Ein Kampfjet vom Typ Eurofighter startet

Bundeswehr gegen Windkraft: Tiefflugzonen könnten Windräder stoppen

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Der Ausbau der Windkraft in Westfalen könnte durch eine geplante Tiefflugzone der Luftwaffe erheblich beeinträchtigt werden.

Eigentlich lief zuletzt alles bestens für die Windkraftbranche: Bis heute sind etwa 200 neue Windräder in NRW neu in Betrieb gegangen – mit einer Leistung von mehr als 1000 Megawatt, hieß es am Dopnnerstag bei den "Windenergietage NRW" in Bad Driburg. Damit sei NRW das "Windenergieland Nr.1".

Doch der Ausbau der Windenergie in NRW könnte ins Stocken geraten – oder sogar deutlich beeinträchtigt werden. Denn die Bundeswehr plant, in Deutschland sieben Tieffluggebiete zu reaktivieren. Mit möglicherweise gravierenden Folgen für den Bau neuer Windräder.

Konflikte zwischen Windkraft und Tiefflug sind vorprogrammiert

Eine dieser Zonen, die Low Flying Area (LFA) 3, erstreckt sich vom Siegerland über das Sauerland bis nach Ostwestfalen. Ein ländlicher Bereich, in dem gerade viele neue Windkraftanlagen geplant oder zum Teil schon gebaut werden.

"Das neue Tieffluggebiet wird zu einem Problem werden", sagt Steffen Lackmann, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE). Die Windräder sind oft über 200 Meter hoch – die Kampfjets aber fliegen teilweise 75 Meter tief. Und im Slalom um die Windräder – das geht bei dem hohen Tempo nicht. Konflikte sind vorprogrammiert.

Landesverteidigung ist ein gewichtiges Argument

Zwar sind mit den Regionalplänen der Bezirksregierungen Vorrangflächen für Windkraft ausgewiesen. Dort gibt es kaum etwas, das eine Genehmigung verhindern könnte. Außer der Landesverteidigung. Und das sei bei den Behörden ein gewichtiges Argument, glaubt Steffen Lackmann.

In einem Fall habe die Bundeswehr gegen ein bereits genehmigtes Windrad im Raum Höxter ein Veto eingelegt – das aber sei nach intensiven Gesprächen zurückgenommen worden, berichtet der LEE.

Tiefflüge über Teilen Südwestfalens ab jetzt möglich

Ob die Bundeswehr bereits prüfe, gegen geplante Windkraftanlagen in der neuen Tiefflugzone ein Veto einzulegen – darauf gibt es bisher von der Luftwaffe noch keine Antwort.

Ab dem heutigen Donnerstag sind Tiefflüge in Teilen von Südwestfalen möglich. Die Luftwaffe reaktiviert dazu eine Tiefflugzone über dem Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Hochsauerlandkreis. Dort können die Jets bis auf 80 Meter Höhe hinabsinken, um den Flug über die Bergkuppen zu üben.

Klar ist für die Luftwaffe: "Mit der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung und damit auch auf symmetrische Kriegsführung sind die Einsatzverfahren im Tiefflug wieder gefragt und müssen trainiert werden."

Bundeswehr gegen Windkraft: Tiefflugzonen könnten Windräder stoppen

WDR Studios NRW 20.11.2025 00:45 Min. Verfügbar bis 20.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Landesverband Erneuerbare Energien
  • Bezirksregierung Arnsberg
  • Luftwaffe

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