Streit um Gründung eines Betriebsrats: Initiator wird vorher von Firma freigestellt
Beschäftigte bei Scheu-Dental in Iserlohn haben heute einen Wahlvorstand gewählt. Die Gewerkschaft IG-Metall hatte die Beschäftigten aufgerufen, einen Wahlvorstand aus ihren Reihen für eine Betriebsratswahl aufzustellen.
Über 100 Teilnehmer bei geheimer Wahl
Von den rund 200 wahlberechtigten Mitarbeitenden des Unternehmens, nahmen über 100 an der Wahl teil. Die Abstimmung fand auf Wunsch einiger Mitarbeitenden geheim statt.
Der Wahlvorstand kann jetzt die eigentliche Betriebsratswahl organisieren.
Wir als Gewerkschaft dürfen nur beim ersten Schritt, der Wahl des Wahlvorstands, unterstützten. Die eigentliche Wahl müssen die Wahlvorstände in die Wege leiten. Fabian Ferber, IG-Metall Märkischer Kreis
Freigestellter Mitarbeiter Teil des Vorstands
Am Montag war bei einer Pressekonferenz bekannt geworden, dass das Unternehmen einen der Initiatoren für den Betriebsrat freigestellt hatte. Das sei rechtlich möglich, gekündigt werden dürfe er allerdings nicht, da er Kündigungsschutz genieße, so Ferber. Der freigestellte Mitarbeiter ist heute in den Vorstand gewählt worden.
Die Arbeitnehmervertreter werten die Freistellung allerdings als Versuch, Druck auf die Mitarbeitenden auszuüben. Nach Gewerkschaftsangaben hatte die Geschäftsführung am Dienstag die Beschäftigten zu einer Versammlung eingeladen, bei der sie die Notwendigkeit eines Betriebsrats verneinte.
Auf Anfrage des WDR teilte die Geschäftsleitung des Unternehmens am Mittwoch mit, dass sie sich "aus Respekt vor dem laufenden Wahlprozess" erst nach der Wahl öffentlich äußern möchte.
Unsere Quellen:
- Interview mit Fabian Ferber
- Schriftliche Antwort des Unternehmens
- WDR Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Streit um Betriebsratswahl bei Scheu-Dental geht weiter, 30.04.2026, 12:55 Uhr
