Ein Autoschlüssel und Fahrerlaubnis liegen auf Lernmaterialien zum theoretischen Teil der Führerscheinprüfung.

Mehr Betrug bei Führerscheinprüfungen: NRW ist besonders betroffen

Stand:

Ohrhörer, Mini-Kameras oder Doppelgänger: Bei der Führerscheinprüfung wird immer raffinierter betrogen - vor allem in NRW.

Mehr als 4.200 Täuschungsversuche sind im vergangenen Jahr deutschlandweit bei theoretischen Prüfungen registriert worden. Besonders häufig betroffen ist die Pkw-Prüfung. Das geht aus den Daten des TÜV-Verbands hervor. Die meisten Täuschungsversuche wurden dabei in NRW registriert (1.378), gefolgt von Berlin (497) und Bayern (449).

Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen, 2025 aber nur um ein Prozent gewachsen. Die Zahl der tatsächlichen Fälle dürfte laut TÜV noch deutlich höher liegen, weil erfahrungsgemäß nur ein Teil entdeckt wird.

Mehr Führerschein Betrugsversuche

WDR 30.03.2026 00:25 Min. Verfügbar bis 29.03.2028 WDR Online

Download

Auch im Verhältnis zur Anzahl theoretischer Führerscheinprüfungen ist die Schummel-Quote in NRW höher als in anderen Bundesländern - nur die Stadt-Staaten Hamburg und Berlin liegen höher. Aber überall machen die entdeckten Täuschungsversuche nur einen Bruchteil der Prüfungen aus: In NRW gab es 2025 insgesamt 463.742 theoretische Prüfungen, bundesweit mehr als zwei Millionen.

Führerscheinprüfung: Mehr technische Schummelhilfen

Auffällig ist der immer häufigere Einsatz technischer Hilfsmittel bei Betrügereien: In mehr als jedem dritten Fall (36 Prozent) kamen etwa Mini-Kameras oder unauffällige Ohrhörer zum Einsatz. In anderen Fällen legten sogenannte "Stellvertreter" die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, so der TÜV-Verband.

Datenschutzhinweis

Dieses Element beinhaltet Daten von TikTok. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Oft seien weitere Personen involviert, die den Prüfling technisch unterstützen, Lösungen aus der Ferne übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben. Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können. In 44 Prozent der Fälle wurde den Angaben zufolge mit dem klassischen Spickzettel geschummelt.

Führerschein: Lange Wartezeiten für Betrüger

"Organisierter Prüfungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt", warnte der TÜV-Verband. Wer sich den Führerschein erschleiche, dem fehlten wichtige Kenntnisse im Straßenverkehr. Wer erwischt wird, muss bis zu neun Monate warten, bis er eine neue Prüfung ablegen darf. Wer einen "Stellvertreter" zu einer Prüfung schickt, dem droht außerdem eine Anzeige wegen Urkundenfälschung.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Gewerkschaft der Polizei

Sendung: 1LIVE, 1LIVE Infos, 30.03.2026, 12.00 Uhr

Zu aktuellen Verkehrsmeldungen

1 / 2