Tarifeinigung im Nahverkehr | WDR aktuell
00:42 Min.. Verfügbar bis 27.03.2028.
Millionen Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs in NRW können aufatmen: Am Donnerstag einigten sich die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband NRW auf einen neuen Tarif für Beschäftigte im ÖPNV.
Neuer Tarif für 30.000 Beschäftigte im ÖPNV
"Vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder zur Tarifeinigung sind weitere Streikmaßnahmen abgewendet", hieß es in einer Pressemitteilung von Verdi am Donnerstag. Die Einigung für die rund 30.000 Beschäftigten in etwa 30 Nahverkehrsunternehmen umfasst laut der Gewerkschaft:
- die Reduzierung der Wochenarbeitszeit in zwei Schritten auf 38,5 Stunden ab Juli 2027 und auf 38 Stunden ab Juli 2028,
- die Erhöhung der Ruhezeit von zehn auf elf Stunden ab September 2026,
- die Erhöhung des Sonntagszuschlags auf 30 Prozent ab Januar 2027
- die Erhöhung der Gewerkschaftstage von acht auf neun Tage
- sowie die Ausweitung des Geltungsbereichs auf kurzfristig Beschäftigte
Tarifvertrag im ÖPNV gilt bis Ende 2029
Der neue Tarif habe eine Laufzeit von vier Jahren und gelte bis Ende 2029, heißt es weiter in der Mitteilung. Verdi-Verhandlungsführer Heinz Rech zeigte sich mit der Einigung zufrieden: "Ein guter Tarifabschluss verlangt beiden Seiten etwas ab - entscheidend ist, dass wir spürbare Entlastungen für die Beschäftigten im Nahverkehr erreicht haben."
"Für die Arbeitgeber geht der erzielte Kompromiss an die absolute Grenze des Machbaren, sowohl in finanzieller als auch in personalpolitischer Hinsicht", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes.
Zuvor hatte es in NRW im Februar und im März mehrere landesweite Warnstreiks im ÖPNV gegeben. Dabei hatte Verdi unter anderem eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 37 Stunden sowie die Steigerung des Sonntagszuschlags auf 40 Prozent gefordert.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung von Verdi, 26.03.2026
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 2, Hörfunknachrichten, 26.03.2026, 19 Uhr