Der Fragebogen für den Wehrdienst

Post von der Bundeswehr Keine Antwort auf viele Wehrdienst-Fragebögen

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Mehr als jeder vierte junge Mann soll bislang nicht auf den neuen Wehrdienst-Fragebogen der Bundeswehr reagiert haben. Welche Konsequenzen drohen.

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Marvin Konrad

Wer 18 Jahre alt wird, bekommt Post von der Bundeswehr: Insgesamt wurden bis Ende April so rund 194.000 Männer und Frauen kontaktiert. Für Männer ist eine Antwort Pflicht - mehr als jeder Vierte ignorierte jedoch das Schreiben. Bleibt die Antwort aus, wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums nach einer Frist zunächst eine Erinnerung verschickt, anschließend eine zweite Aufforderung mit Nachfrist. Bleibt auch diese unbeantwortet, kann es teuer werden.

250 Euro Bußgeld sind nach Ministeriumsangaben aktuell vorgesehen, denn das Ignorieren des Fragebogens gilt als Ordnungswidrigkeit. Ob ein jedoch Verfahren eingeleitet wird, ist Einzelfallentscheidung der jeweiligen Behörde.

Zahlen noch nicht endgültig bewertbar

72 Prozent der angeschriebenen Männer haben seit Jahresbeginn auf den Fragebogen der Bundeswehr reagiert, jeder Zweite hat demnach Interesse bekundet für einen freiwilligen Wehrdienst. Die aktuell kursierenden Rücklaufzahlen sind aus Sicht des Verteidigungsministeriums jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig.

Aufgrund der gestaffelten Fristen und laufenden Rückmeldungen könnten noch keine belastbaren Schlussfolgerungen gezogen werden, heißt es aus dem Ministerium. Auch politische Einschätzungen verweisen darauf, dass erst im weiteren Jahresverlauf eine vollständige Bewertung der Rücklaufquote möglich sei. Die Diskussion über die bisherigen Zahlen sei daher vorläufig.

Viele reagieren nicht auf Bundeswehr-Fragebogen

WDR 07.05.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 06.05.2028 WDR Online

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Kritik am neuen Wehrdienst

Trotzdem sorgt der neue Wehrdienst für politische Debatten. Kritisiert werden vor allem die verpflichtenden Elemente des Modells für junge Männer. Viele Jugendliche sehen darin einen möglichen Einstieg in eine spätere Rückkehr der Wehrpflicht.

Gegner des Modells sprechen von zusätzlichem Druck auf eine gesamte Altersgruppe. Befürworter verweisen hingegen auf den Bedarf der Bundeswehr und das Ziel, die Truppenstärke langfristig zu erhöhen.

Demonstrationen in NRW

Gegen den Wehrdienst und eine mögliche Wehrpflicht gab es bereits Schulstreiks und Demonstrationen. In Nordrhein-Westfalen sind für Freitag in zahlreichen Städten weitere angekündigt - unter anderem in Köln, Dortmund, Essen, Düsseldorf und Aachen.

In der Vergangenheit haben Recherchen des Hessischen Rundfunks ergeben, dass bei vergleichbaren Schulstreiks in einzelnen Regionen auch die vom Verfassungsschutz beobachtete Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und ihrer Jugendorganisation Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) eine Rolle spielten. Auch die hessischen Verfassungsschützer erkennen laut HR einen Zusammenhang zwischen den Organisationen und der Mobilisierung für die Schülerstreiks. Demnach würden Linksextremisten häufig Protestaktionen wie den "Schulstreik gegen Wehrpflicht" dazu nutzen, berechtigten Sorgen und Bedenken junger Menschen für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Streiks am 8. Mai in NRW:

  • Aachen, 11 Uhr, Elisenbrunnen
  • Bielefeld, 10:30 Uhr, Jahnplatz
  • Bochum, 9 Uhr, Rathaus 
  • Bonn, 11 Uhr, Poppelsdorfer Allee 
  • Dortmund, 12 Uhr, Hauptbahnhof
  • Düsseldorf, 9 Uhr, Oberbilker Markt
  • Essen, 10 Uhr, Burgplatz
  • Gelsenkirchen, 10 Uhr, HKP
  • Hagen, 9 Uhr, Rathausplatz Witten
  • Heinsberg, 17 Uhr, Geilenkirchen Markt
  • Köln, 11 Uhr, Heumarkt
  • Münster, 10 Uhr, Hauptbahnhof
  • Oberhausen, 10 Uhr, Hauptbahnhof
  • Paderborn, 10:30 Uhr, Herz-Jesu-Kirche
  • Siegen-Wittgenstein, 13 Uhr, Kornmarkt 
  • Stolberg, 11 Uhr, Elisenbrunnen
  • Witten, 9 Uhr, Rathausplatz
  • Wuppertal, 9 Uhr, Hauptbahnhof 

Unsere Quellen

  • WDR-Berichterstattung
  • Stellungnahme einer Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums
  • Gespräch mit Peter Tobiassen, ehemaliger Geschäftsführer der früheren Zentralstelle der Kriegsdienstverweigerer (KDV)
  • Nachrichtenagenturen AFP und KNA
  • Angaben der Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht"
  • Polizeiangaben und lokale Informationen zu angemeldeten Demonstrationen in NRW
  • Recherchen des Hessischen Rundfunks zu möglichen politischen Hintergründen einzelner Proteststrukturen

Sendung: WDR 2, WDR Aktuell, 07.05.2026, 9 Uhr

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