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Joan Baez – Königin der Folkmusik

Musik und politisches Engagement gehören für Joan Baez zusammen. Bei Martin Luther Kings berühmtem Marsch auf Washington sang sie "We Shall Overcome". Am 9. Januar 2026 wird sie 85 Jahre alt.

Folklegende Joan Baez (aus dem Dokumentarfilm "Woodstock - Three Days of Love and Music")

In Woodstock nutzte die Pazifistin Joan Baez im August 1969 ihren Auftritt, um Ungerechtigkeiten anzuprangern und auf Missstände aufmerksam zu machen. Sie arbeitete eng mit Bürgerrechtlern und Friedensaktivisten zusammen, engagierte sich für die Gründung von Menschenrechtsorganisationen und setzte sich für Gewaltfreiheit ein.

Legendär ist der gemeinsame Auftritt des damaligen "Königspaares der Folkmusik", Joan Baez und Bob Dylan, auf der Bürgerrechts-Kundgebung in Washington im Jahr 1963. Bei dieser Veranstaltung sprach Martin Luther King vor Hunderttausenden Menschen von seinem Traum einer Welt ohne Rassenschranken: "I have a dream."

Mit 15 bekam Joan Baez ihre erste Gitarre, mit 18 Jahren trat sie bereits beim Newport Folk Festival auf. Anfang der 1960er Jahre wurde die Sängerin zum Idol und Sprachrohr ihrer Generation, vor allem mit ihrer Bürgerrechts-Hymne "We Shall Overcome", dem später weltweit bekannt gewordenen Protestsong.

Anfang der 60er holte Joan Baez den noch unbekannten Bob Dylan auf die Bühne und ließ ihn vor ihrem Publikum spielen. Als Dylan ein paar Jahre später als Superstar gefeiert wurde, verweigerte er der mitreisenden Baez auf seiner Konzerttournee gemeinsame Auftritte. Ihre Wege trennten sich und Baez verließ enttäuscht und verletzt den Dylan-Tross.

Auch wenn die Sängerin und Dylan nur wenige Monate ein Paar waren, hat der Musiker prägende künstlerische Spuren bei ihr hinterlassen – die Dylan-Songs wurden ein wichtiger Bestandteil ihres Repertoires. Das Bild zeigt die beiden 1982 bei einem Abrüstungs-Konzert in Pasadena.

Während sich Bob Dylan nach einer Weile von der politischen Szene wieder abwandte, blieb Joan Baez ihrer Mission treu, für eine friedlichere und gerechtere Welt zu streiten. Mit ihrer glockenhellen Stimme und ihrem ausgefeilten Gitarrenspiel sang sie sich schon bald an die Spitze der Folkbewegung.

Sie engagierte sich für Amnesty International und für Kinderrechte, 1993 besuchte sie das vom Krieg zerstörte Sarajewo. Das Foto stammt von einer Pressekonferenz 1967 in Genf, wo sie über ihr Karmeliter-Institut in Kalifornien sprach, in dem sie und ihre Schüler am Beispiel von Gandhi die leise, innere Stimme der Gewaltfreiheit studierten.

Das Engagement für den Frieden wurde bei Baez schon früh geweckt: Ihre Familie gehörte der pazifistisch geprägten Glaubensgemeinschaft der Quäker an. Der Vater war ein mexikanischer Physiker, die Mutter eine Schottin, der sie auch ihren Nachnamen verdankt. 1956 hörte sie eine Rede Martin Luther Kings, die sie nachhaltig beeindruckte.

In Woodstock nutzte die Pazifistin Joan Baez im August 1969 ihren Auftritt, um Ungerechtigkeiten anzuprangern und auf Missstände aufmerksam zu machen. Sie arbeitete eng mit Bürgerrechtlern und Friedensaktivisten zusammen, engagierte sich für die Gründung von Menschenrechtsorganisationen und setzte sich für Gewaltfreiheit ein.

Musikalisch konnte sie später nicht mehr an ihre Erfolge in den 60er Jahren anknüpfen. "Ich füllte immer noch die Hallen und begriff nicht, dass es ein einziger Nostalgie-Trip für mein Publikum war", sagte sie einem deutschen Magazin. Auf ihren neueren Platten mied sie politisches Pathos.

Mit 77 Jahren ging Joan Baez 2018 und 2019 auf Abschiedstournee. Inzwischen ist sie im Ruhestand und kann mehr Zeit mit ihrem Sohn und ihrem Enkelkind verbringen. Hier sieht man sie 1970 mit ihrem Sohn Gabriel.

2015 verlieh Amnesty Internatioal Joan Baez den "Ambassador of Conscience Award" (Botschafter des Gewissens) in Berlin: Diese Auszeichnung erhalten Persönlichkeiten, die sich mit "außergewöhnlichen Führungsstil und Einsatz im Kampf für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte" einsetzen. Und das macht die beeindruckende Künstlerin bis heute.

2023 erschien der von Patti Smith produzierte Dokumentarfilm "Joan Baez: I Am a Noise". Und auch im Bob-Dylan-Biopic "Like A Complete Unknown" (2025) spielte die Sängerin, dargestellt von Monica Barbaro, eine wichtige Rolle.

Ob als Folk-Legende, Protest-Sängerin oder Friedensaktivistin: Joan Baez bleibt weiter präsent. WDR 4 gratuliert zum 85. Geburtstag.

Stand: 05.01.2026, 12:30 Uhr