Im Eingangsbereich eines Gebäudes sind ein Tisch und mehrere Schilder mit der Aufschrift "Perifair" aufgestellt

Inklusives Theaterfestival Lüdenscheid "Perifair" mit Theater und Tanz

Stand:

Beim ersten Inklusiven Theaterfestival Südwestfalen "Perifair" in Lüdenscheid stehen an diesem Wochenende Gruppen aus ganz Deutschland auf der Bühne. Von der Idee bis zur Umsetzung war es ein langer Weg, aber er hat sich gelohnt, sagen die Macher.

Lea Schnalke und Thomas Wewers sind zwei von drei Hauptorganisatoren des Festivals "Perifair". Kurz vor der Eröffnung haben sie Zeit für ein Interview über ein mehrtägiges Festival mit Aufführungen, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne stehen.

Wie ist die Idee entstanden?

Thomas Wewers: Wir haben schon vor vielen Jahren die Idee gehabt, da wir mit unserer eigenen Theatergruppe auf inklusiven Festivals waren. Wir haben gemerkt, welcher Zauber, welcher Reiz in der Luft war. Wir haben die Idee der Bezirksregierung und dem Kulturbüro Südwestfalen vorgestellt, die uns sehr bei dem Konzept und den Förderanträgen geholfen haben. Vom ersten Gedanken bis heute sind ungefähr drei Jahre vergangen.

Wie haben Sie sichergestellt, dass wirklich Qualität kommt und nicht am Ende alle nur deshalb höflich klatschen, weil auch Menschen mit Behinderung auf der Bühne stehen?

Lea Schnalke: Wir haben alle Gruppe gebeten, schon bei der Bewerbung Videoausschnitte ihres Programms mitzuschicken, außerdem einen Link zu ihrer Webseite anzugeben. Wir wollten auch wissen, wo sie schon aufgetreten sind. Damit konnten wir die Qualität früh prüfen.

Eine junge Frau dreht der Kamera den Rücken zu: auf ihrem T-Shirt steht Perifair

Thomas Wewers: Es haben viele bei inklusiven Aufführungen auch einen Knoten im Kopf. Sie denken: Das ist ja vielleicht ganz nett, aber das muss ich mir nicht angucken. Nein, wir haben Gruppen, die könnten auch in anderen Theatern auf der Bühne stehen. Man ist meistens überrascht, was man an künstlerischer Qualität zu sehen bekommt.

Was unterscheidet ein inklusives Festival denn von einem anderen Theaterfestival?

Lea Schnalke: Ich denke nicht viel. Wir haben offensichtlich Menschen mit Behinderung dabei. Aber es wäre schön, wenn man einfach sagen könnte: Wir benötigen das Wort inklusiv gar nicht dabei. Wir machen hier ein Theaterfestival. Uns war aber wichtig, dass für die Teilnehmenden von Anfang an klar ist, hier ist alles barrierefrei. Und dass sie wissen, wir sind mitgemeint und wir können in Lüdenscheid auftreten. Bei den Zuschauerinnen und Zuschauern werden viele überrascht sein, wie geringfügig der Unterschied ist.

Thomas Wewers: Viele werden vergessen, dass auch Menschen mit Behinderung auf der Bühne stehen. Sie werden schnell ausschließlich von der Art der Inszenierung und der Qualität gefangen sein.

Was bewirken Festivals wie "PeriFair", warum sind sie wichtig?

Ein Bühnenbild

Die ersten Bühnenbilder sind auch schon aufgebaut

Thomas Wewers: Es gibt schon lange ein großes Festival in Bremen. Mit mehr Etat und noch mehr Gruppen als bei uns in Lüdenscheid. Und dort bekommen die Künstlerinnen und Künstler mehr Aufmerksamkeit. Wir wünschen uns ja alle, dass es ganz normal wird und eben nicht nur Freunde und Verwandte zu den Aufführungen kommen. Es sollte einfach das übliche Theaterpublikum sein. Wir hoffen, dass wir das in Lüdenscheid auch ein bisschen fördern können.

Gibt es noch freie Plätze für Kurzentschlossene?

Thomas Wewers: Ja, auf jeden Fall. Es gibt noch Karten an der Abendkasse und einige Veranstaltungen sind kostenlos. Wenn jemand unbedingt rein will und keine Karte mehr bekommen hat, muss er dann eben den Notausgang bewachen. Wir werden eine Lösung finden.

Unsere Quellen:

  • Reporter im Gespräch mit Lea Schnalke und Thomas Wewers, Theaterfestival Südwestfalen "Perifair"

Sendung: WDR.de, Das Perifair Festival in Lüdenscheid, 14.05.2026, 17:44 Uhr

Das Perifair Festival in Lüdenscheid

WDR 14.05.2026 00:49 Min. Verfügbar bis 13.05.2028 WDR Online

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