Die Spieler der Kölner Haie feiern am 25.01.2026 das Aufstellen eines neuen Sieg-Rekords in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).
In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wurde am Dienstag zum letzten Mal das Eis aufbereitet, ehe es für die 14 Vereine in eine fast vierwöchige Olympia-Pause geht. In den Endspurt der Hauptrunde geht es dann ab dem 25. Februar mit noch acht Spieltagen bis zu den Playoffs.
Olympia-Teilnahme von vier Haien eine "große Ehre"
Auf den ersten Blick kommt so eine lange Pause gerade für die Kölner Haie zur Unzeit. Seit Sonntag ist der DEL-Spitzenreiter mit 16 Siegen in Serie alleiniger Rekordhalter der Liga. Andererseits sagt Sportdirektor Matthias Baldys am Montag auf WDR-Anfrage, dass dieser Rekord "intern keine große Rolle" spiele. Man schaue nur von Spiel zu Spiel - damit sei man in den vergangenen Wochen gut gefahren.
Kölns Moritz Müller.
Eine Pause mitten in der Saison sei ungewohnt, aber biete auch Chancen: "Wir wollen aus der Situation das Beste machen und die Pause gut nutzen – sowohl zum Regenerieren als auch zum Einstimmen auf die abschließende Phase der Hauptrunde", so Baldys. Verzichten müssen die Haie bei Regeneration und Einstimmung auf ihre Olympia-Fahrer Moritz Müller, Parker Tuomie (beide im DEB-Kader) sowie Patrick Russell und Frederik Storm (beide für Dänemark nominiert), was Baldys als "große Ehre für die vier Jungs" und auch für den Club betrachtet.
Die Olympischen Spiele sind mit das Größte, was man als Sportler erreichen kann. Matthias Baldys, Sportdirektor der Kölner Haie
Diese Ehre bringt das Quartett indes um "wohl verdiente freie Tage", die ihr Club allen übrigen Spielern erst mal gönnt. Wie lange die vier Haie-Coach Kari Jalonen fehlen, hängt vom Verlauf des olympischen Turniers ab, aber wichtiger als eine frühe Rückkehr ist den Kölnern eine Rückkehr mit breiter Brust. In den Playoffs brauchen die Kölner selbstbewusste Spieler auf dem Eis, damit sich ein Final-Debakel wie in der vergangenen Saison nicht wiederholt. Da verloren die Rheinländer in der "Best of seven"-Serie gegen die Eisbären Berlin mit 1:4, wobei es in den drei abschließenden Partien jeweils 0:7-Klatschen gab.
Trotz dieser deutlichen Ergebnisse habe man "wichtige Erfahrungen" gesammelt, die in dieser Spielzeit helfen sollen, sagt Baldys. Sie sollen greifen, wenn in den Playoffs "gefühlt ein neuer Wettbewerb" beginnt: "Ab dem Start der Playoffs zählt die Hauptrunde nicht mehr. Jedes Team hat in den Playoffs die neuen, gleichen Chancen." Daher spielt der aktuelle DEL-Rekord bei den Haien intern auch keine große Rolle.
Iserlohn will Playoff-Eishockey an den Seilersee holen
Andreas Jenike, Torhüter der Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).
Das mit den "gleichen Chancen" dürften die Verantwortlichen bei den Iserlohn Roosters gerne hören, allerdings sind die Sauerländer aktuell elf Punkte von Rang zehn und damit der Teilnahme an den Pre-Playoffs entfernt. Davon ab sieht man die olympische Auszeit genau wie in Köln "als Chance": "Es geht in der Zeit um die Detailarbeit im Training, solche Kleinigkeiten können letztlich entscheidend sein", sagt Vereinssprecher Felix Dötsch auf WDR-Anfrage.
Der Mannschaft tut ein bisschen Pause sicherlich noch einmal gut. Felix Dötsch, Vereinssprecher der Iserlohn Roosters
Man wolle "unbedingt wieder Playoff-Eishockey an den Seilersee" bringen, so Dötsch. Für den dafür nötigen Feinschliff steht der Mannschaft von Trainer Stefan Nyman ab Mittwoch abzüglich einer Woche Urlaub immer noch genug Zeit zur Verfügung. Im Saisonendspurt bekommen es die Iserlohner unter anderem mit der direkten Playoff-Konkurrenz aus Schwenningen und Augsburg zu tun: "Die Chance ist da, und wir wollen sie nutzen", sagt Dötsch.
Daniel Fischbuch von den Iserlohn Roosters.
Dass in der Vorbereitung dafür mit Daniel Fischbuch, der im Trainingskader des DEB steht, und Mattias Lassen, der bei den Olympischen Spielen in Italien für Dänemark spielt, zwei Spieler zumindest nicht die ganze Zeit dabei sein werden - sieht man in Iserlohn ähnlich wie in Köln positiv: "Beide Jungs werden auch für das Team wertvolle Erfahrungen sammeln und bleiben hoffentlich gesund, damit wir gemeinsam davon profitieren können."
Haie und Roosters sammeln Matchpraxis
Aber völlig unabhängig vom Playoff-Traum sind die Sauerländer nach zwei schweren Jahren, wo sie sehr lange um den Klassenerhalt bangen mussten, froh, mit ihren aktuell 23 Punkten Vorsprung vor Dresden auf der sicheren Seite zu sein: "Insbesondere die Planungen für die kommende Saison gestalten sich deutlich einfacher, wenn man realistischerweise damit planen kann, in der kommenden Saison auch in der DEL zu spielen", sagt Dötsch.
Sowohl die Haie als auch die Roosters haben vor der Wiederaufnahme der Saison neben dem Training auf dem Eis etwas Matchpraxis eingeplant. Die Kölner fahren für fünf Tage nach Pardubice (Tschechien), wo sie an einem hochklassig besetzten Turnier teilnehmen, und die Sauerländer haben für den 20. Februar ein Testspiel in Bremerhaven vereinbart.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Matthias Baldys, Sportdirektor der Kölner Haie
- WDR-Gespräch mit Felix Dötsch, Sprecher der Iserlohn Roosters
Sendung: WDR.de, Sendung "Olympia-Pause - Kein Problem für die NRW-Klubs", 26.01.2026, 18:59 Uhr