Bekommt NRW eine neue Gas-Pipeline?

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Die NRW-Landesregierung will eine neue Pipeline bauen. Darüber soll mehr Gas vom LNG-Terminal im belgischen Zeebrügge nach NRW transportiert werden. Doch ist diese neue Pipeline sinnvoll?

Seit Monaten bereitet sich Deutschland darauf vor. Unter anderem werden Flüssiggas-Terminals in Norddeutschland gebaut, wo entsprechende Schiffe anlanden können, um deutschen Haushalte und die Industrie mit dem Energieträger Gas zu versorgen.

Aktuell sind es wegen der Gaskrise 30 Millionen Kubikmeter. So eine erhöhte Liefermenge ist aber nur kurzfristig möglich. Langfristig will die NRW-Landesregierung jetzt die Kapazität auf 34 Millionen Kubikmeter erhöhen. Dafür müsste aber eine 48 Kilometer lange Pipeline in Belgien gebaut werden.

Nur Zusage des Bundes fehlt

Belgien hat bereits zugesagt, die Pipeline zu bauen und ist im Austausch mit der Bundesnetzagentur über regulatorische und technische Voraussetzungen. "Die Landesregierung erwartet, dass der Bund gegenüber den belgischen Partnern verbindliche Zusagen in der notwendigen Form zeitnah macht.", teilt ein Sprecher des NRW-Europaministerium dem WDR-Magazin Westpol mit.

Heißt: Die Bundesregierung soll verbindlich zusagen, die zusätzliche Gasmenge abzunehmen, damit der Bau der Pipeline sich auch lohnt. Doch die Gasinfrastruktur ist normalerweise nicht Aufgabe der Regierung. Private Unternehmen ermitteln, wie viel Gas benötigt wird und entwickeln auf dieser Grundlage mit dem Netzentwicklungsplan den Ausbau des Netzes. Die Bundesnetzagentur prüft und bestätigt lediglich diesen Plan.

Staat greift wegen Krise stärker ein

Wegen der Krise ändert sich das Vorgehen gerade, sagt Energieökonom Claudia Kemfert vom DIW: "Wir haben Anforderungen an eine neue Gasinfrastruktur und ein neues Pipeline-System und da stellt sich die Frage, wer investiert und wie gestaltet man das?"

Neue Gaspipeline: Passt das zu den Klimazielen?

Trotzdem ist Energieökonomin Claudia Kemfert der Auffassung, dass keine neue Gas-Pipeline gebraucht wird:

"Das Problem ist, wenn man jetzt noch eine Gasinfrastruktur baut, zementiert man ja nicht nur die Emissionen, die nicht kompatibel sind mit den Klimazielen, sondern man muss über Jahrzehnte noch Gas importieren. Das deckt sich nicht mit den Zielen der Energiewende." Claudia Kemfert
Energie-Ökonomin

Die Krise krempelt die Gasversorgung in Deutschland um - auch in NRW: Der Staat greift stärker ein und willl Gaspipelines Richtung Westen, die uns vielleicht länger als nötig an fossiles Gas fesseln. Gleichzeitig stellt die Industrie Weichen zu alternativen Energieträgern wie grünem Wasserstoff.

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