Träumen ist ja bekanntlich immer erlaubt. Egal, ob der Traum realistisch ist, oder nicht. Ob Lars Gindorf jemals für den FC Barcelona spielen wird, ist zumindest mindestens fraglich. "Das wäre schon so ein Kindheitstraum", sagte der 24-Jährige im Gespräch mit dem WDR. "Einfach dort zu leben und dort zu spielen. Gutes Wetter, ein schönes Leben drumherum, das sagt mir schon sehr zu."
Ein bisschen Zeit hat Gindorf noch, seinen Kindheitstraum zu verwirklichen. In der Gegenwart ist der gebürtige Saarländer aber noch Stürmer von Alemannia Aachen und tritt am Freitag im Topspiel der 3. Liga am Aachener Tivoli gegen den MSV Duisburg an. "Da ist schon extreme Vorfreude da, jetzt, da das Stadion auch ausverkauft ist", meinte Gindorf. "Ich denke, dass es auf beiden Seiten viele Chancen geben wird. Für Duisburg geht es um einiges, die kommen mit viel Power, mit eigenen Fans im Rücken und deswegen denke ich, da wird gut was los sein."
Duisburg und Aachen sind im Flow
Rund 6.000 Duisburger Fans werden den MSV auf den Tivoli begleiten. Die Zebras kämpfen noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Vier Spieltage vor Ende stehen die Duisburger mit 63 Punkten auf Rang vier, punktgleich mit dem Dritten Energie Cottbus und einen Punkt hinter Rot-Weiss Essen auf dem ersten Aufstiegsrang. "Wir sind gut drauf, wir sind im Flow", sagte MSV-Trainer Dietmar Hirsch vor der Partie.
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Im Flow ist aber auch Alemannia Aachen - und wie! Seit acht Spielen ist die Alemannia ungeschlagen, sieben Partien wurden davon sogar gewonnen. Mit 33 Punkten holten die Aachener in der Rückrunde sogar vier Punkte mehr als der MSV und stehen in der Rückrundentabelle auf Rang zwei.
Alemannia unter Selimbegovic stabilisiert
In dieser Form wäre die Alemannia ein absoluter Aufstiegskandidat. Wäre...denn da war ja auch noch eine Hinrunde und die hat der TSV mit nur 21 Punkten auf Rang 17, einem Abstiegsplatz abgeschlossen. Schon im Oktober hatte sich der Verein von Trainer Benedetto Muzzicato getrennt. Seit Anfang November betreut nun Mersad Selimbegovic das Team.
Und unter dem 43-Jährigen hat sich die Alemannia Stück für Stück nach oben gerarbeitet. "Wir spielen mit einer höheren Intensität, haben den Fokus mehr auf die Defensive gelegt und sind natürlich auch fußballerisch immer besser geworden", sagte Stürmer Gindorf. "Wir wollten die einfachen Dinge gut machen, mussten uns erst einmal Punkte und Selbstvertrauen zurückholen und das ist uns sehr gut gelungen."
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So soll es nun auch gegen den MSV weitergehen: "Wir müssen nicht viel verändern im Vergleich zu den letzten Wochen. Es hat geklappt, egal wer der Gegner war", sagte Gindorf. "Wir wollen genauso rangehen, mit einer guten Aggressivität und mit einer sehr hohen Intensität, gerade gegen Duisburg."
Gindorf ist Top-Torjäger der 3. Liga
Dass es bei der Alemannia so gut läuft ist auch fest mit der Personalie Lars Gindorf verknüpft. Mit 22 Toren ist der 24-Jährige der Top-Torjäger der 3. Liga. "Das fühlt sich natürlich gut an. Im besten Fall kommen am Freitag noch ein, zwei Tore hinzu", sagte Gindorf, der auch seinen persönlichen Lauf genießt. "Das spielt natürlich auch eine Rolle für den normalen Alltag. Wenn es im Fußball gut läuft, hat man natürlich immer gute Laune und dann macht das Leben drumherum auch Spaß."
Mit Mika Schroers hat Gindorf auch einen kongenialen Partner an seiner Seite. Schroers hat bereits 18 Tore in dieser Saison erzielt. Gemeinsam sind die beiden also für 40 von 63 Aachener Saisontoren verantwortlich. "Alleine geht es sowieso nicht, auch zu zweit ist es schwer. Da gehört immer eine gesamte Mannschaft dazu", zeigte sich Gindorf uneitel. "Aber wir verstehen uns auf dem Platz sehr gut, neben dem Platz sehr gut. Es harmoniert einfach."
Gindorf nur ausgeliehen
Das Problem für die Alemannia: Gindorf ist nur ausgeliehen. Bis 2027 steht er noch bei Hannover 96 unter Vertrag.
Zu seiner Zukunft kann und möchte Gindorf aktuell noch nichts sagen. "Stand jetzt bin ich im Sommer wieder in Hannover", meinte er. Sein Ziel sei jedoch, irgendwann einmal in der Bundesliga zu spielen: "Das wäre natürlich das absolute Highlight und da werde ich auch alles für tun. Das ist ein Ziel, was man sich natürlich selber auch stecken sollte."
Und wer weiß, vielleicht klappt es ja noch mit dem FC Barcelona.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Lars Gindorf von Alemannia Aachen
- Sportschau
Sendung: "Aachen empfängt Duisburg auf ausverkauftem Tivoli", WDR.de, 23.04.2026, 20:54 Uhr