Worum geht es?
"Am Meerschwein übt das Kind den Tod" ist ein Satz, den Nora Gomringer von ihrer Mutter zu hören bekam, als ihr immer wieder die Haustiere wegstarben. In ihrem Romandebüt erzählt sie jetzt von ihrer Mutter und fragt, ob man sich wirklich auf den Tod eines Menschen vorbereiten kann.
Nora Gomringer blickt auf ihre Kindheit zurück, erzählt von einer Mutter, die Bücher und Kunst liebte, ihre Tochter zum Lesen brachte und sie im Grunde allein großzog. Der Vater - Eugen Gomringer - war sehr dominant, aber oft nicht da. Nora Gomringer schreibt dieses Buch als vermissende Tochter, als wütende Frau und als verstummte Dichterin.
Nora Gomringer wurde 1980 in Neunkirchen geboren. Sie ist Lyrikerin, Filmemacherin und schreibt und spricht für Radio, Fernsehen und Feuilleton. 2015 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. "Am Meerschwein übt das Kind den Tod" ist ihr Romandebüt. Nora Gomringer lebt in Bamberg.
Was sagt Buchkritiker Denis Scheck?
Nora Gomringer erzählt in ihrem Prosadebüt von Tod und Trauer und davon, welch große Lücke ein Mensch hinterlässt, wenn dieser stirbt. Da sie dies allerdings mit viel Humor und jede Menge Wortwitz macht, schafft sie es, ihre Leser:innen zu trösten und zugleich auch gute Laune zu verbreiten.
Aber dieser Roman strotzt nicht nur vor Sprachgewalt, er ist auch bemerkenswert lebensklug, was bei einer Autorin wie Nora Gomringer allerdings nicht verwundert. Mit diesem Roman setzt Nora Gomringer ihrer Mutter ein literarisches Denkmal und schenkt ihren Leser:innen zugleich einen Text voller lebenspraller Erkenntnisse und literarischer Größe.
Für wen ist das Buch?
Für alle, die schon einmal einen Verlust erlebt haben und etwas Trost suchen.
Das Buch auf einem Blick:
Nora Gomringer
Am Meerschwein übt das Kind den Tod
208 Seiten
Verlag: Voland & Quist
ISBN: 978-3-86391-461-5
Preis: 22 Euro
Sendung: WDR 2 Die Sonntagsshow, 08.03.2026, ab 9:05 Uhr