Im Krankenhaus ergab der Vortest Hinweise auf eine Substanz, die auch in starken Schmerzmitteln verwendet wird. Weitere Tests werden nun in einem Fachlabor gemacht.
Vorfälle auf Schützenfesten in Iserlohn und Bad Berleburg
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bereits vor einer Woche gab es auf den Schützenfesten in Bad Berleburg und Iserlohn insgesamt sechs Verdachtsfälle. Es geht um gefährliche Körperverletzung. Bei den Fällen im Siegerland gibt es bereits erste Ermittlungsergebnisse. Drei der möglichen Opfer hatten Spuren von besonders starken Schmerzmitteln im Blut. Das, so ein Polizeisprecher, ist ein anderes Bild als bei klassischen K.o.-Tropfen aus dem Dark-Net.
Schmerzmittel statt klassische K.o.-Tropfen
Laut Polizei hatten ein 32-jähriger Mann, ein 15-jähriges Mädchen und eine 31-jährige Frau nach dem Schützenfest in Bad Berlegburg ihr Bewusstsein verloren. Zwei von ihnen hätten wenig bis keinen Alkohol getrunken und daher schon selbst vermutet, Opfer von K.o.-Tropfen geworden zu sein. Im Krankenhaus gab es dann positive Vortests.
Landeskriminalamt prüft vorfälle
Das Landeskriminalamt prüft weiter, um welche Mittel es sich genau handelt. Erst mit dem Vorliegen weiterer Untersuchungsresultate kann die Polizei wissen, ob es sich bei den gemeldeten Fällen um eine Tatserie handelt und inwiefern weitere Vorkommnisse noch dazugehören könnten.
Trotz Kampagne: Mindestens zwei Opfer von K.o.-Tropfen in Iserlohn
Die Stadt Iserlohn hat auf dem Schützenfest und dem Friedensfest vor K.o.-Tropfen in Getränken gewarnt. Sie verteilte kostenlos 300 Armbänder mit einem Schnelltest. Das ist sehr gut angekommen - und doch verzeichnet das DRK vor Ort nach dem Wochenende mindestens zwei Opfer von K.o.-Tropfen.
Polizei bittet Opfer, sich zu melden
In einem der Iserlohner Fälle konnte die Substanz im Krankenhaus mit einer Blutprobe festgestellt werden. Eine weitere Frau war nicht mehr zurechnungsfähig - mit einem Promille Alkohol im Blut. Die Polizei hatte beide Opfer gebeten, sich zu melden und Anzeige zu erstatten.
Viele hatten Erfahrungen mit den Tropfen
Info-Flyer zum Schutz vor K.o.-Tropfen
Allein die Verteilung der kostenlosen Armbänder hat gezeigt, wie verbreitet das Thema aktuell ist. Bei fast jedem Gespräch haben junge Frauen und auch Männer von eigenen Erfahrungen erzählt, so die Beobachtung unserer Reporterin vor Ort. Oft wurde ihnen selbst schon mal etwas ins Getränk geschüttet, oder sie haben es bei einer Freundin mitbekommen.
Aktion soll wiederholt werden
Die Stadt Iserlohn will die Info-Aktion wiederholen. Die Test-Armbänder gibt es aber auch in Apotheken und Drogerien. Sie kosten etwa zwei bis drei Euro. Zwar bieten sie keine hundertprozentige Sicherheit, weil sie nur die gängigsten K.o.-Tropfen erkennen. Sie können aber mögliche Täter abschrecken und die Trägerinnen daran erinnern, ihr Getränk nicht aus den Augen zu lassen.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Deutsches Rotes Kreuz
- Pressestelle Polizei Märkischer Kreis
- Pressestelle Polizei Siegen-Wittgenstein