Die Simulation im Tunnel

Feuerwehrleute stehen im völlig verrauchten Autobahntunnel auf der A46.

A46 im Sauerland Horrorcrash im Tunnel - Feuerwehr denkt, es sei echt

Stand:

Mehrere Jahre lang wurden die A46-Tunnel Olpe und Hemberg im Sauerland modernisiert. Jetzt wurde in einem von ihnen der Ernstfall geprobt.

Von

Montagabend, kurz nach 20 Uhr: Dichter Rauch quillt aus dem A46-Tunnel Olpe zwischen Meschede und Arnsberg. Der Grund: ein schwerer Unfall mit zwei Fahrzeugen. Die Insassen sind zum Teil eingeklemmt, schreien nach Hilfe. Zum Glück ist alles nur eine Übung.

Härtetest nach Modernisierung

Rund eine halbe Stunde früher betritt Arsala Amin-Arsalla den Tunnel Olpe. Für den Verkehrstechnik- und Tunnelexperten der Autobahn Westfalen ist der heutige Tag ein finaler Härtetest: "Die Übung soll uns zeigen, wie das Zusammenspiel zwischen Einsatzkräften, Tunneltechnik und Tunnelleitzentrale ist. Sie ist sehr wichtig."

Der Verkehrstechnik- und Tunnelexperte Arsala Amin-Arsalla

Arsala Amin-Arsalla ist Verkehrstechnik- und Tunnelexperte der Autobahn Westfalen.

Denn die Tunnel Hemberg und Olpe zwischen den Anschlussstellen Wennemen und Freienohl wurden in den vergangenen Jahren aufwendig modernisiert. Die Beleuchtung wurde auf den neusten Stand gebracht, genauso die Verkehrstechnik und der Brandschutz. Auch neue Kameras und Lautsprecher wurden installiert. All das soll getestet werden.

Feuerwehr weiß nichts von Tunnelübung

Für den Härtetest unter realen Bedingungen werden am Abend extra zwei Schrottautos in den Tunnel gerollt. Eines wird sogar auf die Seite gekippt. Anschließend klettern acht Unfalldarsteller in die fingierten Autowracks. Sie sind blutverschmiert und genau instruiert, welche Verletzungen sie spielen sollen.

Feuerwehrwagen vor dem Tunnel

Rund 60 Einsatzkräfte nahmen an der Rettungsübung im Tunnel Olpe teil.

Nachdem mehrere Nebelmaschinen die Sicht im Tunnel auf wenige Zentimeter verringert haben, folgt die Alarmierung. Rund 60 Einsatzkräfte machen sich auf den Weg zum Unfallort. Sie wissen zunächst nicht, dass es sich um eine Übung handelt.

Zu Fuß geht es für die Rettungskräfte in die völlig verrauchte Tunnelmitte. Zunächst verschaffen sie sich einen Überblick. Dann geht es ans Löschen und die Bergung der Verletzten.

"So was kann man eigentlich nicht häufig genug trainieren." Holger Peek, Sprecher Freiwillige Feuerwehr Meschede

Tunneltechnik besteht den Härtetest

Arsala Amin-Arsalla beobachtet die Rettungsübung ganz genau. Mit der modernisierten Tunneltechnik ist er voll zufrieden. Die automatisierten Ansagen funktionieren. Genauso wie die Notfallbeleuchtung und die Lüftungs- und Entrauchungsanlage.

Bei der Simulation liegt ein Auto seitlich auf dem Boden

Einige "Unfallopfer" mussten aus den Autowracks herausgeschnitten werden.

Nach knapp anderthalb Stunden sind alle Unfalldarsteller geborgen. Im Ernstfall müsste das noch etwas schneller gehen. Das Fazit des Tunnelexperten ist trotzdem positiv: "Die Feuerwehr hat heute sehr viel über die neue Technik lernen können und ist gut vorbereitet auf mögliche Einsätze im Tunnel Olpe."

Die soll es im Idealfall aber erst in rund vier Jahren wieder geben. Denn dann steht die nächste Tunnelrettungsübung auf der A46 an.

Spektakuläre Übung simuliert Horrorcrash im Tunnel

WDR 18.05.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 17.05.2028

Download

Unsere Quellen:

  • Arsala Amin-Arsalla, Autobahn Westfalen
  • Holger Peek, Freiwillige Feuerwehr Meschede
  • Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR Aktuell, 18.05.2026, 22:00 Uhr

Zu aktuellen Verkehrsmeldungen

1 / 2