Arbeiter schraubt an Hütte

Viele Weihnachtsmärkte in NRW werden bereits aufgebaut

Stand:

Während sich viele noch ganz der Herbststimmung hingeben, mit Kürbissuppe kochen oder Kastanien sammeln, läuft in vielen Städten schon der Weihnachtsmarkt-Aufbau. Diskussionen gibt es wie jedes Jahr um Märkte, die schon besonders früh ihre Buden öffnen.

Von Stefan Erdmann

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Glühwein, gebrannte Mandeln, Lebkuchen und weitere Weihnachtsmarkt-Klassiker: In Essen-Steele gibt es das schon ab dem 2. November. Damit gilt dieser Markt als einer der frühesten in Deutschland. Schluss ist erst am 4. Januar, was ihn gleichzeitig zu einem der wohl längsten Weihnachtsmärkte macht.

Die Veranstalter rechtfertigen das mit Tradition. Ursprünglich sei das der gemeinsame Startzeitpunkt mit dem Markt in der Essener Innenstadt gewesen. Dann habe Essen seinen Markt weiter nach hinten verlegt, Steele hat den Termin beibehalten.

Frühstart bei den Weihnachtsmärkten

WDR Studios NRW 20.10.2025 01:59 Min. Verfügbar bis 20.10.2027 WDR Online

Früher Weihnachtsmarkt: "Zulauf gibt uns recht"

Ganz viele könnten es kaum erwarten, dass sie ihren Weihnachtsmarkt aufmachen, sagen die Organisatoren, der "Initiativkreis City Steele". Der Zulauf gebe ihnen recht. Jedes Jahr zieht es knapp unter eine Million Menschen auf den Weihnachtsmarkt. In diesem Jahr wollen sie diese Marke erstmals durchbrechen.

Ein Weihnachtsmarkt, der schon Anfang November, mitten im Herbst, eröffnet - das trifft auf gemischte Reaktionen.

Die Weihnachtsmärkte in NRW werden bereits aufgebaut - was haltet Ihr davon?

Einige Weihnachtsmärkte in NRW werden bereits aufgebaut - und das mitten im Herbst. Was halten die Menschen in Hattingen davon? Die Reaktionen sind gemischt.

Porträt von Lukas (20, aus Hattingen)

Lukas (20): "Weihnachtsmarkt ist schon toll, ein bisschen Glühwein oder ein paar geröstete Mandeln. Da kann man immer hingehen. Ich würde sagen, so Ende November, Anfang Dezember wäre die beste Zeit dafür. Jetzt ist definitiv erst Herbst, das ist meiner Meinung nach viel zu früh. Dass manche Märkte trotzdem früh öffnen, hat wahrscheinlich mit Gewinnmaximierung zu tun. Ich kann es mir nicht besser erklären. In Läden ist ja auch meistens schon sehr, sehr früh die ganze Weihnachtsdeko da."

Porträt von Severine (51, aus Hattingen)

Severine (51): "Ich freu mich, dass es jetzt bald losgeht mit Weihnachtsmärkten. Ich bin nämlich ein Weihnachtsmarkt-Fetischist! Am liebsten fahre ich nach Köln. Münster ist auch ganz, ganz schön. Hier mal was essen, da mal was essen, schön mit einer Gruppe mal was trinken. Und die Gemütlichkeit genießen! Man hat so wenig schöne Zeiten im Jahr, aber auf dem Weihnachtsmarkt sind die Menschen dann doch alle nett."

Porträt von Lea (27, aus Hattingen)

Lea (27): "Für mich fängt die Weihnachtszeit am Totensonntag mit dem Schmücken der Wohnung an. Musik, Gesellschaft, etwas trinken, etwas Nettes essen - kleine Buden, die irgendwelche handwerklichen weihnachtlichen Dinge verkaufen. Wo man einfach durchschlendert und diese Gemütlichkeit eines Weihnachtsmarktes hat, weil alles ein bisschen eng zusammengedrängt ist."

Porträt von Michael (62, aus Bochum)

Michael (62) aus Bochum: "Ich rechne immer so mit ungefähr sechs Wochen vor Heiligabend. Das ist früh genug. Die kleinen Handwerkskünste wollen ja auch ihre Sachen an den Mann bringen. Da geht man ein paar Mal vorbei, guckt sich da an. Das braucht eine Weile, bis man dann doch irgendwann  hingeht und was kauft."

