Wassermelone und Ventilator: Vorbereitung auf die Hitze

Aktuelle Stunde 17.06.2026 34:30 Min. UT Verfügbar bis 17.06.2028 WDR Von Marius-Antonius Brüning

Plötzlich heiß in NRW Was extreme Hitze mit unserem Körper macht

Stand:

NRW steht vor einer Hitzewelle. Viele freuen sich auf den Sommer - doch für unseren Kreislauf ist das eine Belastungsprobe, sagen Fachleute.

Nach den kühlen Temperaturen in den letzten Wochen kommt jetzt die Hitze. Innerhalb weniger Tage sollen die Temperaturen spürbar ansteigen.

Schon am Donnerstag gibt es in NRW Freibadwetter mit bis zu 33 Grad, sagt die WDR-Wetterredaktion. Am Freitag wird es dann richtig heiß mit bis zu 36 Grad - und auch am Samstag bleiben die Temperaturen über der 30-Grad-Grenze. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor teils kräftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen.

Auch wenn sich viele über den Sommerstart freuen: Der abrupte Wetterwechsel bleibt nicht ohne Folgen. Für unseren Kreislauf bedeutet der schnelle Umschwung Stress, sagt der Mediziner Heinz-Wilhelm Esser, auch bekannt als Doc Esser, weil sich die Blutgefäße weiten.

Dr. Heinz-Wilhelm Esser alias Doc Esser lächelt freundlich in die Kamera. Er trägt ein weißes T-Shirt, darüber eine offene Jacke und eine Ballonmütze.

"Doc" Heinz-Wilhelm Esser

Der Blutdruck kann sinken und der Körper verliert über das Schwitzen Flüssigkeit und Elektrolyte. Das kann zu Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und im Extremfall zu einer Überhitzung führen.

Erst kühl und nass, jetzt heiß: Was im Körper passiert

Elektrolyte sind Mineralstoffe, die uns fit halten. Ohne sie würden viele Körperfunktionen nicht richtig laufen, zum Beispiel die Nerven- und Muskelfunktion, Herzrhythmus und Wasserhaushalt.

Zu den wichtigsten Elektrolyten zählen Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat. Der Körper nimmt sie über Nahrung und Getränke auf. Wenn man stark schwitzt, Durchfall hat oder sich übergeben muss, kann es schnell passieren, dass man zu wenige der wichtigen Minerale hat.

Durchs Schwitzen gehen außerdem auch Wasser und Salze verloren - und genau das belastet den Kreislauf zusätzlich. Die Leistungsfähigkeit nimmt spürbar ab, besonders wenn es auch noch schwül ist.

Gerade nach kühleren Tagen unterschätzen viele, wie schnell der Körper bei Hitze Flüssigkeit verliert. Deshalb ist regelmäßiges Trinken wichtiger als einmal ein großes Glas, und leichte Kost mit etwas Salz kann helfen, die Elektrolyte stabil zu halten.

Plötzliche Hitze: Das sind die Tipps von Doc Esser

  • Viel trinken, am besten über den Tag verteilt und nicht erst, wenn starker Durst da ist.
  • Eher Wasser oder ungesüßte Getränke wählen, Alkohol sollte man vermeiden.
  • Dass kalte Getränke schädlich seien, ist ein mittlerweile widerlegter Mythos: Wer es mag, kann auch etwas Kaltes trinken.
  • Körperliche Anstrengung lieber in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
  • Schatten, kühle Räume und lockere Kleidung nutzen, um den Kreislauf zu entlasten.
  • Auf Warnzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder starke Müdigkeit achten und dann sofort Pause machen.

Regelmäßig trinken ist wichtig: "Wir sind keine Kamele"

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, bei Hitze über den Tag verteilt zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu trinken - vorzugsweise Wasser und gekühlte Tees ohne Zuckerzusatz. Ein Glas stündlich sollte jede und jeden ohne Durst durch den Tag bringen.

Warum es wichtig ist, über den Tag verteilt zu trinken und nicht nur punktuell ganz viel, bringt Doc Esser so auf den Punkt: "Wir sind keine Kamele, wir können kein Wasser speichern". Darum seien etwa 250 Milliliter pro Stunde der bessere Weg.

Besonders herausfordernd wird die Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit, weil Schweiß dann schlechter verdunstet und der Körper sich weniger effektiv abkühlen kann. Anstrengende Aktivitäten im Freien sollten möglichst auf den Vormittag oder den späten Abend verlegt werden. Für ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen, die draußen arbeiten, ist die Belastung besonders hoch.

Hitze in NRW - Was das mit unserem Körper macht

WDR 17.06.2026 01:12 Min. Verfügbar bis 16.06.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • WDR Wetterredaktion
  • Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Infos von Mediziner Heinz-Wilhelm Esser (Doc Esser)
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit

Sendung: WDR.de, Hitze in NRW: Was das mit unserem Körper macht, 18.06.2026, 5.03 Uhr

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