglich überwiesen
Die Staatsanwaltschaft bewertet das anders. Demnach hatte der Fußballer die Geldbeträge an die Familie des verstorbenen Kindes sowie an das Universitätsklinikum und an zwei gemeinnützige Einrichtungen zwar später überwiesen, für die strafrechtliche Bewertung sei diese Wiedergutmachung aber unerheblich. Für Lorenz gilt die Unschuldsvermutung. Von Lorenz' Anwalt ist zurzeit keine Stellungnahme möglich, weil dieser aktuell verreist ist.
Verein hatte Ex-Kapitän fristlos gekündigt
Wegen des Verdachts hatte der Verein Preußen Münster seinem Spieler bereits fristlos gekündigt. Spieler und Verein hatten sich im Anschluss außergerichtlich geeinigt. Mit der Anklage gibt es jetzt möglicherweise aber auch ein juristisches Nachspiel für den ehemaligen Profifußballer aus Münster. Das Amtsgericht muss jetzt noch über eine Anklage entscheiden.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Münster
- Anfrage beim Anwalt von Marc Lorenz
- WDR-Berichterstattung
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 01.04.2026, 15.31 Uhr