Klappbare Barrieren vor dem Weihnachtsmarkt in Bonn sollen das Eindringen von unbefugten Fahrzeugen verhindern

Teure Sicherheitskonzepte für Weihnachtsmärkte

Stand:

Die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten steht auch 2025 weiter im Fokus - ein Jahr nach dem Attentat in Magdeburg. Ein Mann war damals kurz vor Weihnachten mit einem Auto in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gerast. NRW-Weihnachtsmärkte haben teilweise aufgerüstet.

Von Stefan Erdmann

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Sechs Tote, mehr als 300 Verletzte und insgesamt mehr als 1.600 Betroffene: Das Attentat auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt kurz vor Weihnachten 2024 hallt noch immer nach. Im November soll der Prozess gegen den 50-jährigen Angeklagten starten. Jetzt, vor der Weihnachtsmarkt-Saison 2025, steht die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten wieder im Fokus.

In NRW sehen sich Veranstalter in Sicherheitsfragen gut gerüstet. Viele haben in den vergangenen Jahren ihre Sicherheitskonzepte erweitert, nicht erst nach dem Magdeburg-Attentat.

Dortmund: Absicherung ohne städtische Hilfe "nicht zu bezahlen"

Der Dortmunder Weihnachtsmarkt zieht jedes Jahr gut 2,5 Millionen Besucher an. Dort läuft gerade der Aufbau der ersten Hütten, Dienstag (21.10.2025) stand die "Grundsteinlegung" des nach Veranstalter-Angaben größten Weihnachtsbaumes der Welt an.

Vergangenes Jahr habe man die Dortmunder Sicherheitsvorkehrungen erneut geprüft und an zwei Stellen nachgebessert, heißt es auf WDR-Anfrage.

Ein Polizeiauto steht neben den Absperrungen gegen Anschläge mit Fahrzeugen am Kölner Weihnachtsmarkt in Heumarkt

Polizei 2024 am Kölner Weihnachstmarkt am Heumarkt

Die Veranstalter seien froh, dass das städtische Tiefbauamt mit Transportern und anderen großen Fahrzeugen alle Zugänge absichert. Das sei sonst nicht zu bezahlen.

Essen-Steele: "Gut hunderttausend Euro jährlich" für Sicherheit

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmarkt Schutzmaßnahmen am in der Innenstadt von Münster

Versenkbare Sicherheitspoller in Münster

Ähnlich klingt es in Essen-Steele, wo der Markt schon am 2. November eröffnet - mutmaßlich als erster bundesweit. Gut eine Million Besucher erwarten hier die Veranstalter. Sie und die Stadt hätten zuletzt einmalig in Fahrzeugsperren investiert. Die Sperren müssen aber täglich mit Wachpersonal besetzt werden, um Rettungsfahrzeuge durchlassen zu können. Allein das koste gut hunderttausend Euro jährlich. Das gehe nur, weil die Stadt etwas dazugebe.

Hattingen: Stadt hat eigene Sicherheitssperren angeschafft

Eine besondere Herausforderung sind Sicherheitsvorkehrungen in kleineren Städten. Das zeigt sich am Beispiel von Hattingen im Ruhrgebiet: Gut 55.000 Einwohner leben hier, der nostalgische Weihnachtsmarkt vor Fachwerkhaus-Kulisse ist aber weit über die Stadtgrenzen bekannt. Teilweise ganze Busladungen an Touristen, selbst aus den Niederlanden, bevölkern den Markt.

Um Veranstalter mit hohen und teuren Sicherheitsanforderungen nicht abzuschrecken, hat die Stadt selbst mobile Sicherheitssperren angeschafft. 200.000 Euro hat sie in 16 klappbare und 20 feste Sperrelemente investiert.

Sie sollen für verschiedene Veranstaltungen in Hattingen oder in Zusammenarbeit mit Nachbarstädten verwendet werden. Premiere war beim Herbstmarkt vor einigen Wochen, zum Weihnachtsmarkt sollen sie erstmals über längeren Zeitraum zum Einsatz kommen.

