Vollsperrung der Bahnstrecke Köln-Hagen: Was bedeutet das für Pendler?
Lokalzeit Bergisches Land. 07.11.2025. 00:55 Min.. Verfügbar bis 07.11.2027. WDR.
Vollsperrung der Bahnstrecke Köln-Hagen: Was bedeutet das für Pendler?
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Für Pendler hat die Vollsperrung der etwa 65 Kilomenter langen Bahnstrecke zwischen Hagen und Köln massive Auswirkungen. Immerhin handelt es sich um eine der wichtigsten Ost-West-Achsen im Zugverkehr in NRW. Hier fahren rund 10 Regionalbahnlinien sowie Fernzüge von Köln nach Hannover, Berlin und Hamburg. Was Pendler wissen müssen? Wir beantworten hier einige der wichtigsten Fragen.
Wann beginnt die Sanierung der Bahnstrecke und wie lange dauert sie?
Die Bauarbeiten beginnen am 6. Februar um 21.00 Uhr und sollen fünf Monate dauern.
Welche Züge fallen aus?
Zwischen Köln, Wuppertal und Hagen fahren keine Fernzüge. Die ICE von Köln nach Berlin und Hamburg fahren über Düsseldorf, Duisburg und das Ruhrgebiet, brauchen allerdings etwa 20 bis 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen halten während der gesamten Bauzeit keine Fernzüge, in Hagen nur einige wenige. Auch die IC-Verbindungen fallen aus.
Im Regionalverkehr sind nach Angaben der Bahn AG die verschiedenen Bauphasen entscheidend: Zeitweise sind alle Gleise dicht, dann fallen alle Züge aus, auch die aus Düsseldorf wie RE 4 (Dortmund-Aachen) oder RE 13 (Hamm-Venlo).
Die S-Bahngleise zwischen Düsseldorf und Hagen sind zeitweise befahrbar. Dort gilt ein extra Baustellen-Fahrplan.
Und wie kommen die Pendlerinnen und Pendler dann trotzdem an ihr Ziel?
"Mit viel Geduld und Bussen", erklärte die Bahn AG. Sie stellt Ersatzbusse zur Verfügung, insgesamt 65 sollen teilweise im Zehnminuten-Takt fahren. Einige davon sollen wie S-Bahnen alle Bahnhöfe auf der Strecke abfahren. Andere fahren als Express-Busse über die Autobahn und werden nur an den größten Stationen halten.
Allerdings sollten die Fahrgäste dafür deutlich mehr Zeit einplanen. "Mit dem Bus dauert die Fahrt um ein Vielfaches länger als mit dem Zug. Etwa von Wuppertal nach Köln braucht man gut eineinhalb Stunden statt wie sonst 34 Minuten mit dem Zug", so die Bahn AG.
Reisenden wird empfohlen, sich im Internet über die Verbindungen zu informieren. Dort sehe man auch in Echtzeit, ob der Ersatzbus pünktlich oder verspätet ist - was nach Angaben der Bahn AG wegen des vielen Verkehrs in der Region vorkommen kann.
Warum muss die Strecke überhaupt in diesem Umfang saniert werden?
Das Schienennetz ist überaltert und zum Teil kaputt. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Hagen. Das zeigte sich Ende Oktober bei einer Routine-Kontrolle zwischen Wuppertal und Hagen. Bahnschwellen hatten Schäden, das Gleis musste sofort gesperrt werden. Seitdem läuft der Zugverkehr dort nur noch über ein Gleis - was zu teils großen Verspätungen führt.
Wäre es nicht besser, Teilstück für Teilstück zu sanieren und damit den Zugverkehr aufrechtzuerhalten?
Das hat die Bahn AG früher so gemacht. Sie hat mit vielen kleinen Baustellen den Zugverkehr immer irgendwie aufrechterhalten. Das Ziel ist jetzt: einmal komplett alles sanieren und danach ist Ruhe. Danach sollen die Züge ohne Einschränkungen fahren können.
Was genau wird gemacht?
In den fünf Monaten will die Bahn AG insgesamt 81 Kilometer Gleis sanieren, 29 Kilometer Oberleitungen erneuern und 28 Weichen modernisieren. Außerdem sollen nach Angaben von Projektleiter Arno Jaeger 12 Bahnhöfe entlang der Strecke moderner und sicherer werden, darunter auch Haan und Gruiten. Im Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) sind sie bereits seit Jahren als "nicht tolerierbar" gelistet.
Wieviel Geld gibt die Bahn AG dafür aus?
Die Bahn AG rechnet aktuell mit Kosten von 800 Millionen Euro.
Sind danach weitere Sanierungsmaßnahmen in NRW geplant?
Ab Juli 2026 plant die Bahn AG umfangreiche Arbeiten an der rechtsrheinischen Strecke zwischen Troisdorf und Unkel in Richtung Wiesbaden. 2028 sollen dann die Arbeiten an den Strecken Hagen-Unna-Hamm sowie linksrheinisch zwischen Köln und Remagen in Richtung Mainz beginnen. Für 2029 ist die Strecke Aachen-Köln dran.
Ab 2030 sollen die Strecken Münster-Recklinghausen, Osnabrück-Münster, Hamm-Düsseldorf-Köln und Minden-Wunstorf erneuert werden.
Unsere Quellen:
- Bahn AG