Spritpreispaket: Hoffen auf positive Effekte an der Tanke

Aktuelle Stunde 26.03.2026 43:27 Min. UT Verfügbar bis 26.03.2028 WDR Von Cengiz Ünal

Sprit-Preise bald noch höher? Günstig tanken in den Osterferien

Stand:

Wirtschaftsministerin Reiche warnt: Kraftstoffe könnten bald knapp werden. Ziehen die Preise für Benzin und Diesel weiter an? In diesen Ländern in Europa könntet ihr bei euren Reisen in den Osterferien günstig tanken: Ein Überblick.

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Am Freitag ist in NRW letzter Schultag vor den Osterferien. Danach heißt es für viele: Ab in den Süden! Vielleicht auch ans Meer. Problem dabei: Wer mit dem Auto fährt, muss deutlich mehr für Diesel und Benzin bezahlen als bei früheren Reisen.

Sorge vor weiterem Preis-Anstieg bei Diesel und Benzin

Bundesministerin Reiche spricht im Bundeswirtschaftsministerium

Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin

Am Dienstag ließ Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sogar die Sorge anklingen, dass die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin noch mal deutlich anziehen könnten. Bei einer Energiekonferenz in den USA warnte sie am Dienstag vor einer möglichen Treibstoffknappheit im Falle eines längeren Iran-Kriegs:

"Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai." Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin 

Bei näherer Betrachtung muss man bei den Treibstoffen allerdings unterscheiden. Diesel und Kerosin seien vom Iran-Krieg und der teilweisen Blockade der Meerenge von Hormus viel stärker betroffen als Benzin, sagte Energiepreisexperte Hagen Reiners von Argus Media, einem unabhängigen Anbieter von Preisinformationen für die globalen Energie- und Rohstoffmärkte, am Mittwoch dem WDR. Seine Einschätzung daher:

"Dass in Deutschland in absehbarer Zeit Benzin knapp wird, halte ich für unwahrscheinlich." Hagen Reiners, Energiepreisexperte
Hagen Reiners

Hagen Reiners, Argus Media

Der Grund: "Deutschland produziert mehr Benzin als es verbraucht", so Reiners. Dadurch sei bei den Benzin-Vorräten nicht so schnell zu spüren, wenn für die Raffinerien weniger Rohöl zur Verfügung steht. Ohnehin habe Deutschland im vergangenen Jahr nur knapp sechs Prozent seiner Rohöl-Importe aus dem Nahen Osten bezogen.

Bei den beiden anderen Treibstoffen sei das genau andersrum, sagte Reiners: "Deutschland produziert weniger Diesel als es verbraucht." Das gelte auch für ganz Europa und genauso für Kerosin. Etwa ein Drittel des Bedarfs an fertigem Diesel müsse Deutschland importieren. Aus diesem Grund sei auch der Preisanstieg bei Diesel seit Beginn des Iran-Kriegs viel größer als bei Benzin.

Wie man in den Osterferien beim Tanken sparen kann

WDR 25.03.2026 02:09 Min. Verfügbar bis 24.03.2028 WDR Online

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Ende des Iran-Kriegs weiter nicht in Sicht

Dass der Konflikt rund um den Iran bald endet, ist übrigens nicht in Sicht. Erst am Mittwochmorgen dementierte ein Sprecher des iranischen Militärs, dass Verhandlungen mit den USA absehbar seien. Und ergänzte:

"Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen." Chatam al-Anbija, ein Sprecher des iranischen Militärs

Wo ihr bei Reisen in Europa günstig tanken könnt

Die Sorgen über den weltweiten Ölpreis bleiben also bestehen - und damit auch über die Preise an den Tankstellen. Wer aber in den Osterferien ins Ausland fährt, kann beim Tanken richtig sparen. Das zeigt ein Spritpreis-Vergleich der Europäischen Kommission. Jede Woche am Donnerstag veröffentlicht die Behörde die Tagesdurchschnittspreise vom vergangenen Montag.

Am günstigsten sind Benzin und Diesel derzeit in Bulgarien. Der Grund: Die Regierung hat vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs einen Sprit-Preisdeckel eingeführt. Allerdings dürften sich in den Osterferien nur wenige Urlauber aus NRW mit dem Auto auf den Weg nach Bulgarien machen - und tanken müssten sie ohnehin schon vorher.

