Die neue Woche wird wechselhaft. Am Montag erwarten uns bis zu 24 Grad. Ab Dienstag wird es aber wieder kühler - mit Höchsttemperaturen von unter 20 Grad. "Nach bis zu 33 Grad im Mai kriegen wir es in der kommenden Woche tatsächlich mit kühlerer Luft zu tun," sagt WDR-Meteorologe Jürgen Vogt.
Frostige Temperaturen - aber kein Rekord
Ein Kälterekord für diese Jahreszeit sei das aber nicht: "1975 und 1991 war es noch einen Hauch kühler, mit -5 Grad in Bad Berleburg und -4,4 Grad in Lippstadt."
Ist das jetzt schon die "Schafskälte"?
Wenn es Mitte Juni, ausgelöst durch zuströmende Polarluft, nochmal zu Kälteeinbrüchen kommt, fällt häufig das Wort "Schafskälte". Woher kommt der Name? Ganz einfach: Ab Mitte Mai bis Anfang Juni wurden in der Regel die Schafe geschoren. Und wenn es im Juni dann noch zu einem Kälteeinbruch kam, froren die Tiere.
WDR-Meteorologe Jürgen Vogt sagt: "Bei der klassischen Schafskälte strömt kühle Luft aus Skandinavien nach Mitteleuropa. Was die Druckverteilung angeht, haben wir aktuell keine klassische stabile Situation – sondern eine eher unaufgeräumte mit Tiefdruckgebieten, die in dieser Woche frische Meeresluft zu uns bringen."
Die Wahrscheinlichkeit für Kälteeinbrüche hat sich laut Vogt verändert. "Früher lag die Chance für ein Eintreffen einer kühleren Phase bei rund 60 Prozent. In den vergangenen Jahrzehnten, mit dem messbaren Klimawandel, liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei knapp 30 Prozent."
Die "Schafskälte" sei deshalb heute Folklore – weswegen es auch keinen eindeutigen Temperatur-Schwellenwert gebe, ab dem man von Schafskälte spreche.
Zudem spielt der Verlauf des Wetters eine Rolle. "War es vorher warm – wie in diesem Jahr mit bis zu 33°C im Mai – dann wird natürlich jede Abkühlung wie jetzt mit gewissem Recht als 'Schafskälte' bezeichnet", sagt Jürgen Vogt.
Kälterekorde im Juni
"Wenn man sich die Kälterekorde im Juni anschaut, dann stammen die allermeisten von Anfang Juni. Also vor der angeblichen Schafskälte." So wurde zum Beispiel auf dem Kahlen Asten am 1. Juni 1977 minus 6,5 Grad gemessen, Bad Berleburg kam am 2. Juni 1991 immerhin auf minus 5 Grad.
Und die frierenden Schafe? "Um dem zu entgehen, als es noch in vielleicht fünf von zehn Jahren regelmäßig kühlere Phasen gab, hat man die Schur auf Ende Juni verlegt. Hinter die kritische Phase."
Unsere Quelle:
- WDR-Wetterredaktion
- WDR-Meteorologe Jürgen Vogt
Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 07.06.2026, 15:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 07.06.2026, 16:00 Uhr
Sendung: WDR 2, Morgenmagazin, 08.06.2026, 05:00 Uhr