Mit zwei Niederlagen im Gepäck ging es für die Telekom Baskets Bonn in der Nacht von Montag auf Dienstag zurück ins Rheinland. Denn auch das zweite Spiel der Halbfinal-Serie verloren die Bonner beim Titelverteidiger aus München. Beim 69:91 (27:50) aus Bonner Sicht kassierte das Team von Trainer Marko Stankovic bei einer Münchener Machtdemonstration eine deutliche Niederlage und einen weiteren Rückschlag.
Knappe Niederlage steckt noch in den Köpfen
Noch am Samstag hatte Bonn die Überraschung denkbar knapp verpasst, nachdem man Spiel eins über weite Strecken dominiert hatte und erst im vierten Viertel zusammengebrochen war.
Diese Enttäuschung, den Sieg nicht über die Ziellinie gebracht zu haben, steckte auch am Montag im zweiten Spiel noch in den Köpfen. "Die Enttäuschung war groß, weil wir sehr viel Energie und Kraft nach einer sehr, sehr anstrengenden Serie gegen Würzburg in das Spiel investiert haben", sagt Bonns Sportdirektor Savo Milovic im Gespräch mit dem WDR: "Wir haben geglaubt, wir haben uns nicht versteckt. Wir sind gegen die beste Mannschaft in Deutschland selbstbewusst angetreten."
Kein Mut, kein Elan, keine Entschlossenheit
Von diesem Glauben an sich selbst war am Montag nicht mehr viel zu sehen. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte Bonn eine der schwächsten Leistungen der vergangenen Wochen, erzielte nur 27 Punkte und ließ 50 Punkte zu.
"Nicht das Ergebnis der ersten Halbzeit war das, was uns so ein bisschen geärgert hat, sondern eher dieser Kampf um die Identität", sagt Milovic, der einen Gegner gesehen hat, "der das mehr wollte. Die Bayern sind aggressiver, fokussierter aufs Feld gekommen. Und das darf uns nicht passieren".
Bonn ohne Point Guard Murphy
Den Baskets fehlte über die gesamten 40 Minuten ein Leader, der auch in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidung trifft. Mit Aufbauspieler Grayson Murphy musste ausgerechnet der Spieler verletzt pausieren, der zuletzt genau diese Rolle übernahm. "Wir haben uns das ganze Jahr mit dieser Philosophie identifiziert, dass wenn einer ausfällt, dann springt der Nächste an", sagt Milovic.
Murphy wurde am Montag von Zac Cooks ersetzt, der seinen letzten Einsatz wiederum Mitte April hatte. Der Sommerneuzugang hatte in der ersten Halbzeit keinen Zugriff aufs Spiel und ließ zu selten sein Können aufblitzen.
Bonns letzte Chance am Donnerstag
Auch wenn Bonn zwischenzeitlich auf bis zu 14 Punkten herankam, hatte Bayern München immer eine Antwort parat und das Spiel zu jeder Zeit im Griff. Die letzte Chance, noch einmal in die Serie zu kommen und sich ein zweites Heimspiel zu erspielen, hat Bonn in Spiel drei am Donnerstag (18:30 Uhr).
"Das ist ein Do-or-Die-Spiel. Das sind die Spiele, die wir am liebsten haben, wo wir schon mehrmals gezeigt haben, dass wir das können. Wichtig für uns ist, uns nicht zu verstecken", sagt Milovic, der dabei auch auf die Unterstützung der 6.000 Bonner Fans baut. "Wir werden in einem brennenden Telekom-Dom alles dafür geben, diese Serie noch zu verlängern."
Neben Murphy bangt Bonn auch um Michael Kessens, der 2023 gemeinsam mit Bonn die Champions League gewann. Der 35 Jahre alte Center war bereits am Samstag umgeknickt, biss am Montag erst auf die Zähne und musste dann die zweite Halbzeit von der Bank aus verfolgen. "Wir schonen ihn zwei Tage lang und hoffen, dass er am Donnerstag wieder dabei ist", sagt Milovic.
Unsere Quellen:
- Interview mit Bonns Sportdirektor Savo Milovic
- Spiel 2 zwischen Bayern München und Bonn am 01.06.2026 bei Dyn
Sendung: WDR.de, "Baskets Bonn vor Alles-oder-Nichts-Spiel in Halbfinale drei", 02.06.2026, 20:41 Uhr