Fehler in Heinen-Essers Ministerium
Tatsächlich sind während der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 in ihrem Ressort Fehler passiert: Informationen des ihrem Hause nachgeordneten Landesumweltamtes zu steigenden Fluss-Pegeln waren unverständlich formuliert. Die Kommunikation innerhalb des Ministeriums lief während der Katastrophe peinlich schief.
Doch diese Umstände sind nicht der Grund für ihren Rücktritt. Heinen-Esser tritt an diesem Tag im April zurück für ihr persönliches Verhalten während der Flut, über das sie zu lange geschwiegen hat.
Nach 24 Stunden Abreise aus dem Katastrophengebiet in den Urlaub
Doch erst Monate später, nach zähen Ermittlungen des Untersuchungsausschusses im Landtag, wird Heinen-Esser Folgendes zugeben: Schon nach 24 Stunden, als die überschwemmten Häuser noch voll Wasser standen, hat Heinen-Esser damals ihren Mallorca-Urlaub fortgesetzt – für neun Tage. Medienberichte enthüllen schließlich im April, dass sie dort dann noch den Geburtstag ihres Ehemannes gefeiert hat. So wird der Druck zu groß, Heinen-Esser tritt zurück.
"Es gibt kein Verständnis für mein Handeln vom vergangenen Juli", sagt sie in ihrem Statement amc Nachmittag. Und: "Ich bedaure das Bild, das mein Handeln und die nachträgliche Darstellung erzeugt hat."
Die politische Aufklärung hat viele Schwachpunkte im Katastrophenschutz offengelegt. Warnungen wurden innerhalb der Behörden nicht weitergegeben, große Teile der Bevölkerung traf das Hochwasser unvorbereitet. Wetterexperte Jörg Kachelmann formulierte es nach seiner Befragung im parlamentarischen Untersuchungsausschuss so: "Das ist ganz, ganz wichtig, dass das nächste Mal die Behörden ihre Arbeit machen. Niemand hat diesmal seine Arbeit gemacht, mit den bekannten Folgen."