Bis nach Belgien, Luxemburg oder Frankreich ist es aber nicht weit. Und auch dort lässt sich beim Tanken schon einiges sparen, wie dieser schnelle Überblick zeigt:

Weitere Tipps zum günstigen Tanken

Wer mit dem Auto in den Osterferien in Deutschland unterwegs ist, dem bleiben beim Tanken zumindest noch diese Tipps vom ADAC Nordrhein, um wenigstens ein bisschen zu sparen:

  • Besser nach 18 Uhr tanken. "Am teuersten ist es morgens zwischen 7 und 8 Uhr", sagte ADAC-Sprecher Thomas Müther am Mittwoch dem WDR. Dieser Tipp gelte aber nur so lange, wie es in Deutschland täglich mehrmals wechselnde Preise gibt. Das könnte sich bald ändern.
  • Autobahn-Tankstellen besser meiden. "So lassen sich gemäß einer ADAC-Stichprobe oft mehr als 40 Cent pro Liter sparen. Das macht bei einer Tankfüllung einen Unterschied von 15 bis 20 Euro", so Müther.
  • Preise vergleichen: "Die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen, selbst innerhalb einer Stadt, sind aktuell sehr groß", sagte der ADAC-Sprecher.
  • Beim Preisvergleich Apps und Online-Vergleichsportale nutzen: Hier werden in Echtzeit die günstigsten Preise in der Nähe angezeigt.

Welche Apps und Online-Vergleichsportale eignen sich am besten für den Preisvergleich? Das Bundeskartellamt gibt über seine Markttransparenzstelle für Kraftstoffe ein paar Empfehlungen:

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Hagen Reiners, Energieexperte bei Argus Media
  • Thomas Müther, Sprecher ADAC Nordrhein, auf WDR-Anfrage
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Europäischen Kommission und Statistisches Bundesamt zu Spritpreisen in der EU
  • Touring Club Schweiz (TCS) zu Spritpreisen in der Schweiz

Sendung: WDR.de, "Wie man in den Osterferien beim Tanken sparen kann", 25.03.2026, 15.30 Uhr.

Kommentare zum Thema

24 Kommentare

  • 24 Autofahrer 27.03.2026, 13:59 Uhr

    Ich warte immer noch auf die von BK Scholz versprochenen 200 € Rückzahlung aus der CO2 Steuer. Das war ebenso ein falsches Versprechen. Der Finanzminister freut sich doch über den hohen Spritpreis, nimmt er doch viele viele Steuern ein.

    Antworten (1)
    • SUPER 27.03.2026, 16:09 Uhr

      BK Scholz sagte im Aug.2023 dass,das Klimageld nicht abgeschafft,sondern auf unbestimmte Zeit verschoben wird, somit hat er kein falsches Versprechen abgegeben, heute wird er sich auch daran nicht mehr erinnern können, er ist aber noch MdB, dafür reicht es noch.

  • 23 27.03.2026, 09:58 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 22 Lisa 26.03.2026, 20:37 Uhr

    Autofahren verursacht so hohe volkswirtschaftliche Kosten, da kann jetzt nicht auch noch der Staat die Spritkosten subventionieren. Ein Unding!

  • 21 Jens Drechsel 26.03.2026, 20:27 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 20 Goldin 26.03.2026, 15:29 Uhr

    Immer die gleichen, langweilen "Tipps", nur jetzt unter dem Label "ihr" und nicht mehr "sie". Wer heutzutage noch an einer Autobahntankstelle mehr als einen "Not-Liter" tankt, der lebt doch sowieso nicht in dieser Welt.

  • 19 Martha Kaufmann 26.03.2026, 14:22 Uhr

    Alles, wirklich alles, wird auf die Regierung/en geschoben u. jeder will Geld, Ersatz oder Entschädigung für sich selbst! Mitzuhelfen bzw. zu unterstützen, mal Verzicht zu üben od. sich nur ein klein wenig einzuschränken, ist doch nicht zu viel verlangt in unserem reichen Land! Andere Menschen verhungern, verdursten, schlafen auf Trümmern, haben keine Bildungschanchen…. Unser Klagen u. Jammern ist m.E. Fehl hier am demokratischen Platz🤦🏻‍♀️🌷

    Antworten (4)
    • SUPER 26.03.2026, 16:26 Uhr

      Stimme Ihnen zu, Vollkaskomentalität kurz und bündig, gilt dabei aber für arm und reich,denn das Klagen und Fordern hört man aus allen Richtungen.

    • Traumschiff 26.03.2026, 16:46 Uhr

      @Martha Was macht Sie so sicher, dass wir in einem reichen Land leben? Der Wohlstand ist in Deutschland sehr ungleich verteilt. Eine breite Schicht der Bevölkerung sorgt sich berechtigt.

    • Franziska 1 26.03.2026, 20:11 Uhr

      @Traumschiff, Auch Deutsche leben vom Geld des Anderen, die sich es erarbeitet haben. Der Wohlstand in DE ist ungleich verteilt? Es kommt darauf an was man unter Wohlstand verstehen will. @Martha Kaufmann hat es deutlich hier gesagt, ich stimme ihr zu. Wohlstand lässt sich nicht teilen, schenken, Wohlstand ist eine Gefühlssache ob man mit dem zufrieden ist was man hat. Ein ärmeres Leben wird es immer geben in jeden Land auf der Welt. Die echte Armut kenne ich und die liegt um die 6500 Km von Deutschland weg.