Porträt von Ulrike (59, aus Hattingen)

Ulrike (59): "Ich bin eher Weihnachtsmarkt-Muffel, weil es einfach mittlerweile zu viel Geschäftemacherei ist. Und meist zu früh. Ich finde, Weihnachten verliert dadurch irgendwas. Das ist einfach zu lang."

Lukas (20): "Weihnachtsmarkt ist schon toll, ein bisschen Glühwein oder ein paar geröstete Mandeln. Da kann man immer hingehen. Ich würde sagen, so Ende November, Anfang Dezember wäre die beste Zeit dafür. Jetzt ist definitiv erst Herbst, das ist meiner Meinung nach viel zu früh. Dass manche Märkte trotzdem früh öffnen, hat wahrscheinlich mit Gewinnmaximierung zu tun. Ich kann es mir nicht besser erklären. In Läden ist ja auch meistens schon sehr, sehr früh die ganze Weihnachtsdeko da."

Severine (51): "Ich freu mich, dass es jetzt bald losgeht mit Weihnachtsmärkten. Ich bin nämlich ein Weihnachtsmarkt-Fetischist! Am liebsten fahre ich nach Köln. Münster ist auch ganz, ganz schön. Hier mal was essen, da mal was essen, schön mit einer Gruppe mal was trinken. Und die Gemütlichkeit genießen! Man hat so wenig schöne Zeiten im Jahr, aber auf dem Weihnachtsmarkt sind die Menschen dann doch alle nett."

Lea (27): "Für mich fängt die Weihnachtszeit am Totensonntag mit dem Schmücken der Wohnung an. Musik, Gesellschaft, etwas trinken, etwas Nettes essen - kleine Buden, die irgendwelche handwerklichen weihnachtlichen Dinge verkaufen. Wo man einfach durchschlendert und diese Gemütlichkeit eines Weihnachtsmarktes hat, weil alles ein bisschen eng zusammengedrängt ist."

Michael (62) aus Bochum: "Ich rechne immer so mit ungefähr sechs Wochen vor Heiligabend. Das ist früh genug. Die kleinen Handwerkskünste wollen ja auch ihre Sachen an den Mann bringen. Da geht man ein paar Mal vorbei, guckt sich da an. Das braucht eine Weile, bis man dann doch irgendwann  hingeht und was kauft."

Ulrike (59): "Ich bin eher Weihnachtsmarkt-Muffel, weil es einfach mittlerweile zu viel Geschäftemacherei ist. Und meist zu früh. Ich finde, Weihnachten verliert dadurch irgendwas. Das ist einfach zu lang."

Früher war der Totensonntag oft die Marke für die Weihnachtsmärkte. Viele Städte warten nicht mehr so lange. Herne öffnet am 13. November, am Tag darauf ziehen Moers, Essen, Duisburg und das Centro Oberhausen nach. Am Kölner Dom öffnen die Buden ab dem 17. November, also eine Woche vor Totensonntag.

"Grundsteinlegung" für Dortmunder Weihnachtsbaum

Vielerorts läuft schon der Aufbau der Hütten. In Dortmund ist am Dienstag (21.10.2025) außerdem eine besondere "Grundsteinlegung" - für den laut Veranstalter "größten Weihnachtsbaum der Welt". Andere mäkeln: Das sei kein Baum, sondern nur ein Baugerüst, verkleidet mit 1.700 Tannen.

Beleuchtung des riesigen Weihnachtsbaums auf dem Weihnachtsmarkt wird eingeschaltet

Der Baum auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ist laut Veranstalter der größte bundesweit.

Der Dortmunder Weihnachtsmarkt selbst beginnt am 20. November, dem Donnerstag vor Totensonntag. Ebenso die Märkte in Bielefeld, Düsseldorf oder Recklinghausen.

"Cranger Weihnachtszauber": Festzelt steht schon

Wer es nicht ganz so besinnlich, sondern etwas "dynamischer" mag, den zieht es auf den "Cranger Weihnachtszauber". Diese Weihnachtskirmes mit Fahrgeschäften und Märchenwald öffnet ebenfalls am 20. November.

