Es war ein sehr versöhnlicher Abschluss der DEL-Saison 2025/26 für die Iserlohn Roosters. Mit 5:3 schlugen die Sauerländer am letzten Spieltag der Hauptrunde den ERC Ingolstadt und sorgten somit noch einmal für ein kleines Ausrufezeichen. Sportlich war dieser Sieg aber nichts mehr wert. Schon früh war klar, dass die Iserlohn Roosters mit den Playoffs nichts zu tun haben werden, mit dem Abstieg aber ebenso wenig.
Mit 58 Punkten fuhren die Roosters am Saisonende auf einem unspektakulären zwölften Rang ein. Und damit haben die Sauerländer ihr Soll voll erfüllt. "Wir haben das abgeliefert, was wir uns vorgenommen haben", sagte Roosters Sportdirektor Franz-David Fritzmeier im Gespräch mit dem WDR. "Wir wollten einen neuen Weg einschlagen. Wir wussten, dass die Aufgabe groß ist. Jetzt im Nachhinein war sie wahrscheinlich noch größer, als wir gedacht haben. Aber wir wollten zu unserem Wort stehen."
Erste Saison ohne Trainerwechsel seit 2018
Dieser neue Weg ist der Weg der Kontinuität. Denn Kontinuität und Ruhe hat es in Iserlohn in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Acht Mal haben die Roosters in den vergangenen acht Jahren den Trainer gewechselt. Und dass ohne großen Erfolg, denn die Abstiegsgefahr war fast jedes Jahr groß. Im Februar 2025 musste sogar Fritzmeier selbst noch einmal als Interimstrainer hinter die Bande, um den Absturz in die DEL2 zu verhindern.
Franz-David Fritzmeier - "Haben das geliefert, was wir vorausgesagt haben"
01:04 Min.. Verfügbar bis 19.03.2027.
Seit dem Beginn der nun abgelaufenen Saison ist der Schwede Stefan Nyman der Headcoach der Roosters - und wird das auch in der kommenden Saison sein. "Seit Langem gehen wir das erste Mal mit dem gleichen Trainer, kompletten Trainerteam in die neue Saison", sagte Fritzmeier. "Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der Arbeit der Trainer. Wir wollten den Weg, den wir gegangen sind, durchziehen. Wir haben uns nie aus der Ruhe bringen lassen."
Starkes letztes Saisondrittel
Dabei gab es in der abgelaufenen Saison durchaus Gründe, den Weg zu überdenken. Nach nur zwei Siegen aus den ersten zehn Spielen fanden sich die Roosters schnell auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Kurz vor Weihnachten folgte eine weitere Schwächephase. Doch Nyman schaffte die Wende. Im letzten Saisondrittel performten die Roosters wie ein Top-Sechs-Team und mussten sich letztlich keine Gedanken mehr über einen möglichen Abstieg machen. "Wir haben uns vor der Saison einen Plan gemacht und jetzt sind natürlich alle ein Jahr weiter", so Fritzmeier.
Der neue Weg soll auch in den kommenden Jahren weitergehen: "Wir wussten, dass es kein Sprint ist, sondern ein Marathon, der jetzt nicht beendet ist, sondern der noch lange weitergehen wird. Wir wollen konstant bleiben, in dem was wir tun, in dem, was wir sagen und in dem, wie wir arbeiten", sagte Fritzmeier.
Kader-Achse soll erhalten bleiben
Kontinuität soll es auch im Kader geben. Zwar werden mit Kapitän und Top-Scorer Daniel Fischbuch sowie mit Eric Cornell und Taro Jentzsch drei verdiente Spieler den Verein verlassen, ein Kern soll aber zusammenbleiben. "Wir wollen eine stabile Basis halten und uns an der Spitze gezielt verstärken", kündigt Fritzmeier an. Der Fokus soll dabei vor allem auf entwicklungsfähigen Spielern liegen, die in Iserlohn den nächsten Karriereschritt gehen sollen. "Wir haben jetzt auch nichts gegen erfahrene Veteranen, aber die sollen uns auf dem Weg helfen und nicht das als letzte Ausfahrt hier sehen."
Sportdirektor Fritzmeier - "Basis gelegt, die wir haben wollten
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Kleinster Etat der Liga
Von konkreten Tabellenplatzierungen, oder sogar den Playoffs als Ziel, hält Fritzmeier nichts. "Wir haben wahrscheinlich den niedrigsten Etat der Liga. Das ist einfach die Wahrheit", erklärte er die Gründe. "Wir sind mehr oder weniger mit Frankfurt, glaube ich, der einzige Klub in der Liga, der noch ein sehr altes Stadion hat. So kultig und so cool das ist, sind die Einnahmemöglichkeiten natürlich begrenzt. Wir haben wahrscheinlich die beste Stimmung der Liga, aber finanziell gesehen ist es für den Club eine Herausforderung, Jahr für Jahr in dieser Liga zu spielen."
Das klappt nun aber bereits seit 27 Jahren. Und zum zweiten Mal in Folge haben die Iserlohner in der abgelaufenen Saison ihren eigenen Zuschauerrekord gebrochen. 4.678 Fans kamen im Schnitt pro Spiel in die Eissporthalle. "Wir haben eine wirklich gute Basis gelegt, auf der wir hoffentlich aufbauen können."
Der Iserlohner Marathon geht also weiter - mit Kontinuität als Kapital.
Unsere Quellen:
- Interview mit Franz-David Fritzmeier
- Website der DEL
- Website der Iserlohn Roosters
Sendung: "Der neue Weg der Iserlohn Roosters", WDR.de, 19.03.2026, 22:44