In der Seine darf wieder gebadet werden | Kurzvideo
00:39 Min.. Verfügbar bis 05.07.2027.
Erst Sightseeing, dann Plantschen in der Seine: Paris hat seit eine neue Attraktion: drei Badestellen am Ufer der Seine. Eine ist in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame, eine weitere beim Eiffelturm und eine dritte im Osten von Paris. Heute ist der erste Tag, an dem das öffentliche Baden in der Seine erlaubt ist. Es war seit mehr als 100 Jahren verboten.
Schon seit dem frühen Morgen steigen Badegäste in die Seine. Sie schwimmen unter der Aufsicht von Rettungsschwimmern. Die drei überwachten Badestellen in Paris sind gratis für alle. Die Wasserqualität wird ständig überprüft. Sollte sie schlechter werden, wird der Badebetrieb eingestellt, heißt es. Die offizielle Badezeit geht bis Ende August.
Mit Schwimmbojen-Ketten abgegrenzt
Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hatte sich dafür eingesetzt, die Seine bis zu den Olympischen Spielen 2024 soweit zu säubern, dass ein Teil der Wettbewerbe im Fluss stattfinden konnte. Der Staat hat für diese Reinigung etwa 1,4 Milliarden Euro gezahlt - unter anderem, um viele Haushalte flussaufwärts an die Kanalisation anzuschließen, damit kein Abwasser mehr in die Seine geht.
Das Baden in der Seine war 1923 wegen Verschmutzung und immer mehr Schiffsverkehr grundsätzlich verboten worden. Die Badezonen, in denen Schwimmen jetzt erlaubt ist, sind mit Ketten abgegrenzt. Manche baden mit Schwimmbojen. Außerhalb der offiziellen Bereiche ist das Baden aus Sicherheitsgründen weiterhin verboten.
Baden im Rhein ist lebensgefährlich
Baden in der Seine ist übrigens auf keinen Fall zu vergleichen mit Baden im Rhein. Baden im Rhein ist aus vielen Gründen lebensgefährlich - mit extremen Strömungen und unsichtbaren Gefahren wie Strudeln und Walzen. Deshalb ertranken in den vergangenen Tagen immer wieder Menschen im Rhein. Zuletzt wurde ein sechsjähriger Junge von der Strömung des Rheins erfasst und tot geborgen.
In NRW gibt es aber Badestellen, die mit denen an der Seine vergleichbar sind - auch wenn es natürlich nicht so ein urbanes Flair gibt wie in Paris. Trotzdem haben sie Charme.
Baden in der Ruhr
Schwimmen in der Ruhr in Bochum-Dahlhausen
Erlaubt ist zum Beispiel Baden in der Ruhr an den offiziellen Badestellen in Bochum-Dahlhausen und in Mülheim an der Ruhr. Allerdings ist Baden nicht jeden Tag erlaubt. Die Wasserqualität wird regelmäßig und gründlich überprüft. "Nur bei optimalen Bedingungen schaltet die Badeampel auf Grün und gibt das Baden in der Ruhr frei", steht auf der offiziellen Website.
Die Ampel informiert während der Betriebszeiten (9 bis 21 Uhr) tagesaktuell über den Badestatus, heißt es auf der Seite der Stadt Bochum. Steht die Badeampel auf rot, ist Baden verboten. Dann liege eine hygienische Belastung vor.
Grundsätzlich soll man hier wegen Mikroorganismen auch nicht den Kopf unter Wasser nehmen. Beide Badestellen an der Ruhr eignen sich nicht für Nicht-Schwimmer. Um ganz sicher zu gehen, tragen manche Schwimmer Schwimmwesten.
Baden in Sieg und Agger - ohne Wasserprüfung
Auch in der Sieg und in ihrem Nebenfluss Agger ist Baden an manchen Stellen möglich. Der Rhein-Sieg-Kreis schreibt dazu auf seiner Seite: Im Allgemeinen sei es verboten, in der Sieg und in der Agger zu baden, zu tauchen - davon ausgenommen seien aber die "Gewässernahen Erholungsbereiche". Wer hier baden geht, tut es aber auf eigene Gefahr und muss vorsichtig sein – etwa wegen der Strömungen oder möglicher Keimbelastung. Die Wasserqualität wird hier nicht überprüft.
Der Große Weserbogen aus der Luft
An der Weser ist Baden im Weserbogen möglich. Hier macht die Weser eine Schleife; durch den Abbau von Kies entstanden im Weserbogen mehrere Seen. In Porta Westfalica gibt es einen Campingplatz und Badesee im sogenannten Südlichen See.
Badeseen in NRW
Ihr wollt lieber im See als im Fluss baden? Kein Problem. Ob Rursee, Biggesee oder die Sechs-Seen-Platte: Unzählige Badeseen in NRW laden im Sommer zum Schwimmen, Sonnenbaden und Wassersport ein. Hier eine Auswahl.
In Seen ist das Wasser in der Regel auch viel besser als in Flüssen. 86 Prozent der NRW-Badestellen schneiden im EU-Bericht mit Bestnote ab. Aber die Aussagekraft der Tests steht in der Kritik: Nur wenige Parameter werden gemessen. Und trotz der Bewertung "ausgezeichnet" ist das Baden mancherorts wegen Blaualgen oder anderer Risiken teils verboten.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagenturen AFP und AP
- Ruhrverband: Baden in der Ruhr und den Talsperren des Ruhrverbands
- Nachricht von WDR-Userin igatta
- Stadt Bochum: Baden in Fließgewässern: Besonderheiten
- Stadt Mülheim an der Ruhr: Informationen zur Schwimmstelle
- Rhein-Sieg-Kreis: Gewässernutzung an und auf Sieg und Agger
- Rhein-Sieg-Kreis: Gewässernahe Erholungsbereiche an Sieg und Agger