Bahn feiert Bergfest - feiert ihr mit?

03:15 Min. Verfügbar bis 27.04.2028

Bahnsanierung rund um Wuppertal

Bahn feiert Bergfest - feiert ihr mit?

Stand:

Fünf Monate - von Februar bis Juli - fahren zwischen Köln, Leverkusen und Wuppertal keine Regionalzüge. Zwischen Düsseldorf und Hagen sind teilweise auch S-Bahnen betroffen. Die Hälfte der Zeit ist rum. Wie ist der Stand bei den Bauarbeiten? Und wie geht es den Pendlern?

Von Helge Rosenkranz

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Seit Anfang Februar brauchen Bahnpendler in NRW starke Nerven: Auf der wichtigen Trasse zwischen Hagen und Köln wird gearbeitet. Die Bahn verlegt neue Gleise, baut neue Weichen ein, erneuert Oberleitungen, schafft mehr Schallschutz und saniert Bahnhöfe. Das Volumen: 800 Millionen Euro, auf einer Strecke von etwa 65 Kilometern. Für Pendler bedeutet das: Ausweichen auf Ersatzbusse, die zum Teil drei Mal so lange brauchen wie der Verkehr auf der Schiene.

Lokalzeit Stadtgespräch in Wuppertal

Im Lokalzeit Stadtgespräch am Samstag in Wuppertal mit der WDR-Moderatorin Judith Schulte-Loh waren der Chefplaner der Bahn, ein Verkehrsexperte und ein Vertreter des Fahrgastverbands Pro Bahn e.V. dabei.

WDR 5 Stadtgespräch: Bahnsanierung rund um Wuppertal

WDR 25.04.2026 54:29 Min. Verfügbar bis 24.04.2028 WDR Online

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Lob und Tadel für Ersatzverkehr

Bei der Diskussion musste sich der Programmleiter für die Generalsanierung, Wolfgang Weinhold, viel Kritik am Ersatzverkehr mit Bussen anhören. Eine Studentin sagte, sie müsse morgens um fünf Uhr aufstehen, um den Bus von Düsseldorf zur Wuppertaler Uni zu erwischen. Die Busse seien meist übervoll. Aber es gab auch andere Stimmen: "Ich nehme auch den Ersatzbus von Leverkusen ins Bergische. Bis jetzt gab es kaum Probleme", sagte ein anderer Zuhörer der Diskussionsrunde vor dem Wuppertaler Hauptbahnhof.

Tickets nur online - Kunden empört

Diskussion beim Lokalzeit Stadtgespräch | Bildquelle: WDR/Marvin Hoffmann

Schnell war bei diesem Gespräch klar, dass es auch eine Art Abrechnung mit anderen, unpopulären Maßnahmen der Bahn geben werde. Das Reisezentrum im Wuppertaler Hauptbahnhof wurde Ende 2025 geschlossen, seitdem ist der Kauf per Internet oder App Standard. "Aber wenn ich kein Smartphone habe, dann ist das extrem kompliziert. Die Tickets müssten viel einfacher zu kaufen sein", sagte eine Seniorin. Applaus auf dem Vorplatz des Hauptbahhofs.

Bahnhöfe Visitenkarten der Städte

Auf dem Podium: Eine muntere Diskussion zwischen den Experten. Die vielen Kunden, die wegen der Generalsanierung von der Bahn auf's Auto umgestiegen sind, könnten dauerhaft weg bleiben. Andreas Schröder von Pro Bahn NRW sprach die zwölf Bahnhöfe an, die jetzt entlang der Strecke saniert werden. Das seien Aushängeschilder für die Städte. "Gut, dass das jetzt gemacht wird", sagte der Pro-Bahn-Vorstand Andreas Schröder.

Größter Kritikpunkt zum Beispiel von Thorsten Koska vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie: "Die Kunden, die wegen der Generalsanierung von der Bahn auf's Auto umgestiegen sind, die holt die Bahn nur ganz schwer zurück. Ein fatales Zeichen für den Klimaschutz."