    • Lisa 26.03.2026, 20:40 Uhr

      Auf mich wirkt das oft so, als ob alle „vom Stamme NIMM“. Wie damals bei Papa und Mama, die für alles gesorgt haben. Das soll der Staat nun auch. Dann muss ich mich umstellen, weniger Auto fahren, weniger Fleisch kaufen, nicht mehr rauchen…….

  • 18 Willi Becker 26.03.2026, 13:57 Uhr

    In vielen europäischen Nachbarstaaten werden die Benzinpreise für deren Bürger und Unternehmen staatlich gesenkt. Bei uns nicht. Grund der vielen „Experten“, gerade auch beim WDR (mal wieder): Dadurch suggeriere man dem Bürger, dass es keine Knappheit des Öles gibt und der dringend notwendige Sparzwang, auch für die Umwelt ginge verloren. Offensichtlich ist also der deutsche Michel einfach viel blöder als die Bürger der Nachbarstaaten. Es sei denn, es ist mal wieder eine typisch deutsche Sichtweise, welche bewusst so gesteuert und vertreten wird (nochmal Gruß an den WDR). Wie auch der (WDR) Wunsch nach Tempolimit! Quatsch. Denn wer durch die hohen Preise Sprit sparen MUSS, wird wohl als erstes langsamer fahren. Dafür braucht man kein vorgegebenes Tempolimit. Aber vielleicht ist der deutsche Michel ja einfach zu doof. Noch ein Tipp als Ostergeschenk für die Kinder auf dem Lande: Tankgutscheine, damit sie zur Arbeit fahren können

  • 17 Peter 26.03.2026, 12:10 Uhr

    Wo sind eigentlich die Bauernverbände mit ihren Protesten vor Raffinerien oder Konzernzentralen von Shell & Co weil der Diesel so teuer ist? Ach ja, sind ja keine bösen Grünen in der Regierung, da hält man sich wohl bedeckt...

    Antworten (1)
    • Maximilian 26.03.2026, 15:36 Uhr

      Die Bauern kaufen aktuell ihren Diesel immer noch ca. 50 Cent günstiger als der Diesel-Kunde bei Shell. Viele haben zu deutlich besseren Konditionen eingekauft u. haben die Lager noch voll. Alternative Kraftstoffe wie Rapsöl kommen auch für einige Landwirte in Betracht. Außerdem haben die Bauern gerade erst die Agrardieselrückvergütung durchgesetzt, die gänzlich abgeschafft werden sollte. Jetzt gibt's 21,48 Cent. Aber sollte es so bleiben, bin ich mir sicher, dass die Landwirte sich bemerkbar machen, zumal auch Düngemittel deutlich teurer geworden sind.

  • 16 Andreas 26.03.2026, 11:30 Uhr

    Ich kann das Gejammer nicht mehr hören. Steigt endlich auf elektrischen Antrieb um! Glaubt den ganzen Schwachsinn der darüber verbreitet wird nicht. Ich fahre seit 6 Jahren e-Auto und es ist einfach besser und billiger! Habe gerade beim Einkaufen für 29 ct/kWh geladen = 4,64 € pro 100 km. Macht euch unabhängig von den Ölkonzernen Förderländern.

    Antworten (2)
    • Franziska 1 26.03.2026, 20:22 Uhr

      @Andreas und wie schaut es aus, wenn Mal der Strom großflächig ausfällt? Noch kann es sich keiner vorstellen. Die Kriege zurzeit zeigen es, wie schnell sich Probleme für Länder ergeben können.

    • Alexander Enter 27.03.2026, 06:51 Uhr

      Wenn es eben geht: Solar-Energie selbst ernten, mit Batteriespeicher und in ein genossenschaftliches Windrad mit Pumpspeicher oder ähnlichem investieren. Soweit es geht unabhängig von den Krisen der Welt machen.

  • 15 Werner Sommer 26.03.2026, 11:24 Uhr

    Eine Werbesendung für das überteuerte Elektroauto, welches ja nur schöngerechnet wurde, ohne wirkliche Langzeiterfahrung ? Wie wäre es mit einer Vermögenssteuer, Gewinnbesteuerung ?- Ein schöner, wegen der Kapital Fluchtmöglichkeiten eben doch nur ein Traum ! - 12 Uhr Mittag die nächste Erhöhung, oder war das nur ein alter amerikanischer Film ?

  • 14 Sandra Schubert 26.03.2026, 10:59 Uhr

    Was machen die Anderen besser ? Haben „unsere“ negativen Politprofis sich übernommen, brauchen so die hohen Steuern ? - Kann ja alles halb so schlimm sein wenn selbst der A D A C findet der Spritpreis sei noch zu niedrig ?

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