Klinik-Toilette: Jeder Zweite verlässt sie mit ungewaschenen Händen
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Mangelnde Hygiene: In einem dänischen Krankenhaus hat sich fast die Hälfte der Besucher der öffentlichen Toiletten nicht die Hände gewaschen. Eine Toilettenfrau aus NRW beobachtet Ähnliches.
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Jetzt mitdiskutierenWenn man zur Toilette geht, wäscht man sich danach die Hände. Eigentlich ein klarer Ablauf, trotzdem halten sich offenbar viele nicht daran. Das haben Wissenschaftler der britischen Universität von Surrey bei einer Untersuchung in einem dänischen Krankenhaus herausgefunden. Sie haben auf zwei öffentlichen Toiletten in dem Krankenhaus erhoben, ob sich die Besucher die Hände waschen. 43,7 Prozent der Toilettengänger haben darauf verzichtet - also fast die Hälfte.
Sensoren an Waschbecken haben Händewaschen aufgezeichnet
Die Wissenschaftler hatten für die Untersuchung Sensoren an den Toiletten und an den Rohren der Waschbecken eingebaut. Die Benutzung von Toilettenspülungen und Wasserhähnen wurde so über rund fünf Monate ausgewertet. Die Forscher haben erhoben, ob die Wasserhähne in einem Zeitraum von zwei Minuten vor bis vier Minuten nach einer Toilettenspülung benutzt wurden. War das nicht der Fall, sind sie davon ausgegangen, dass sich der Toilettengänger oder die Toilettengängerin nicht die Hände gewaschen hat.
Die Wissenschaftler kritisieren das mangelnde Händewaschen in der Krankenhaus-Toilette: "Dies gibt Anlass zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Hygienevorschriften in Hochrisikoumgebungen", heißt es in der Mitteilung der Universität. "Obwohl während der Pandemie großer Wert auf die Handhygiene gelegt wurde, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass regelmäßiges Händewaschen noch immer keine konstante Gewohnheit ist – selbst an Orten, wo Sauberkeit von entscheidender Bedeutung ist, um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern."
"Das kommt mir bekannt vor" - Auch Toilettenfrau aus NRW beobachtet mangelnde Handhygiene
Während der Corona-Pandemie haben Virologen und andere Experten immer wieder auf die Bedeutung des Händewaschens hingewiesen. Trotzdem scheinen viele insbesondere nach dem Toilettengang immer noch darauf zu verzichten. Das beobachtet auch Annette Eichhof-Muley aus Kevelaer. Sie vermietet Toilettenwagen für Feiern und Volksfeste und sitzt auch selbst als Toilettenfrau davor. Sie bestätigt im WDR-Gespräch die Ergebnisse der Untersuchung in Dänemark - und beboachtet mangelnde Handhygiene vor allem bei einem Geschlecht.
"Das liegt natürlich schon auch an der Veranstaltung, aber im Großen und Ganzen würde ich sagen: Die Männer benutzen das Waschbecken wesentlich weniger als die Frauen." Toilettenfrau Annette Eichhof-Muley aus Kevelaer
Eine halbe Minute Hände waschen schützt vor Krankheiten
Auf Toiletten können die Hände mit Krankheitserregern in Kontakt kommen - mit eigenen und fremden Viren und Bakterien. Berührt man sich danach mit den Händen im Gesicht, können Krankheitserreger über die Schleimhaut von Mund, Nase oder Augen in den Körper kommen. Und sie können natürlich auch an andere weitergetragen werden, zum Beispiel beim Händeschütteln oder wenn man Gegenstände anfasst, die andere Menschen auch benutzen.
Wer sich die Hände wäscht, schützt sich und andere. Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit rät zu 20 bis 30 Sekunden Händewaschen. Dabei sollten die Hände erst unter fließendes Wasser gehalten, dann gründlich eingeseift, abgespült und schließlich abgetrocknet werden. In öffentlichen Toiletten sollte man zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder den Ellenbogen benutzen, heißt es vom Bundesinstitut.
Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur
- Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit
- Universität von Surrey
16 Kommentare
Kommentar 16: Alexander schreibt am 24.07.2025, 08:54 Uhr :
Deshalb schüttel ich immer noch keine Hände, desinfiziere den Einkaufswagen und habe Einmalhandtücher immer dabei.