Generalsanierung als Zukunftsmodell

Laut Bahn sind die Arbeiten im Zeitplan. Das Versprechen: Die hochbelastete Bahnstrecke soll langfristig verlässlicher und leistungsfähiger werden. Störungen und Verspätungen sollen sich deutlich reduzieren.

Für die Organisatoren der Bahn ist das Ganze ein Mammutprogramm, mussten doch viele verschiedene Gewerke für einen begrenzten Zeitraum koordiniert werden. Was derzeit im Bergischen Land und im Rheinland passiert, gilt als Modell für die Generalsanierungen bundesweit in den nächsten zehn Jahren.

Darüber diskutierten am Samstag auf dem Neuen Vorplatz am Wuppertaler Hauptbahnhof Pendler mit dem Chefplaner der Bahn, mit einem Verkehrsexperten und mit dem Fahrgastverband Pro Bahn. Ihr könnt aber weiterhin hier auf wdr.de im Kommentarfeld diskutieren.

Generalsanierung: Bahn feiert Bergfest, feiert ihr mit?

WDR 24.04.2028 00:53 Min. Verfügbar bis 24.04.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Halbzeit bei der Generalsanierung: Bahn feiert Bergfest - feiert ihr mit?, 24.04.2026, 5:57 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 27.04.2026, 19:30 Uhr

Kommentare zum Thema

  • Anke 28.04.2026, 04:04 Uhr

    Es sollten die am Bahnhof Elberfeld angesiedelten Tauben umgesiedelt werden. Ein Taubenturm war genehmigt worden. Leider wurde kein Standort gefunden. Die Tiere sind nunmal standorttreu und lassen sich nicht verscheuchen. Sie sitzen jetzt auf den Schuttbergen und verstehen die Welt nicht mehr. Das ist so grausam. Es ist und bleibt ein menschengemachtes Problem und wird nur durch Taubenhäuser, wo ein Tausch der Eier stattfinden kann, lösbar sein. Alles andere, sprich Fütterungsverbot oder Vergrämungsmaßnahmen, ist Tierquälerei und bringt rein gar nichts. Ich hoffe sehr, dass ein Umdenken stattfindet und der mir absolut unverständliche Hass gegen diese wunderbaren Tiere aufhört.

  • Pendlerin Dus-Wup 27.04.2026, 01:47 Uhr

    Als in der ersten Bauphase für zwei Wochen nur Ersatzbusse gefahren sind, wurde das zuvor tagelang im Zug angekündigt - bei der zweiten Bauphase Fehlanzeige. Hätte ich nicht in den DB Navigator geschaut, wäre ich völlig umsonst zum Bahnhof gefahren. Der Busverkehr war übrigens die reinste Katastrophe. Am ersten Tag mussten wir dem armen Busfahrer per Google Maps den Weg navigieren, von Pünktlichkeit sprechen wir hier gar nicht.. Außerdem wurde dann in der zweiten Phase die Haltestelle in Wuppertal nochmal 300m weiter verlegt. Der Weg vom HBF zur Haltestelle nun hinter der Stadthalle ist ein einziger Spießrutenlauf vorbei an der Baustelle, bei Regen absolut unpassierbar durch riesige Pfützen, die sich dort stauen und für gehbehinderte Menschen fast ein Marathon.. Dass die Haltestelle nun in keinster Weise wettergeschützt ist, lassen wir mal außen vor.

  • Rainer Bohnet 26.04.2026, 16:36 Uhr

    Die Generalsanierungen sind leider dringend notwendig, weil in den letzten 30 bis 40 Jahren so gut wie nichts ins Schienennetz investiert wurde. Alle seitherigen Bundesregierungen und alle Bahnvorstände sind dafür verantwortlich. Leider funktioniert der Schienenersatzverkehr nur suboptimal. Deshalb besteht natürlich die Gefahr, dass viele Bahnreisende auf das Auto umsteigen und der Schiene dauerhaft verloren gehen.