Sicherheitskonzepte für Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet

WDR Studios NRW 21.10.2025 00:27 Min. Verfügbar bis 21.10.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Veranstalter des "Cranger Weihnachtszaubers"
  • WDR-Interview mit Initiativkreis City Steele e. V.
  • WDR-Interview mit Veranstalter der "Dortmunder Weihnachtsstadt"
  • WDR-Anfrage an die Stadt Hattingen

Kommentare zum Thema

13 Kommentare

  • 13 Franziska 1 22.10.2025, 23:10 Uhr

    Mit Verlaub: Wer für Sicherheit ist beim Weihnachtsmarkt, Sicherheit für ganz Deutschland der liegt völlig falsch, wenn er den Kanzler als Rassist bezeichnet wegen seiner Aussage( Stadtbild). Die Petition von Cesy L. eine femine Künstlerin ist Ironie, wenn sie meint, sie würde das Stadtbild als Frau verteidigen müssen, zu Ungunsten der Stadt. Sicherheit für Deutschland bedeutet, man muss Illegale und kriminelle Migranten in die Schranken weisen, entweder mit Abschiebung oder Bestrafung. Diese Menschen bewegen sich auch auf einen Weihnachtsmarkt, der Innenraum ist ohne Barriere, wo nur mit Blicken von Polizei, Security und Video überwacht werden kann. Ich kann Deutschlands Frauen nicht verstehen, weil sie die Aussage von Merz nicht verstehen wollen. Es wird ein Theater darüber gemacht, was nicht zum Vorteil für Deutschland ist. Bin ich jetzt auch ein Rassist? Nein, ich bin für eine bunte Welt in Deutschland. Demokratie muss nicht Kriminelle beherbergen, dass schädigt jedes Stadtbild.

  • 12 Brigitta S. 22.10.2025, 17:37 Uhr

    Anhang zu meinen 1. Kommentar, es können auch Plätze sein, wo oft große Veranstaltungen stattfinden, die nicht mitten in der Stadt sind. Einen Weihnachtsmarkt lässt sich doch verlegen wenn man will. Da ist die Kommune dazu gefragt. Im Leben ändert sich vieles andere ebenfalls. Ist die Kulisse mitten in der Stadt am Dom u.a. wichtiger als mehr Schutz für die Menschen? Nicht alle Menschen wohnen direkt am Weihnachtsmarkt, für viele ist der Weg zum Weihnachtsmarkt auch länger. Wichtig ist doch, dass ein Weihnachtsmarkt traditionell noch bestehen bleiben kann.

  • 11 Brigitta S. 22.10.2025, 17:05 Uhr

    Jede Kommune, jedes Bundesland legt andere Maßstäbe bei der Sicherheit an. Einige über reagieren, manche setzen auf Verbote was in den Taschen der Besucher liegt. Die Kosten steigen enorm bei der Sicherheitsvorsorge für die Weihnachtsmärkte mitten in der City. Gewohnt, traditionell finden sie meist da statt, wo viele Straßen ringsum vorhanden sind. Die Absperrrungen der Straßen behindern den laufenden Verkehr für viele Wochen am Ende vom Jahr. Bei einem anderen Event, hat man teilweise einen längeren Weg, bei einem Einkauf in der Stadt liegt der Weihnachtsmarkt direkt vor den Füßen der Konsumenten. Meine Idee mag man ablehnen, vielleicht auch belächeln. Besser könnte man die Besucher beschützen, wenn der Markt in einen Sport- Stadion stattfinden würde. Weniger Kosten, weniger Polizei und Security. Betonblöcke und andere Schutznahmen mitten in der Stadt sind optisch auch nicht besser und deutet nur darauf hin, auf die schon vorgekommenen Vorfällen, was mache Leute beängstigt.

  • 10 Nix 22.10.2025, 15:01 Uhr

    So verändert sich das Stadtbild. Schon vergessen?....die unvergessliche Sylvesternacht ,in Köln. Schaut auf den Breslauer Platz und Neumarkt!!!! Noch Fragen,

    Antworten (1)
    • Franziska 1 22.10.2025, 19:43 Uhr

      Gefahr kann überall lauern, damit steht Köln nicht alleine da. Die unvergessliche Silvesternacht bekam vom Norden bis Süden, nicht die gleiche Meinung, warum es dazu kam. Über das Chaos dort in der Nacht wegen Sicherheit, waren nur bestimmte und imer die gleichen Menschen schuld? Wie kommen Sie auf Köln beim Thema" Weihnachtsmarkt"?

  • 9 Silke herman 22.10.2025, 10:33 Uhr

    Da ist wenigstens ein Sicherheitskonzept ! An den EU Außengrenzen Fehlanzeige, so wird es eben im Inneren sehr teuer, für den aufrichtigen Steuerzahler ! Nur wer die -frust bedingte Alternative wählt, wird von „unseren Politprofis“ als „Rechter“ diffamiert, ausgerechnet von denen die es verbockt haben !

