336 klassische Fahrräder, 46 Pedelecs und acht E-Lastenräder. Mit dieser Flotte ist das System "HelBi" am Montag an den Start gegangen. Das steht für "Hellweg Bike". Hinter dem Angebot steht das Unternehmen Nextbike. Seine Fahrräder gibt es schon zum Beispiel im Ruhrgebiet, Bielefeld oder Berlin. Und nun auch im Kreis Soest.
Sechs Kommunen im Kreis Soest
In Anröchte, Bad Sassendorf, Ense, Lippetal, Lippstadt und Soest stehen die roten Fahrräder nun an Stationen. In der App sind sie alle auf einer Karte zu sehen. Mit dieser App lässt sich auch das Schloss öffnen. Und dann geht es nach einem kurzen angeleiteten Funktionstest auch schon los.
Unser Reporter nutzt das Rad gleich am ersten Tag des neuen Angebots, um seinen Zug noch zu erreichen. Und unter anderem dafür ist das Ganze auch gedacht: Als Ergänzung für Bus und Bahn. Wenn Fahrgäste zum Beispiel Orte abseits von Bahnhöfen oder Haltestellen erreichen möchten oder der Bus gerade weg ist.
Zu viele kurze Autofahrten
Ein weiteres Ziel: Autofahrten ersetzen. Laut Umweltbundesamt sind über 40 Prozent der Autofahrten kürzer als fünf Kilometer. In vielen Fällen böte sich hier das Fahrrad an – und es ist sogar schneller, sagt ein Vertreter des Kreises Soest.
Der Vorderreifen am Rad unseres Reporters könnte etwas mehr Luft vertragen. Ansonsten ist das Fahrrad aber brandneu und einfach zu bedienen. Es ist mit allem ausgestattet: Klingel, Licht, Dreigangschaltung. Sogar der Sattel lässt sich einfach auf die richtige Höhe stellen.
Weitere Leihräder sollen folgen
Eine der neuen Radleihstationen im Kreis Soest
Beteiligt an der Aktion sind die örtlichen Verkehrsbetriebe RLG, der Kreis Soest und die Kommunen, in denen die Leihräder verfügbar sind. Die Organisatoren haben schon angekündigt, dass sie einen weiteren Ausbau des Systems planen. Für das Projekt bekommen sie zwei Millionen Euro Förderung vom Landesverkehrsministerium.
Acht statt 30 Minuten für den Weg
Unser Reporter ist mittlerweile am Soester Bahnhof angekommen, sogar etwas zu früh. Dort stehen schon zehn Fahrräder und ein Lastenrad. Nun kommt ein weiteres Rad an die Station. Das Schloss zudrücken und schon meldet die App, dass die Fahrt abgeschlossen ist. Einen Euro hat die achtminütige Fahrt gekostet. Sie wäre sonst ein halbstündiger Fußweg gewesen – und der Zug wäre auch schon weg.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Ruhr-Lippe-Verkehrsgesellschaft
- Nextbike-App
- Reporter vor Ort