Kommentar 15: Ina schreibt am 23.07.2025, 11:56 Uhr :
Hab das Gefühl, dass seit der Pandemie eher noch weniger Hände gewaschen werden. Hab jetzt mehrfach mitbekommen, dass Kinder, die sich auf öffentlicher Toilette nach dem Verlassen der Kabine ihre Hände waschen wollten von erwachsener Begleitperson sogar konsequent davon abgehalten wurden. Das hat mich etwas irritiert (&schockiert, denn früher habe ich es nie erlebt, dass Frauen sich ihre Hände nicht wuschen und eigentlich sollte der Sinn jetzt noch präsenter sein... Dass aber sogar Kindern aberzogen wird, öffentliche Waschbecken zu benutzen, fabd ich unglaublich). Habe mich fanach gefragt, welcher Gedankengang hinter diesem Verhalten steckt. Lg Ina
Kommentar 14: Franziska 1 schreibt am 22.07.2025, 23:33 Uhr :
Wissenschaftler haben es in einem dänischen Krankenhaus rausgefunden? Sind die Menschen in Dänemark anders als in Deutschland? Ich denke, egal ob Däne oder Deutsche, der eine entpuppt sich als hygienischer Saubermensch, der andere als Schmutzfink, der andere wird zum Messie im Toilettenbereich. Soll die Toiletten -Reinigungsfrau jetzt nach der Erkenntnis der Wissenschaft zu jeden Toiletten -Gast sagen wie zu einem Kind: Wasch dir die Hände? Das muss schon bei der Kindererziehung geschehen. Denn, was Hänschen oder Gretchen nicht lernt, lernt der Hans oder die Greta nimmer mehr. Bzw. macht es nicht routinemäßig automatisch.
Kommentar 13: Egon Schulz schreibt am 22.07.2025, 22:02 Uhr :
Also Handschuhe und Maske tragen. Eine Flasche Sagrotan im Rucksack ist auch sehr empfehlenswert. Vor dem Essen Hände waschen, hat Mama immer gesagt. Habt ihr sonst im Sommerloch keine interessanteren Themen?
Kommentar 12: Anna schreibt am 22.07.2025, 21:55 Uhr :
Allerdings fasst man ja die Türschlösser oder Griffe beim Gehen und Verlassen der Toiletten Kabine an...Danach kein Händewaschen? Ich drehe den Hahn mit dem letzten Papiertuch zu und versuche auch damit die Tür zu öffnen....manchmal kompliziert
Kommentar 11: Johann Moritz schreibt am 22.07.2025, 21:47 Uhr :
Symptomatisch für den allgemeinen Niedergang von Kultur und Zivilisation. Gerade im Krankenhaus sollte man nicht nur die Hände waschen, sondern auch mit dem seit 2020 üblicherweise zur Verfügung gestellten Desinfektionsmittel einreiben.
Kommentar 10: Hohe Schnittmenge schreibt am 22.07.2025, 20:48 Uhr :
Ich stelle immer wieder fest, dass genau die Mitmenschen, die sich nicht die Hände waschen, erstaunlicherweise genau diejenigen sind, die während Corona am lautesten herumgeheult haben und jeden beschimpft hat, der gegen den absurden Shutdown war.
Kommentar 9: Eckart Manuel Mutzeck schreibt am 22.07.2025, 18:20 Uhr :
Ich arbeite in den Emscher Werkstätten in Gelsenkirchen. Dort muss ich auch immer wieder beobachten, dass einige Beschäftigte sich selbst nach dem großen Geschäft nicht die Hände waschen. Ich mache das sogar zu Hause, allein, nach jedem Toilettengang. Gerade an Orten mit vielen Menschen wie Kliniken ist Händehygiene sehr wichtig.
Kommentar 8: Johanna Szawinski schreibt am 22.07.2025, 17:33 Uhr :
Was genauso wichtig wäre: MASKE auf in öffentlichen Toiletten!! Wissenschaftlich erwiesen,dass beim Spülen Aerosole aufsteigen! Deshalb Deckel zu,Maske auf und Händewaschen!!!
Kommentar 7: Helmut gastgeb schreibt am 22.07.2025, 15:52 Uhr :
Vor ca 30 Jahren war gerade im Begriff die Hande nachdem pinkeln zu waschen..tun sie das bloß nicht sagte ein Herr der hinter mir stand.er war Hautarzt.warum Jeder packte damals nach dem pinkeln an den Wasserhahn...genau dort tummelten sich die Bakterien..also keine hande waschen..das gleiche gilt für z.b die grossen Türgriffe bei MC Donalds...eigentlich gibt es kaum noch die alten Wassersysteme..bei den Modernen geschieht alles ohne anzufassen und luftrocknung.Auf derxsicheren Seite ist man auch bei den langarmhebeln.die kann man anders öffnen..
Kommentar 6: Franziska 1 schreibt am 22.07.2025, 15:41 Uhr :
Warum ist die Königin Elizabeth evtl. so alt geworden? Sie trug in der Öffentlich immer Handschuhe, sie musste so vielen Menschen bei Empfängen Händeschütteln. Natürlich wird das keiner von uns machen, aber Vorsicht ist die Mutter der Hygiene, jeder für sich selbst. Es gibt Länder auf der Welt, da wird die linke Hand nie zum Essen benutzt. Sie liegt dabei nah am Körper. Sie waschen ihre Hände vor der Mahlzeit, nicht nur nach dem Toilettengang wie in Deutschland verlangt. Weil sie nur mit der rechten Hand essen, traditionell, mit sinnvollen hygienischen Hintergrund. Sie essen überwiegend ohne Besteck, besonders den Reis.