  • 8 Maria Evers 22.10.2025, 10:06 Uhr

    „Wir schaffen das, grenzenlos,“ auch so eine -haftungslose Politiker-aussage, ob „wir“ das auch wollen, in einer“Demokratie“?? Nebensache ! Wer darunter leidet sowieso !

  • 7 Der Olli 22.10.2025, 09:47 Uhr

    Motorisierte Fahrzeuge kann man effizient mit schweren Fahrzeugen blockieren > an dieser Stelle mal eine Frage an die großen Autovermieter vor Ort (z. B. Avis, Europcar, Sixt): Könnt ihr nicht jeder ein paar 7,5 t zum Schutz eurer Weihnachtsmärkte vor Ort zur Verfügung stellen? Wäre auch eine prima Werbung, die steht ja schon auf den Fahrzeugen drauf. Denkt mal drüber nach.

  • 6 Anonym 22.10.2025, 07:30 Uhr

    Ein schönes Beispiel dafür, was am #Stadtbild stören kann. Und das hat definitiv mit unseren neuen Mitbürgern zu tun, auch wenn das bestimmte Gruppierungen nicht wahrhaben wollen. Die Grundsätzliche Haltung dieser Gruppen, dass die Hautfarbe oder Kultur nichts Negatives ist, ist meiner Meinung nach richtig. Allerdings gleich den Kampf gegen rechts auszurufen und die offensichtlichen Zusammenhänge zu ignorieren bzw. in Abrede zu stellen, ist in meinen Augen fanatischer und kontraproduktiver Extremismus nach Vorbild diverser verbotener Organisationen.

  • 5 21.10.2025, 20:17 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 4 Ich 21.10.2025, 20:00 Uhr

    Das Problem ist, dass auffällige Personen hierzulande nicht genügend überwacht werden oder ausgewiesen werden. Ehe hier jetzt jemand meinen Kommentar in die rechte Ecke stellt: ich hasse alles was rechts ist! Leider waren nur die letzten bekannten Attentate auf solchen Märkten immer Menschen mit Migrationshintergrund und teilweise auch Bezug zu IS. Das ist leider nicht schön zu reden. Wenn da mehr drauf geschaut werden würde, könnten wir wieder entspannter auf Weihnachtsmärkte oder ähnliches gehen. Traurig, dass man solche Maßnahmen ergreifen muss, damit man in Ruhe über einen solchen Markt schlendern kann.

    Antworten (3)
    • Bernd 1 21.10.2025, 23:54 Uhr

      Volle Zustimmung, mit der Ausnahme, daß die innere Sicherheit eine Aufgabe anderer Institutionen ist. Wir müssen uns vermutlich davon lösen, daß es eine absolute Sicherheit nicht gibt. Die Gefahr ist aufgrund anderer Wertvorstellungen größer geworden, Motiv des Solinger Attentäters ( was macht der hier ) war, es kann nicht sein, daß hier gefeiert wird und in Gaza Kinder sterben. Hallo, ein Angriff auf „nahezu alle unsere Feste“ für nix und wieder nix. Bin eigentlich sprachlos 🤔☹️

    • Britta 22.10.2025, 08:47 Uhr

      Wenn ich daran denke, wieviel mittlerweile die ganze Sicherheit der Menschen kostet, wird mir ganz anders. Schade….. was könnte man doch mit dem Geld anderweitig machen!

    • Sepp 22.10.2025, 13:34 Uhr

      Ja es waren tw. bekannte Gefährder - auch in Frankreich passiert so etwas! Meiner Meinung müssen Gefährder so schnell wie möglich abgeschoben werden egal in welches Herkunftsland- notfalls über Drittstaaten wie Albanien oder die Türkei. Bis zur Abschiebung müssen sie in Abschiebehaft genommen werden. Dies sollte EU weit durchgesetzt werden und vor nationalem Recht gelten!

  • 3 Frank 21.10.2025, 17:37 Uhr

    Das fällt zum Beispiel unter das Thema „Stadtbild“ wie auch Security in Freibädern oder Kalifat Demos, Messerverbotszonen usw. Und wenn so schön im Artikel geschrieben wird, dass die „Stadt“ einen Teil der Sicherheitseinrichtungen anschafft heißt das nichts anderes, als dass der Steuerzahler für die zusätzliche Sicherheit auch noch zahlen kann. Ich gehe jedenfalls zu keinem Weihnachtsmarkt in Köln mehr. Safety first!

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