Hohe Sicherheitskosten: Werden Veranstaltungen zu teuer?

Aktuelle Stunde 04.11.2025 39:56 Min. UT Verfügbar bis 04.11.2027 WDR Von Bernd Neuhaus

Hohe Sicherheitskosten: Was das für Weihnachtsmärkte in NRW bedeutet

Stand:

In Overath fällt in diesem Jahr der Weihnachtsmarkt aus. Denn das Geld für Sicherheitsmaßnahmen ist durch andere Veranstaltungen aufgebraucht. Wie sieht es in anderen kleineren Städten in NRW aus?

Von Sabine Meuter

In Essen-Steele ist der Weihnachtsmarkt bereits eröffnet, andere Städte in NRW ziehen bald nach. Was für uns Besucherinnen und Besucher entspanntes Beisammensein bei Glühwein und Bratwurst bedeutet, ist für die Veranstalter der Märkte Stress pur – vor allem wegen der Regeln für die Sicherheit.

Denn die Anforderungen sind wegen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg im vergangenen Jahr jetzt noch einmal erhöht worden. Und das treibt die Kosten nach oben.

Das hat Folgen. In Overath fällt in diesem Jahr der Weihnachtsmarkt rund um die St. Walburga-Kirche am ersten Adventswochenende aus. Wobei der Grund nicht ist, dass die Sicherheitsmaßnahmen für den Markt zu teuer wären, wie Andreas Koschmann vom Stadtmarketing Verein Overath dem WDR sagte. Vielmehr seien die Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen bei vorherigen Veranstaltungen wie etwa dem Stadtfest so hoch gewesen, dass jetzt kein Geld mehr für den Weihnachtsmarkt vorhanden sei. Was viele in Overath schade finden dürften.

Hohe Sicherheitsanforderungen - für Veranstalter eine Herausforderung

Dennis Eichenbrenner

Dennis Eichenbrenner

Gerade in kleineren Städten sind die Sicherheitsanforderungen eine besondere Herausforderung. Vor allem, wenn es sich bei den Veranstaltern von Weihnachtsmärkten um ehrenamtliche Vereine oder Privatleute handelt. Für sie, aber auch für große Veranstalter sei es finanziell schwierig, Lösungen zur Sicherheit zu präsentieren, wenn es um die Abwehr von Amoktaten und Terrorismus geht, sagte Dennis Eichenbrenner vom Vorstand des Bundesverbands Veranstaltungssicherheit (bvvs) dem WDR.

In Essen-Steele hat man eine Lösung gefunden: Stadt und Veranstalter tragen die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen gemeinsam. Beide Seiten hatten zuletzt einmalig in Fahrzeugsperren investiert. Die Sperren müssen aber täglich mit Wachpersonal besetzt werden, um Rettungsfahrzeuge durchlassen zu können. Allein das kostet gut 100.000 Euro jährlich.

Keine nochmals erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in Düren

Auch in Hattingen im Ruhrgebiet gibt es eine Lösung: Um Veranstalter mit hohen und teuren Sicherheitsanforderungen nicht abzuschrecken, hat die Stadt selbst mobile Sicherheitssperren angeschafft. 200.000 Euro hat sie in 16 klappbare und 20 feste Sperrelemente investiert. Sie sollen für verschiedene Veranstaltungen in Hattingen oder in Zusammenarbeit mit Nachbarstädten verwendet werden.

Auch in Düren laufen die Vorbereitungen auf den Weihnachtsmarkt, der dort am 20. November startet, auf Hochtouren. Veranstalter ist die Stadt selbst. In diesem Jahr wurden die Sicherheitsvorkehrungen nicht noch einmal erhöht, wie Stadtsprecher Helmut Göddertz dem WDR sagte. "Für den Weihnachtsmarkt in Düren wurden schon im vergangenen Jahr nach dem Anschlag in Magdeburg zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wie Herner Trucksperren getroffen", so Göddertz. Damit soll der Marktplatz vor unbefugten Einfahrten von Fahrzeugen geschützt werden. Ergänzt werde dies durch eine verstärkte Präsenz von Ordnungsamt und Polizei.

Auch andere Städten haben in Sicherheit investiert

Heinz Clermont

Heinz Clermont

In Kerpen-Horrem findet der Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende, also vom 5. bis 7. Dezember, statt. Für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher solle ein Bauzaun sorgen, sagte Heinz Clermont von der "Aktion Horrem e.V." dem WDR. Die "Aktion Horrem e.V." ist Veranstalter des dreitägigen Weihnachtsmarktes. Das Budget für die Sicherheit sei im Vergleich zum Vorjahr nicht erhöht worden, so Clermont.

Auch in Soest ist lange an dem Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt, der am 24. November beginnt, gefeilt worden. Dafür wurde ein Betrag im sechsstelligen Bereich investiert, wie Carolin Brautlecht, Geschäftsführerin der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH, dem WDR erklärte. Und übrigens: Der Soester Weihnachtsmarkt zählt zu den besten Europas. Die European Excellent Christmas Market Association (EECMA) hat den traditionsreichen Markt in ihre Liste der TOP 12 Weihnachtsmärkte Europas aufgenommen.

Unsere Quellen:

  • Andreas Koschmann vom Stadtmarketing Verein Overath gegenüber dem WDR
  • Dennis Eichenbrenner vom Vorstand des Bundesverbands Veranstaltungssicherheit (bvvs) gegenüber dem WDR
  • Helmut Göddertz, Sprecher der Stadt Düren, gegenüber dem WDR
  • Heinz Clermont von der "Aktion Horrem e.V." gegenüber dem WDR
  • Carolin Brautlecht, Geschäftsführerin der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH gegenüber dem WDR

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