Ca7riel & Paco Amoroso in Szene gesetzt
Die beiden Sänger stehen in weißen Oversized-Leinenanzügen vor azurblauem Hintergrund am Mikro. Dazu schnittige Achtzigerjahre-Sonnenbrillen und dezente Farb-Accessoires: Ein Style wie bei Miami Vice – bloß, wie immer bei den beiden, stark ins Ironische gezogen. Während Ca7riel sich in Ballonhose sinnlich seine Vokuhila-Tolle streichelt, steht Paco Amoroso in knallengen Leggings daneben. Mit viel Gefühl hauchen sie ihre Ballade "La Vida Loca" abwechselnd ins Mikro. Zwischendurch ziehen sie ein paar Grimassen.
Ca7riel und Paco Amoroso machen experimentellen HipHop/Pop/Electro und Jazz- Ihr Album "Free Spirits" ist Ende März rausgekommen. Es soll ein Kontrast sein zu ihrer turbulenten Erfolgs-EP "PAPOTA" vom letzten Jahr. Damit waren sie ja bei einem anderen Videoformat, nämlich "Tiny Desk", und diese Performance hat die beiden in den Pop-Olymp katapultiert. Über Nacht vom Geheimtipp zu Weltstars. Sie waren für zehn Latin Grammys nominiert und haben fünf davon gewonnen. Sogar einen Grammy für das beste Latin-Rock- oder Alternative-Album. Und seitdem gab's kein Halten mehr: Exzessive Shows und Videos. "Free Spirits" soll ihre intime Seite zeigen.
In der Promophase haben sich die beiden mit Musiklegende Sting zusammengetan. Auf Social Media haben sie die Geschichte von einem angeblichen "Free Spirits“-Wellness-Center für ausgebrannte Artists erzählt: Yoga, Psychotherapie und Barista-Smoothies sollen sie wieder auf den richtigen Weg gebracht haben. Alles mit einem Augenzwinkern natürlich. Der Song "La Vida Loca" erzählt vom verrückten Rockstar-Leben. Aber eben in Form einer seichten Latin-Pop-Ballade mit gezupfter Gitarre. Dazu passt das minimalistische COLORS-Videoformat natürlich perfekt.
Spotify will Superfans bei Ticket-Not helfen
Viele Musikfans kennen das Dilemma: Man will Tickets des Lieblingsartists, hängt stundenlang in Warteräumen der Online-Verkäufer und am Ende ist das Ticket weg oder superteuer. Vielen Das Problem ist riesig – und der Musikstreamer Spotify verspricht Abhilfe. Die Lösung heißt "Reserved".
"Reserved"soll Konzerttickets für Superfans reservieren. Das hat Spotify gestern auf einem Investorentag verkündet und dazu auch einen offiziellen Post auf Social Media gemacht. Da schreibt die Plattform, der Kauf von Konzertkarten fühle sich oft wie ein Wettlauf an, der zum Scheitern verurteilt sei. Das Erlebnis sei stressig, und das Wichtigste sei, dass Zitat: "echte Fans tatsächlich Tickets bekommen". Schon jetzt schlägt dir die Plattform Konzerttickets von deinen Lieblingsartists vor, wenn sie in deine Stadt kommen. Aber "Reserved" soll Next Level sein. Eben für Superfans: Sie bekommen zwei Tickets reserviert und können sich einen Tag entscheiden.
Genau hier wird’s tricky: Charlie Hellman, Musikchef bei Spotify, sagt, es gehe darum, wie treu wir einem Artist sind, wie aktiv wir ihre oder seine Musik hören, ob wir das Album auch speichern. Ob wir es mit anderen teilen.
"All diese verschiedenen Signale tragen dazu bei, dass wir erkennen können, ob es sich um einen eingefleischten Fan handelt oder um jemanden, der die Musik gerne im Hintergrund laufen lässt." Charlie Hellman, Musikchef bei Spotify
Manche Medien kritisieren, dass mit "Reserved" noch genauere Nutzerprofile erstellt werden. Dazu sind natürlich auch diese Parameter manipulierbar: Höre ich zukünftig vor einem Konzert den bestimmten Artist, um die Tickets zu bekommen? Und es gibt viele Menschen, die nicht Spotify nutzen, sondern über andere Plattformen oder Vinyl Musik hören. Die bleiben außen vor. Es soll diesen Sommer erstmal in den USA mit "Reserved" losgehen, in Zusammenarbeit mit Live Nation, dem größten Konzertveranstalter der Welt.
Ivor-Novello-Preis für Rosalía
Es ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der Musikbranche in UK: und das seit sieben Jahrzehnten. Der Ivor-Novello-Preis für Songwriting und Filmmusik wurde gestern in London verliehen Die internationale Kategorie ging gestern an Rosalía.
Damit ist sie die erste spanische Künstlerin, die den Preis gewinnt. Rosalía wurde für ihr Album "LUX" ausgezeichnet, das laut den Organisatoren die "Grenzen des internationalen Songwritings und des experimentellen Pop neu definiert". Sie nahm den Preis gestern sichtlich gerührt entgegen und sprach davon, wie schwierig es war, drei Jahre lang an dem Album zu arbeiten. Denn der Druck der Musikindustrie sei enorm gewesen. Rosalía hat aber dann nicht nur der britischen Musikszene gedankt, sondern etwas Überraschendes und Empowerndes an die ganze Musikwelt gerichtet:
"Ich hatte vor Jahren das Privileg, Musik zu studieren. Ich weiß, es gibt unzählige überragende Autorinnen, die nicht die verdiente Anerkennung bekommen. Weil sie keine weißen Mitteleuropäer sind, deren Erziehung stabil genug war, um ein wenig Talent in eine erfolgreiche Karriere zu verwandeln. Vielen Dank, dass ihr meiner Musik so viel Liebe schenkt. Das ist für mich eine große Überraschung. Ich hätte das mir niemals erträumen können." Rosalía
Diese bewegenden Zeilen finden gerade viel Anklang in den Socials.