Zwei Jahre Haft auf Bewährung: Das ist das Urteil des Landgerichts Hagen gegen den Mann, der Altenas Bürgermeister Hollstein mit einem Messer angegriffen hatte.
Die Richter sahen kein fremdenfeindliches Motiv, teilten sie in der Urteilsbegründung am Montag (11.06.2018) mit. Der Angeklagte sei verbittert über seine Lebensumstände gewesen.
Der Stich in den Hals von Bürgermeister Andreas Hollstein sei bei einem Handgemenge zwischen Hollstein, den Zeugen und dem Täter entstanden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Staatsanwaltschaft forderte Haftstrafe
Kein versuchter Mord
Hollstein selbst nannte das Urteil "mehr als enttäuschend". Die Bewährungsstrafe sei das falsche Signal und könne missverstanden werden "als eine Einladung, dass ein Vorgehen gegen Amtsträger zu keiner anderen Betrachtung führt, als wenn ich normal aus einem Streit heraus gegen irgendjemanden mit dem Messer vorgehe".
Wegen Depressionen behandelt
Ein Gutachter hat am Freitag (08.06.2018) bescheinigt, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt schuldfähig war. Allerdings war er in den Monaten davor wegen Depressionen in Behandlung und hatte sich nicht um Rechnungen und Mahnungen gekümmert.