Worum geht es?
Anja Kampmann nimmt ihre Leser:innen in "Die Wut ist ein heller Stern" mit ins Jahr 1933. Die Geschwister Hedda, Jaan und Pauli wachsen in ärmlichen Verhältnissen auf. Früh haben sie erfahren, was Hunger bedeutet. Doch sie haben Hoffnung und versuchen irgendwie aus diesem "Sumpf" auszubrechen.
Hedda fängt als Artistin im Varieté "Alkazar" auf der Reeperbahn an. Als jedoch immer öfter die neuen Uniformen im Publikum auftauchen, werden die Freiräume enger und niemand ist mehr sicher, auch die Mädchen im Varieté nicht. Jaan heuert als Harpunenschmied auf einem Walfänger an. Das Schiff wird in die Antarktis fahren. Auch Hedda hofft, einen Ausweg für sich und ihren kleinen Bruder Pauli zu finden. Jedoch muss sie sich immer öfter fragen, wem sie eigentlich noch trauen kann.
Anja Kampmann wurde 1983 in Hamburg geboren. 2016 erschien ihr erster Gedichtband, 2018 ihr erster Roman. "Wie hoch die Wasser steigen" war u.a. für den Deutschen Buchpreis, aber auch für den National Book Award nominiert. Für ihr Werk erhielt sie 2024 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis.
Was sagt Buchkritiker Denis Scheck?
In "Die Wut ist ein heller Stern" erzählt Anja Kampmann von den Anfängen des Nationalsozialismus und wählt dafür mit Hedda als Protagonistin eine sehr ungewöhnliche Perspektive - und genau das lässt dieses Buch zu einem wahren Kunstwerk werden. Die Autorin beschreibt das Leben von Hedda und den Umbruch in Deutschland in aller Härte. Immer wieder fühlt man sich an die Serie "Babylon Berlin" erinnert und doch schafft Anja Kampmann es, der Serie und auch den Romanen von Volker Kutscher ganz eigene Bildwelten entgegen zu stellen. Als Lyrikerin weiß Anja Kampmann mit Sprache umzugehen und das merkt man auch ihrem neuen Roman an.
Für wen ist das Buch?
Für alle, die sich für die deutsche Vergangenheit interessieren und gerne Bücher mit starken Frauenfiguren lesen.
Das Buch auf einem Blick:
Anja Kampmann
Die Wut ist ein heller Stern
496 Seiten
Verlag: Carl Hanser
ISBN: 978-3-446-28120-2
Preis: 28 Euro
Kategorie: Roman