Polizei winkt schwere Lkw von der Autobahn
WDR. 03:15 Min.. Verfügbar bis 12.06.2028.
Die Polizei kontrolliert auf der A4 am Eifteltor das Fahrverbot für schwere Lkw über die beschädigte Brücke. Viele Lkw-Fahrer wissen entweder nicht, dass ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen besteht oder sie wollen sich lange Umwege ersparen. Immer wieder müssen Beamte Lkw stoppen und dafür sorgen, dass die vor der beschädigten Brücke von der Autobahn abfahren.
Bei Verstoß drohen Bußgelder
Lkw-Fahrer, die gegen das Fahrverbot auf der Brücke verstoßen, müssen laut Polizei mit Bußgeldern von bis zu 1.000 Euro rechnen. Allerdings ist die Polizei nicht ständig auf der A4 im Einsatz, sie kann nicht jeden Lkw kontrollieren. Zur Unterstützung gibt es Messgeräte am Fahrbahnrand. Die erfassen die Lkw und blitzen. In diesen Fällen leitet dann das Ordnungsamt der Stadt Köln Bußgeldverfahren gegen die Lkw-Fahrer ein.
Neue Markierungen und Kontrollen
Pfeile auf der Fahrspur verdeutlichen den vorgeschriebenen 50-Meter-Abstand der Fahrzeuge.
In der Nacht auf Donnerstag wurden auf der A4 neue Fahrbahnmarkierungen aufgebracht. Gelbe Pfeile auf dem Asphalt sollen den vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 Metern zwischen den Fahrzeugen verdeutlichen.
Einschränkungen wohl noch lange spürbar
Im Laufe des Sommers soll eine Schrankenanlage installiert werden, die zu schwere Fahrzeuge automatisch aussortiert. Danach könnte der rechte Fahrstreifen wieder für Lkw bis 44 Tonnen freigegeben werden. Wie lange die aktuellen Probleme andauern, ist offen. Ein Neubau des Bauwerks ist aufwendig, weil die Brücke über Gleise der Deutschen Bahn führt.
Brückenschäden absehbar
Dass es soweit kommt und auch die 70 Jahre alte Autobahnbrücke Köln-Eifeltor für den Schwerlastverkehr gesperrt werden muss, wundert Fachleute nicht. "Die Verkehrslasten sind einfach so immens in den letzten Jahren gestiegen, dass das Bauwerk diese Tragreserven, die ich dafür brauchte, nicht mehr hat", sagt Thomas Ganz von der Autobahn GmbH im Rheinland.
Das Ziel sei jetzt, die Brücke so weit zu entlasten, dass sie bis zum Bau einer neuen Brücke noch einigermaßen befahrbar bleibt. "Die Belastung, die von einem einzigen 44-Tonnen-Lkw ausgeht, ist fast so groß wie die von 60.000 Pkw", rechnet Ganz vor. Deshalb sei die Sperrung für den Schwerlastverkehr und die Kontrolle durch die Polizei jetzt auch so wichtig.
"Das A und O für uns ist der Erhalt der Brücke, das Weiterbetreiben der Brücke und jetzt eine automatische Anlage zur Separation aufzubauen. Dann haben wir das System da auch stabil." Thomas Ganz, Autobahn GmbH Rheinland
Polizisten auf der A4 klären Lkw-Fahrer über das Fahrverbot auf
Ziel: Brücke entlasten
Unterstützung für diese Vorgehensweise bekommt die Autobahn GmbH von der Bundesingenieurkammer. "Das ist eigentlich die einzige Möglichkeit, die wir haben, um dem zu begegnen, dass man erst mal den Verkehr von der Last heruntersetzt, und dass man auch bei den Lkw guckt, dass die einen gewissen Abstand zueinander haben, dass die Brücke einfach weniger belastet wird", sagt der Präsident der Kammer, Heinrich Bökamp.
Er bedauert, dass die Brücken in Deutschland in der Vergangenheit nicht ordentlich gewartet wurden. "Dieses Regelmäßige hat im Grunde einfach gefehlt, weil die Finanzierung auch nicht sicher war und mancher gedacht hat, schieben wir es noch mal raus."
Für die Zukunft hofft Brückenexperte Bökamp auf beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren. So wie jetzt dürfe es nicht weitergehen.
"Wir sind länger am Schreibtisch mit der Brücke beschäftigt als vor Ort auf der Baustelle." Heinrich Bökamp, Präsident Bundesingenieurkammer
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Reporter im Gespräch mit Thomas Ganz, Autobahn GmbH Rheinland
- Reporter im Gespräch mit Heinrich Bökamp, Bundesingenieurkammer
- Polizei Köln
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 12.06.2026, 20:15 Uhr