Mit Raureif bedecktes Gänseblümchen

Eisheilige 2026 Stimmen die traditionellen Bauernregeln?

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Die sogenannten Tage der Eisheiligen sollen den letzten Frost des Jahres bringen. Doch wann sind die Eisheiligen und kann man sich auf die Bauernregel überhaupt verlassen? Ein meteorologischer Blick auf ein vermeintliches Wetter-Phänomen.

Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia von Rom - oder im Volksmund "Kalte Sophie". Eigentlich sind sie frühchristliche Bischöfe und Märtyrer. Doch weil ihre Namenstage auf den 11. bis 15. Mai fallen, sind sie vor allem als "Eisheilige" bekannt.

Denn an jenen fünf Tagen kommt es laut einer Bauernregel angeblich auffällig oft zum letzten nächtlichen Frost im Frühling, nachdem es in den Tagen davor schon etwas wärmer war. Doch was ist dran an der Prognose?

Wie wird das Wetter an den Tagen der Eisheiligen 2026?

Entscheidend sind die nächtlichen Temperaturen vom 11. bis 15. Mai. Für Frost müsste sich die Bodentemperatur bis knapp unter 0 Grad herunterkühlen - das war bislang am Dienstag lediglich am Weißen Stein bei Udenbreth und am Kahlen Asten der Fall. Die automatische Wetterstation am Kahlen Asten meldete um 8 Uhr eine Schneehöhe von vier Zentimetern bei einer Temperatur von -0,4 Grad.

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Bodenfrost Mitte Mai ist eher ungewöhnlich.

Auch in anderen Teilen von NRW ist aktuell von warmem Frühlingswetter nichts zu spüren. Am Vatertag wird es regnerisches April-Wetter geben. Am Freitag kommen im Tagesverlauf weiterhin einzelne Schauer runter, aber nur noch selten kurze Gewitter. Zwischenzeitlich wird es auch freundlich und trocken bei 11 bis 15 Grad.

Beliebte Sprüche für die Kalte Sophie und die anderen Eisheiligen

Erst nach den Tagen der Eisheiligen, so heißt es, könnten die Bauern aussäen, was durch die Kälte sonst Schaden nehmen würde. Eine "Weisheit", für die es hübsche Sprüche wie diese gibt:

  • Mamerz hat ein kaltes Herz. (Mamertus: 11. Mai)
  • Wenn's an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert. (Pankratius: 12. Mai)
  • Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein. (Servatius: 13. Mai)
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. (Bonifatius: 14. Mai)
  • Pflanze nie vor der kalten Sophie. (Sophia: 15. Mai)

Wetterregeln, die an ein festes Datum geknüpft sind, seien nicht wirklich sinnvoll, heißt es dazu aus der WDR-Wetterredaktion. "Statistisch gesehen besteht Anfang Mai eine höhere Wahrscheinlichkeit für Nachtfröste als Ende des Monats. Dass es ausgerechnet Mitte Mai eine kalte Phase geben sollte, ergibt deswegen aus wissenschaftlicher Sicht überhaupt keinen Sinn", erklärt WDR-Meteorologe Jürgen Vogt. Beispiel Köln: Es sei zehnmal wahrscheinlicher, dass es dort zu den Eisheiligen warm sei, als dass es frostig werde.

Eisheilige: Was steckt hinter der Bauernregel?

WDR 23.04.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 22.04.2028 WDR Online

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Eisheilige-Regel aus Zeit des julianischen Kalenders

Hinzu kommt, dass die Wetterregel aus der Zeit stammt, als der julianische Kalender galt. Mit der gregorianischen Kalenderreform verschob sich das Datum um etwa zehn Tage nach hinten. "Das heißt", so Vogt: "Die Wetterregel würde sich auf die Tage nach dem 21. Mai beziehen. Ende des Monats ist Frost aber noch unwahrscheinlicher - und kommt tatsächlich auch seltener vor."

Gleichwohl gebe es einen ernstzunehmenden Hintergrund der Bauernregel, erklärt Vogt. "Früher, als die Wetterregel entstand, begann die Vegetationsperiode sehr viel später als heute. Kam dann noch später Frost im Jahr, dann drohten Schäden und Ernteausfälle. Sicherheitshalber säte man deshalb erst ab Mitte Mai."

"Durch den Klimawandel starten wir heute sehr viel früher in die Vegetationsperiode, sodass auch Nachtfröste im April, die häufiger vorkommen, Schäden verursachen können", sagt Vogt.

Unsere Quellen:

  • WDR-Meteorologe Jürgen Vogt
  • Deutscher Wetterdienst

Sendung: WDR.de, Eisheilige: Was steckt hinter der Bauernregel?, 23.04.2026, 12 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 23.04.2026

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