Das "Weihnachtsstube" getaufte Festzelt steht schon auf dem Gelände der Cranger Kirmes in Herne. Donnerstag (23.11.2025) beginnt der Aufbau des großen Weihnachtsbaums, nach und nach folgen die weiteren Hütten und Attraktionen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Veranstalter des "Cranger Weihnachtszaubers"
  • WDR-Interview mit Initiativkreis City Steele e. V.
  • WDR-Interview mit Veranstalter der "Dortmunder Weihnachtsstadt"

Kommentare zum Thema

13 Kommentare

  • 13 Brigitta S. 22.10.2025, 13:44 Uhr

    Die Medien bieten uns Themen zum kommentieren an, was wirklich die kriminelle Welt von Deutschland nicht verändert. Haben wir keine anderen Sorgen und Probleme, wo mancher Bürger mitbeteiligt ist durch sein falsches Verhalten? Die Weihnachtstimmung, wo professionell Gewinnmaximierung vom Markt erwartet wird bei zu frühen Weihnachtsmarkt, wird künstlich aufgebaut. Ins Ohr wird "O Tannenbaum" gespielt mit grünen Blättern in einer Zeit, wo der Mensch nur noch tgl. negative Nachrichten erfährt. Zwei Stunden auf dem Weihnachtsmarkt, bedeutet Entspannung? Die Sorgenkeule der Probleme im Alltag holt jeden wieder ein. Das Christkindl wird nicht helfen Probleme zu lösen, dass müssen die Menschen schon selbst tun und mithelfen, dann würde es nicht so ein Stadtbild geben, was Merz mit Wahrheit und Recht angesprochen hat. Ob ein Markt früher oder später beginnt, verändert unsere Oppositions- Parteien nicht, die nicht mehr unterscheiden, wer ist rassistisch kriminell, wer nicht im Land.

  • 12 Paul S. 22.10.2025, 11:12 Uhr

    Die kirchlichen Privilegien sollen endlich fallen? Wer nicht christlich und vielleicht Konfessionslos ist, der sollte nicht über kirchliche Religions-Traditionen richten, so wie @Anna, im Forum schreibt. Kirchenmitglieder schreiben der Gesellschaft nichts vor. „Feiertage kann man besser einrichten als die kirchlichen“? Welche Feiertage meint sie? Die Religionsfeiertage oder die Weltlichen? Ich habe zur Kirche normalerweise eine neutrale Einstellung. Der Beginn am 2. November allerdings vom Weihnachtsmarkt der ist viel zu früh geplant, Marketing lässt grüßen, egal wo bei Festtagen durch das ganze Jahr und die Menschen bewegen sich wie der Markt ruft.

  • 11 Thomas Dereser 21.10.2025, 22:22 Uhr

    Nun, das "Problem" - wenn es denn überhaupt eines ist: die Leute gehen hin. Solange man Mitte September bereits Stollen und Spekulatius kaufen kann, wird es auch Leute geben, die es kaufen. Es gibt TV-Shopping Kanäle, die am 24.6. also sechs Monate vor dem Fest, gezielt nur Weihnachtsartikel anbieten und an diesem Tag fasst mehr Umsatz machen, als in gesamten Advent. Also gebt die Schuld nicht dem Handel oder den Veranstaltern von Weihnachtsmärkten, sucht die Verantwortung bei euch selbst. Der Handel erfüllt und deckt nur euren Bedarf.

  • 10 Franziska 1 21.10.2025, 20:10 Uhr

    Ein früher Weihnachtsmarkt soll die Vorfreude auf Weihnachten anregen? Gelesen von Befürwortern im Internet. Ich sehe das nicht so, der Weihnachtsmarkt dauert zu lange, über 2 Monate sind es noch auf Weihnachten. Vor lauter Glitzer und Weihnachtsgetue in dieser Zeit, wer freut sich noch darauf bis es soweit ist? Gucken, Glühwein trinken und kruschen bei Sachen ob es was Neues gibt? Viel Neuheiten wird es nicht geben, der frische Tannenduft vielleicht oder die neuen Preise der Standl? Ein Weihnachtsmarkt ohne Fahrgeschäfte wäre besinnlicher, als die Stimme der Ansage: Wer probiert es noch mal. Von meiner Familie wird ein früher Weihnachtsmarkt bestreikt, wir gehen in erst besuchen, wie früher die Traditionellen es machten - in der Adventszeit.

  • 9 Beatz1983 21.10.2025, 19:37 Uhr

    Gott sei Dank hat immer jemand was zu meckern :-) im August ist Lebkuchen zu früh. Definitiv ja. Aber Weihnachtsmarkt ab Mitte November....ist doch voll ok. In Essen steht auch eine kleine Bühne in der Gasse. Immer Montags geht es richtig rund. Und was bedeutet das? Zusammenkommen. Lachen. Der eine singt mit. Der andere holt Glühwein. Man trifft sich. Es ist so ein positives Miteinander. Man sieht Gesichter, die man lange nicht gesehen hat. Und gehört Freundschaft und Freude nicht auch zur Kirche bzw zum Fest? Brauchen wir nicht good vibes? Es gibt genug blödes. Lasst die Leute sich doch erfreuen und Käthes Kugel mit nach Hause bringen :-)

  • 8 Andrea 21.10.2025, 18:40 Uhr

    Ich habe seit Jahren schon das Gefühl, wir halten die "Stille" im November nicht mehr aus... Früher haben wir am Tag vorm 1. Advent die Wohnung geschmückt und das war absolut früh genug. Heute brauchen wir zum dekorieren allein 10 Tage... Ohne mich...

