Dritter Transport mit Atommüll erreicht Ahaus

WDR 01:20 Min. Verfügbar bis 06.05.2028

Von Jülich nach Ahaus

Dritter Transport mit Atommüll erreicht Ahaus

Ein weiterer Behälter mit Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich hat begleitet von Protesten das Zwischenlager Ahaus erreicht.

Von
Markus Holtrichter

Der nächste Großeinsatz zur Absicherung eines Castortransportes von Jülich nach Ahaus startete am Dienstagabend und endete in der Nacht zu Mittwoch. Gegen 1:15 Uhr erreichte der Atommüll das Zwischenlager Ahaus. Nach WDR-Informationen könnte der nächste Transport bereits am 19. Mai starten.

Laut der für die gesamte Transportroute zuständigen Polizei Münster verlief die Fahrt ohne Zwischenfälle. Die Beamten stellten lediglich die Personalien von einigen Demonstranten fest, die sich auffällig verhielten.

Fahrrademo in Ahaus

Protest auf Fahrrädern: Die Demo in Ahaus mit Atomkraft-Nein-Danke-Flaggen. | Bildquelle: WDR/Markus Holtrichter

Vor dem Start des Transportes haben in Ahaus wieder Gegner der Castortransporte demonstriert. Rund 170 Menschen beteiligten sich an einer Fahrraddemo vom Bahnhof durch die Innenstadt bis zur Transportroute. Dort harrten wenige Dutzend mit einer Mahnwache bis zur Ankunft des Transportes aus.

Heiner Möllers, von der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" bei der Demo. | Bildquelle: WDR/Markus Holtrichter

Auf einer Kundgebung sprach der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", Heiner Möllers. Er kritisierte eine "irrsinnige Atommüllverschiebung in NRW" und forderte die Politik auf, die Transporte zu stoppen. Die Bürgerinitiative stellt die Sicherheit der Schwertransporte, aber auch des Brennelemente-Zwischenlagers Ahaus in Frage.

Atomkraftgegner werfen Polizei Sicherheitsmängel beim Transport vor

Atomkraftgegner aus Ahaus werfen der Polizei vor, dass es bei dem Transport Sicherheitslücken gegeben habe. So hätten Aktivisten unbemerkt auf zwei unbewachte Autobahnbrücken gelangen können, unter denen der Castor-Lkw herfuhr.

Das Aktionsbündnis Münsterland und andere Bürgerinitiativen vermuten, dass die Polizei erheblich weniger Personal eingesetzt habe, als bei den beiden Transporten davor. Sie sehen darin "gravierende Fahrlässigkeiten" angesichts der Gefahren durch die Atommüll-Transporte.

Polizei reagiert auf Vorwürfe der Atomkraftgegner

Die Polizei teilte mit, sie sorge für die Sicherheit der Castor-Transporte. Diese werde durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen gewährleistet. In dem Gesamtkonzept berücksichtige man auch die Brücken. Auch der dritte Castorbehälter habe sein Ziel im Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus in der Nacht zu Mittwoch sicher erreicht.

Castortransport in Ahaus angekommen

WDR 06.05.2026 00:49 Min. Verfügbar bis 05.05.2028 WDR Online

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Polizei-Überstunden zunehmend ein Problem?

Einige Demonstranten harren regelmäßig bis zum Eintreffen des Castors in Ahaus aus. | Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDR

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert die insgesamt hohe Arbeitsbelastung. Zuletzt sicherten rund 2.000 Polizisten die Transportroute sowie die Bereiche um die beiden Lager für hochstrahlende Abfälle ab. Nun soll es wieder eine vierstellige Zahl an Einsatzkräften sein.

Gewerkschaftsvorsitzender Patrick Schlüter sagte, die Beamten hätten schon über den 1. Mai viele Einsätze. Es würden kaum noch Erholungsphasen unter der Woche bleiben, wenn nun auch noch in engem Takt Castoren begleitet werden müssen. Das führe auch zu immer mehr Überstunden.

Noch keine Bündelung von Transporten

Bereitschaftspolizei sichert das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. | Bildquelle: WDR/Markus Holtrichter

Es ist zunächst wieder nur ein Castorbehälter auf die rund 170 Kilometer lange Strecke gegangen. Die Polizei könnte mehrere Transporte zusammenfassen, macht davon aber noch keinen Gebrauch. Die jeweiligen Termine halten Behörden und beteiligte Unternehmen aus Gründen der Sicherheit bis zuletzt geheim.

Protest auch für weitere Transporte angekündigt

Auch für den 19. Mai seien "ebenfalls Proteste vorbereitet" heißt es von den Anti-Atomkraft-Initiativen. Dann könnte möglicherweise ein weiterer, vierter Castor-Transport auf die Strecke gehen. Bei den ersten Transporten fiel der Protest mit verhältnismäßig wenigen Teilnehmern sehr friedlich aus.

Unsere Quellen:

  • Recherchen des WDR-Reporters
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • Gewerkschaft der Polizei NRW
  • Polizei Münster
  • Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus
  • Bündnis von Anti-Castor-Bürgerinitiativen

Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 06.05.2026, 03:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 05.05.2026, 19:30 Uhr