Verschnaufpausen sind im Spitzensport eigentlich gern gesehen, birgen aber auch ein gewisses Risiko. Als die Krefeld Pinguine am Mittwochabend zum Auftakt der Playoffs in der DEL2 den EV Landshut empfingen, war das letzte Spiel des KEV bereits zehn Tage her.
"Wir erleben das immer wieder nach der Deutschland-Cup-Pause nach zehn, zwölf Tagen Pause. Dann kommst Du rein und bist einfach nicht in diesem Rhythmus", erklärte Pinguine-Coach Thomas Popiesch am Donnerstag das Dilemma. "Du kannst trainieren wie du willst, du kannst machen was du willst, Du wirst diesen Wettkampfmodus nicht simulieren können. Jetzt kommt es nur darauf an, dass man sich gut darauf einstellt, dass in den ersten Wechseln vielleicht nicht alles top klappt."
Pinguine das beste Hauptrunden-Team
Popiesch rechnete also mit einem eher holprigen Start in die wichtigste Phase der Saison. Zumindest vom Ergebnis, lief es aber schon ganz ordentlich für sein Team. Krefeld gewann Spiel eins der Serie letztlich klar mit 4:1 (0:1, 2:0, 2:0). Im weiteren Verlauf dürften die frischeren Pinguin-Beine sogar noch mehr zum Vorteil werden. Und diesen Vorteil hat sich der KEV über die 52 Hauptrunden-Spiele redlich verdient.
114 Punkte, 39 Siege, beste Offensive und beste Defensive der Liga: Die nackten Zahlen verdeutlichen, wie überlegen der KEV in dieser Saison aufgetreten ist. Gut strukturiert und mit viel Scheibenbesitz haben die Pinguine ihre Gegner teilweise dominiert und sich so souverän den Hauptrundentitel gesichert. "Wir haben als erstes Etappenziel die Hauptrundenmeisterschaft für uns intern als Ziel vorgegeben. Das haben wir geschafft", sagte Geschäftsführer Peer Schopp.
Titel und Aufstieg als Ziel
Doch da soll der Weg laut Schopp aber nicht enden: "Wir wollen ins Finale und wollen den Titel gewinnen", sagte er. "Ich erwarte von unserem Team, dass wir unser bestes Eishockey spielen und dann wird man sehen, wofür das reichen wird."
Der Erfolg ist Ergebnis eines radikalen Umbruchs nach dem verpassten Aufstieg 2024/25, als der Klub den Kader tiefgreifend veränderte. Heute steht eine Mannschaft auf dem Eis, die in der Breite stark genug ist, Ausfälle zu kompensieren, und in der Spitze mit Max Newton den DEL2-Topscorer sowie mit Davis Vandane den Verteidiger des Jahres verfügt. "Wir haben einen sehr tief besetzten Kader, einen überragenden Trainer, der es geschafft hat, sein System durchzusetzen, wodurch wir in den meisten Spielen dominant agiert haben", beschreibt Schopp.
Landshut nach Schwächephase rehabilitiert
Mit Landshut haben es die Pinguine in der ersten Playoff-Runde mit einem kniffligen Gegner zu tun. Die Hauptrunde beendeten die Bayern, die von Ex-Haie-Coach Uwe Krupp trainiert werden, auf Rang acht. Über weite Teile der Saison rangierte der EVL aber unter den Top sechs. Eine Schwächephase gegen Ende der Saison katapultierte die Landshuter aber noch aus den direkten Playoff-Plätzen.
Dass diese Phase vorbei ist, ist in den Pre-Playoffs mehr als deutlich geworden. Mit 4:1 und 7:3 ließ der EVL der Düsseldorfer EG keine Chance. Aber die Pinguine sind sowieso gewarnt, denn in den Hauptrunden-Duellen gegen Landshut gab es neben zwei Siegen auch zwei Niederlagen. "Die Serie wird eng, da bin ich überzeugt. Wir spielen gegen eine sehr gute Mannschaft", sagte KEV-Trainer Popiesch.
Dass die Best-of-Seven-Serie nach vier Spielen zu Ende sein wird, ist also unwahrscheinlich. Gut, dass die Pinguine vorher noch einmal durchschnaufen konnten.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz der Krefeld Pinguine vom 17.03.2026
- Website der DEL2
Sendung: "Krefelder Pinguine in den Playoffs gefordert", WDR.de, 17.03.2026, 21:02 Uhr