  • 7 Vox Populi 21.10.2025, 14:28 Uhr

    Den ewigen Weihnachtsmarktmeckertanten und -tantinnen sei gesagt: Noch ist der Besuch eines Weihnachtsmarktes keine Pflichtveranstaltung, sondern freiwillig, will sagen: keiner muss, jeder darf. Wer an der gebotenen Billigglühweingrundversorgung nicht partizipieren will, der bleibt halt zuhause. Alle anderen genießen Jubel, Trubel, Heiterkeit und lassen sich die gebotenen Leckereien schmecken, bis der Arzt kommt, während die Spaßbremsen unter den Besitzern der angrenzenden Wohn- und Geschäftshäuser sich alle Jahre wieder über vollurinierte und mit Erbrochenem dekorierte Hauseingänge und Hinterhöfe ärgern. Wie schön wäre es doch, wenn auch sie sich ihr kleinkariertes Murren verkneifen könnten, um sich stattdessen fröhlich mit ins Getümmel zu stürzen und gemeinsam mit den anderen weihnachtsfeierwütigen Jecken den schon um 18:00 Uhr sturzbetrunkenen Weihnachtsmann mit seinem senfverschmierten Bratwurstmund hochleben zu lassen. Meinetwegen schon ab Ende August.

  • 6 Harald B. 21.10.2025, 13:01 Uhr

    Ich finde das viel zu früh. Was soll das denn schon ab dem 02.11.? Eigentlich sollten die Märkte erst zum ersten Advent öffnen und dafür erst später wieder schließen. Am besten erst dann die Weihnachtsmärkte erst dann besuchen. Das hat dann am meisten Wirkung.

  • 5 Brigitta S. 21.10.2025, 13:01 Uhr

    Die Gewinnmaximierung bei zu frühen Weihnachtsmarkt unterstütze ich nicht. Legt doch gleich Weihnachten und Ostern zusammen, dann spart ihr die doppelte Standmiete. Lebkuchen wurden beim Discounter schon Ende August verkauft. Die Welt der Weihnachts-Tradition wird auf den Kopf gestellt, die Gier für mehr Umsatz wird vorverlegt. Der Weihnachtsmarkt ab 2. November ist viel zu früh. Der 1. Advent ist traditionell viel später. Die Weihnachtsmarktanbieter möchten nichts mehr abwarten? Ihre Meinung, der Zulauf gibt uns recht" für den früheren Weihnachtsmarkt? Wenn Weihnachtsmarkt sich zu früh anbietet, dann ist doch klar das viele Menschen dort hingehen als Abwechslung in ihren Alltag bei diesen tristen Herbstwetter, wo der Winter bald vor der Tür steht. Dabei spielt anscheinend für Menschen Geld keine Rolle, die sonst sagen, dass Geld langt hin und vorne nicht zum Leben. Wenn der Weihnachtsmarkt von 2. Nov. bis Jan. 2026 dauert, wie oft unterliegt ein ärmeres Einkommen dem Weihnachtszauber?

  • 4 Michael Drews 21.10.2025, 09:48 Uhr

    Viele wissen gar nicht, dass Weihnachten erst am 25. Dezember beginnt und am 2. Februar endet. Daher ist der Begriff "Weihnachtsmarkt" schon eigentlich falsch. Aber den Leuten geht es ja nicht um Advent oder Weihnachten. Mehr oder weniger verkommen viele solcher Weihnachtsmärkte zur Party Meile. Es gibt immer mehr Glühwein- und Essstände. Traditionelle "Weihnachtsbuden verschwinden immer mehr. Gemütlich ist das schon lange nicht mehr!

  • 3 Realist 21.10.2025, 05:52 Uhr

    Das, lieber „nur noch Kommerz“ mag aber auch daran liegen, dass sich die gesellschaftliche Zusammensetzung sehr gewandelt hat (wer ist denn noch Mitglied der heiligen, allgemeinen christlichen Kirche?) und zudem trägt teilweise das weltfremde auftreten des Bodenpersonals des Herrn dazu bei, viele Schäfchen zu vertreiben..

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