Der neue Zaun soll 300 Kilometer lang werden. Er soll verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest weiter ausbreitet. Er wird zusätzlich zu dem Zaun aufgestellt, der ohnehin schon um das Infektions-Kerngebiet in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Hochsauerland und Olpe gezogen wurde.
Bejagung verstärken
Das Landwirtschaftsministerium spricht von einer "Doppelzäunung". Das heißt: Zwischen dem bereits bestehenden Zaun um das Kerngebiet und dem neuen Zaun in der Sperrzone 2 entsteht ein Korridor. In ihm sollen die Wildschweine noch intensiver als bisher bejagt werden.
Der verstärkte Kampf gegen die Seuche ist offensichtlich nötig: Immer wieder werden neue infizierte Wildschweine gefunden, zuletzt in der Sperrzone 2 in Kreuztal-Littfeld. Insgesamt wurden bis jetzt 520 Tiere in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland positiv auf das Virus getestet.
Kritik an Waldbesuchern
Neue infizierte Wildschweine werden immer wieder gefunden
Für Waldbesucher ist das Gebiet nach wie vor zugänglich. Im bestehenden Zaun ums Kerngebiet gibt es Tore. Ranger und Förster haben festgestellt, dass diese Tore oft nicht geschlossen werden. Infizierte Wildschweine können dann raus. Daher der dringende Appell: Bitte Tore schließen.
In Waldbauernkreisen kursiert die These, Wölfe seien für die Verbreitung der afrikanischen Schweinepest mit verantwortlich: Sie würden im Kerngebiet infizierte Wildschweine reißen und mit der Beute über den Zaun ins Sperrgebiet 2 springen.
Auch Wolf, Fuchs & Co. verbreiten das Virus
Das Landwirtschaftsministerium schließt es nicht aus, dass Wölfe die 1,20 Meter hohen Zäune überwinden können. Das gelte allerdings nicht nur für Wölfe, sondern auch für Füchse, Dachse und Kolkraben. Außerdem sei der Zaun im Bereich von Straßen oder Abflussrohren durchlässig.
Jeder Kilometer kostet nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums 16.000 Euro, so dass insgesamt knapp fünf Millionen Euro ausgegeben werden. "Diese Kosten werden vom Land getragen“, sagt Ministeriumssprecher Matthias Kowalski. Der komplette neue Zaun soll bis zum Spätsommer stehen.
Neben dem Schutzzaun sind laut Ministerium auch weiterhin täglich Suchteams im ASP-Gebiet unterwegs. Sie sollen mit Drohnen und Spürhunden infizierte Wildschweine finden.
Unsere Quellen:
- Matthias Kowalski, Sprecher Landwirtschaftsministerium
- Kreis Olpe
- Waldbauern
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 20.04.2026, 9:31 Uhr
